Oheim

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Oheim, Ohm, Ühm bezeichnet ursprünglich Bruder der Mutter. Die weibliche Form der Bezeichnung ist Muhme.

Bedeutungswandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heutzutage ist Oheim veraltet für Onkel. In verschiedenen Dialekten sowie im Niederländischen kommt das Wort heute noch vor (Öhi, Ohm, Ühm, oom). Im Niederländischen gilt das Wort (n)onkel als dialektisch, es ist aber sehr verbreitet im Süden des Sprachraums (Flandern und Südniederlande).

Bis etwa 1750 bezeichnete Oheim nur Bruder der Mutter in Abgrenzung zu Bruder des Vaters.

Ursprünge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besonderheit dieser Verwandtschaftsbeziehung war noch so lange spürbar, als ledige sowie verwitwete Frauen unter die Vormundschaft eines männlichen Verwandten fielen, in höheren Jahren also eines Bruders, was diesen wiederum im praktischen Leben für die Neffen und Nichten von den männlichen Verwandten des Vaters deutlich unterschied.

In zahlreichen Kulturen (vor allem solchen mit matrilinearer Erbfolge) sind auch heute noch die männlichen Verwandten der Mutter für die Kindererziehung wichtiger als die des Vaters.

Während Vaterschaft früher überhaupt nicht nachweisbar war, war die Mutterschaft sicher feststellbar („Mater semper certa est“). Mit den Geschwistern der Mutter besteht auf jeden Fall Blutsverwandtschaft. Dagegen besteht mit dem anscheinenden Vater und seinen Geschwistern unter Umständen gar keine Blutsverwandtschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Oheim – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Ohm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen