Orangerotes Habichtskraut

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Orangerotes Habichtskraut
Orangerotes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum)

Orangerotes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Habichtskräuter (Hieracium)
Art: Orangerotes Habichtskraut
Wissenschaftlicher Name
Hieracium aurantiacum
L.

Das Orangerote Habichtskraut (Hieracium aurantiacum L., Syn.: Hieracium brunneocroceum Pugsley[1], Pilosella aurantiaca (L.) F. W. Schultz & Sch. Bip.[1]) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Habichtskräuter (Hieracium) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Johann Georg Sturm, (1796), Deutschlands Flora in Abbildungen, Tafel 60

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 40 Zentimetern und bildet sowohl ober- als auch unterirdische Ausläufer. Die Stängel enden in oft zwei- bis zwölfköpfigen, dicht gedrängten Doldentrauben. In jedem Blütenköpfchen sitzen viele gelborange bis orangerote, fünfzipfelige Zungenblüten zusammen. Blütezeit ist von Juni bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, 27, 36, 45, 54, 63 oder 72.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Pflanzenart bevorzugt leicht saure, nährstoffarme Magerrasen, Zwergstrauchheiden oder Weiden, ist kultiviert auch in Steingärten zu finden. Sie ist in den Gebirgen Mitteleuropas, Südeuropas und Nordeuropas in Höhen von 1100 bis 3000 Meter NN heimisch. In den Allgäuer Alpen steigt sie an den Seeköpfen gegen das Laufbacheck in Bayern bis zu 2000 m Meereshöhe auf.[3] In anderen Gebieten Mitteleuropas ist die Art verwildert. Sie ist ursprünglich eine Charakterart des Verbands Nardion, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Calamagrostion vor. Sie verwildert in mageren Parkrasen und tritt dann auch in Gesellschaften des Verbands Cynosurion auf.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann folgende Unterarten untersheiden[4]:

  • Pilosella aurantiaca (L.) F. W. Schultz & Sch. Bip. subsp. aurantiaca
  • Pilosella aurantiaca subsp. auropurpurea (Peter) Soják: Sie kommt in Frankreich, der Schweiz, Italien, Deutschland und Österreich vor.[4]
  • Pilosella aurantiaca subsp. decolorans (Fr.) T. Tyler: Sie kommt in Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, in Italien, Österreich, in der Schweiz, in der Slowakei und in Rumänien vor.[4]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Geschmack ist leicht bitter, die Blütenknospen schmecken süßlich. Zusammen erinnern die Geschmacksstoffe an eine bittere Schokolade. Viele Gartenbesitzer schätzen diese hübsche Pflanze als fleißig blühende Wildstaude, die hervorragend als Bodendecker geeignet ist. Die Wirkung dieses Krautes wird als schleimlösend, harntreibend, antibiotisch, krampflösend und entzündungshemmend beschrieben. In der alten Kräuterkunde wird das Habichtskraut innerlich bei Durchfall, grippalen Infekten, Blasen- und Nierenentzündung, Wurmbefall und Nierensteinen eingesetzt, äußerlich zur Wundbehandlung und als Augenspülung.[5]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die orangeroten Blüten werden mit Vorliebe von ähnlich gefärbten Schmetterlingen besucht, vor allem vom Kleinen Fuchs, dem Dukatenfalter und dem Perlmutterfalter. Dies geschieht vermutlich aus Tarnungsgründen.

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3
  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler und Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, 2. Auflage, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b The Royal Horticultural Society: "A-Z Encyclopedia of garden plants"
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 1000.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, Seite 688. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1
  4. a b c Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Pilosella aurantiaca In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  5. Druidenwerk – Orangerotes Habichtskraut ( Hieracium aurantiacum )

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Orangerotes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Johann Georg Sturm, (1796), Deutschlands Flora in Abbildungen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien