Oum er-Rbia

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Oum er-Rbia
Quellgebiet des Oum er-Rbia

Quellgebiet des Oum er-Rbia

Daten
Lage MarokkoMarokko Marokko
Flusssystem Oum er-Rbia
Quelle Mittlerer Atlas, ca. 40 km nordöstlich von Khenifra
33° 1′ 1″ N, 5° 19′ 12″ W
Quellhöhe 1613 m
Mündung nördlich von Azemmour in den AtlantikKoordinaten: 33° 19′ 9″ N, 8° 20′ 16″ W
33° 19′ 9″ N, 8° 20′ 16″ W
Mündungshöhe m
Höhenunterschied 1613 m
Sohlgefälle 2,9 ‰
Länge 560 km
Durchflossene Stauseen Stausee Al Massira, Stausee Sidi Saïd Maachou
Großstädte Khenifra
Mittelstädte Kasba Tadla, Azemmour
Mittellauf des Oum er-Rbia
Kasbah von Boulaouane oberhalb des Oum er-Rbia

Der rund 560 km lange Oued Oum er-Rbia (arabisch أم الربيع, DMG Umm ar-rabīʿ, marokkanisches Tamazight ⴰⵙⵉⴼ ⵏ ⵓⵎ ⵔⴰⴱⵉⵄ Asif n Um Rabiɛ) ist – trotz starker saisonaler Schwankungen – zusammen mit dem Oued Sebou der längste und wasserreichste Fluss Marokkos.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oum er-Rbia wird gemeinhin mit „Mutter des Frühlings“ übersetzt, was jedoch voraussetzt, dass der Name arabischen Ursprungs ist. Wahrscheinlicher ist eine Herleitung aus der Berbersprache Zentralatlas-Tamazight; danach würde der Name in etwa mit „Fluss mit vielen Quellen“ zu übersetzen sein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der vergleichsweise wasserreiche Fluss entspringt im Mittleren Atlas und verläuft zunächst in südwestlicher, später dann in nordwestlicher Richtung. Er nimmt mehrere kleinere Nebenflüsse auf, darunter unter anderem Oued Day, Oued El Abid, Oued Tessaout, wird mehrfach gestaut – die größte und längste Talsperre ist der Stausee Al Massira – und mündet schließlich, etwa 5 km nördlich von Azemmour, in den Atlantik.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oum er-Rbia ist von großer Bedeutung für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung weiter Teile Zentralmarokkos sowie für die Bewässerung der landwirtschaftlich genutzten Flächen in der nördlichen Tadla- und der Doukkala-Ebene.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Besiedlung der Tadla-Ebene durch Berbervölker reicht mit Sicherheit weit zurück, doch gibt es wegen der schriftlosen Kultur der Berber keine schriftlichen Nachweise. Unter arabischem Einfluss, später dann unter der Kolonialherrschaft der Franzosen wurden die Anbau- und Bewässerungsmethoden intensiviert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Quellgebiet des Oum er-Rbia ist gesäumt von kleinen Restauranthütten. Eine einbogige Brücke mit zwei kleineren Begleitbögen über den Fluss in Khenifra wird als Pont Portugais bezeichnet – ob sie jedoch tatsächlich von Portugiesen erbaut wurde, ist fraglich; auf jeden Fall sind europäische Einflüsse offensichtlich, denn weder Araber noch Berber haben in Marokko gewölbte Brücken gebaut. Ein mehrbogiger Pont Portugais überquert den Fluss in Kasba Tadla. Etwa 50 km vor der Mündung des Flusses, oberhalb der Ortschaft Boulaouane, steht eine im 18. Jahrhundert unter Mulai Ismail erbaute imposante Bergfestung (kasbah).

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl der Oberlauf des Oum er-Rbia von März bis Mai für Wildwasser-Touren mit Kanus oder Schlauchbooten geeignet ist, hat der Fluss bislang kaum touristische Bedeutung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oum er-Rbia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien