Ottilie Metzger

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Ottilie Metzger-Lattermann, (* 15. Juli 1878 in Frankfurt am Main; † Februar 1943 in Auschwitz) war eine deutsche Sängerin (Altistin) und Gesangslehrerin.

Leben[Bearbeiten]

Sie war Schülerin von Selma Nicklass-Kempner, Georg Vogel und Emanuel Reicher (Schauspiel). Ihr Debüt gab sie 1898 in Halle. Sie hatte Engagements in Köln, war von 1903 bis 1915 erste Altistin in Hamburg und trat bei Gastspielen von Enrico Caruso in den weiblichen Titelrollen auf. In Hamburg lernte sie den Bassbariton Theodor Lattermann kennen, den sie in zweiter Ehe heiratete, ihr erster Ehemann war der Erzähler Clemens Froitzheim.

Erinnerungstafel an Henriette Gottlieb und Ottilie Metzger im Festspielpark Bayreuth.

Weitere Stationen ihrer Karriere waren Dresden, Bayreuth, wo sie immer wieder bei den Festspielen auftrat, Wien, St. Petersburg, Prag, Zürich, Amsterdam, München, Budapest, London und Tourneen mit Leo Blech in den USA. 1925 beendet sie ihre Bühnenlaufbahn (im Zusammenhang mit der schweren Erkrankung ihres Ehemannes, der am 4. März 1926 im Alter von 46 Jahren starb), arbeitete jedoch weiter als Liedsängerin (u.a. begleitet durch Richard Strauss und Hans Pfitzner). Letzte Konzerte gab sie 1933 (unter Dirigent Bruno Walter in Berlin und Otto Klemperer in Dresden). Ab 1927 arbeitete sie als Gesangspädagogin, u.a. am Stern'schen Konservatorium in Berlin, wo sie selbst ihre Ausbildung begonnen hatte. All das endete 1933 mit der Machtergreifung Hitlers. In Herbert Gerigks und Theophil Stengels Lexikon der Juden in der Musik wurde sie denunziert.[1]

Sie engagierte sich in der Folgezeit beim Jüdischen Kulturbund (1935 - 1937). Erst spät (verschiedene Jahresangaben der Quellen), möglicherweise erst im Juli 1939, floh sie mit oder zu ihrer Tochter Susanne vor den Nationalsozialisten nach Brüssel. Dort wird sie nach dem Überfall Deutschlands auf Belgien 1940 von den Nationalsozialisten verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Die näheren Umstände ihres Todes sind nicht bekannt.

Schüler[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eva Weissweiler Ausgemerzt! Das Lexikon der Juden in der Musik und seine mörderischen Folgen. Dittrich, Köln 1999, ISBN 3-920862-25-2, S. 278