Otto Schott

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Friedrich Otto Schott

Friedrich Otto Schott (* 17. Dezember 1851 in Witten; † 27. August 1935 in Jena) war ein deutscher Chemiker, Glastechniker und Unternehmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Schott war das zweitjüngste von sieben Kindern. Seine Eltern waren Simon Schott (1809–1874) und Karoline Schott geb. Hahne. Simon Schott gründete am 16. November 1853 in Witten die Tafelglashütte Haarmann, Schott & Hahne (später Wittener Glashütte AG);[1] sie wurde 1854 errichtet.[2] Karl Hahne war sein Schwager. August Schott (7. April 1841 – 27. Juli 1878[3]), ein Bruder von Simon, gründete 1865 mit Wilhelm Buchholz und Wilhelm Heidsieck in Annen ebenfalls eine Tafelglashütte.[4]
Nach dem Studium der Chemie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen – hier war er Gründungsmitglied des Corps Teutonia –, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Universität Leipzig wurde Otto Schott mit einem glaschemischen Thema an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Dr. phil. promoviert. Wieder in der Heimat experimentierte er in seinem Elternhaus, wo er 1879 mit dem Lithiumglas eine neue Glassorte entwickelte. Damit erreichte er erstmals eine Homogenität, die spektrometrische Messungen ermöglichte. Daraus entwickelte er bis 1884 Gläser mit völlig neuartigen optischen Eigenschaften. Gleichzeitig begann er an der Tafelglasfabrik in Witten, Deckgläser für mikroskopische Präparate herzustellen. Er durchbrach damit das bis dahin von Engländern gehaltene Monopol auf diesem Gebiet, indem er diese Deckgläser rund 20 % günstiger herstellte.

Von seinem Lithiumglas hatte er eine Probe an den Physiker Ernst Abbe geschickt. Ein fachwissenschaftlicher Briefwechsel mit ihm führte ihn 1882 schließlich nach Jena. Dort gründete er 1884 zusammen mit Ernst Abbe, Roderich Zeiß und Carl Zeiß ein Glastechnisches Laboratorium, das spätere Jenaer Glaswerk Schott & Genossen, die heutige Schott AG in Mainz. Zunächst auf die Entwicklung und Herstellung von optischen Gläsern und Thermometerglas beschränkt, weitete das Unternehmen seine Produktpalette dank der Erfindung des gegen Chemikalien und Hitze sehr beständigen Borosilikatglases ab 1887 (Jenaer Glas) rasch aus. Die massenhafte Produktion hitzebeständiger Beleuchtungsgläser (Gasglühlichtzylinder für Gas- und Petroleumlampen) begründete den wirtschaftlichen Erfolg der Firma. Von diesen Gläsern wurden bis 1909 mehr als 30 Millionen Stück verkauft.

Die von ihm erreichten Verbesserungen optischer Gläser ermöglichte die Entwicklung leistungsfähiger Mikroskope und Teleskope. Es gelang ihm auch, unterschiedliche Gläser mit fein abgestuften optischen Konstanten und neue Glassorten herzustellen. Die Technische Hochschule Dresden verlieh ihm 1905 die Ehrendoktorwürde. Die Deutsche Glastechnische Gesellschaft ehrte ihn 1925 als "Begründer der neuzeitlichen Glastechnik". Das "Otto-Schott-Institut für Materialforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena" trägt seinen Namen.[5]

1909 hatte das erfolgreiche Werk 1090 Mitarbeiter. 1919 trat er seine Anteile an dem Werk an die Carl-Zeiss-Stiftung ab. Schott arbeitete noch bis 1926 im Werk als „Beamter“ des Glaswerks und Mitglied der Geschäftsleitung.

Grabmal Otto Schotts und seiner Frau von 1935 auf dem Nordfriedhof Jena

Das Werk Schotts kann in der Schott-Villa[6] und im Optischen Museum in Jena besichtigt werden. Sein Grab befindet sich auf dem Jenaer Nordfriedhof (Feld 14).

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beiträge zur Theorie und Praxis der Glasfabrikation, Dissertation, Jena 1875.
  • Der Briefwechsel zwischen Otto Schott und Ernst Abbe über das optische Glas, 1879–1881, (Bearbeitet von Herbert Kühnert), Veröffentlichungen der Thüringischen Historischen Kommission, Band 2, Jena 1946.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto und Erich Schott – Glas für die ganze Welt. Dokumentarfilm, Deutschland, 2006, 29 Min., Buch und Regie: Jürgen Lossau, Produktion: aktion.tv, MDR, Reihe: Lebensläufe, Erstsendung: 1. Oktober 2006 im MDR (Inhaltsangabe von ARD).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Otto Schott – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. pdf
  2. schott.com: Kurzbiografie (pdf)
  3. witten.de: pdf
  4. lwl.org: Pressemitteilung vom 8. November 2012
  5. www.osim.uni-jena.de
  6. visit-jena.de, schott.com
  7. Homepage