Pähler Schlucht

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Die Pähler Schlucht ist ein Naturschutzgebiet und Geotop[1] in der Nähe der Gemeinde Pähl im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau.

Seit 23. August 1983 ist das 16,36 ha große Gebiet nördlich der Bundesstraße 2 und östlich des Hochschlosses Pähl Naturschutzgebiet.[2] Das Naturschutzgebiet (NSG100.078) erstreckt sich im Wesentlichen links und rechts des Ufers des Burgleitenbachs auf einer Länge von etwa einem Kilometer und einer Breite von ungefähr 100 m.[3]

Überregional bekannt ist die Pähler Schlucht durch einen Wasserfall mit 16 m freier Fallhöhe. Die Rückseite des Wasserfalls ist begehbar. Hier fällt der Burgleitenbach, der unter anderem beim rund 2 km östlich und 760 m ü. NN gelegenen Berndorfer Buchet entspringt, über eine Tuffsteinkerbe in die Schlucht. Der Wasserfall ist zu Fuß von Pähl aus in etwa einer Stunde zu erreichen.

Umstrittene Holzfällarbeiten 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Im Frühjahr 2014 wurde der Schluchtwald sehr stark ausgelichtet und nahezu alle Altbäume entfernt. Das vormals durch geschlossenen Hochwald mit reichem Krautwuchs und sekundärnatürlichem Altersaufbau der Bäume gekennzeichnete Waldgebiet wurde großflächig nahezu zu Offenland umgewandelt. Flächenweise (beispielsweise im Bereich des Bachtals im breiten Teil des Trichters) ist der Waldcharakter kaum mehr vorhanden. Im ganzen Naturschutzgebiet sind alle erreichbaren Altbäume entfernt worden und zu einem rund 2700 m³ großen Holzstapel aufgeschichtet. Ein zweihundert Meter langer, 3-4 m breiter Erschließungsweg sowie ein weiterer Weg haben die Waldbodenflora und -fauna in den Bereichen nachhaltig und vollständig zerstört.[4] Die nächsten Jahre bis Jahrzehnte werden die Schluchtbereiche zunehmend von einem Dickicht aufkommender Junggehölze geprägt sein, so dass die bislang typische Fauna und Flora auf Restbereiche zurückgedrängt werden wird. Die wertvollen Molassefelsen mit durch Beschattung im Abgang befindlicher dealpiner Vegetation blieben weitgehend stark beschattet. Einige instabile Hangbereiche wurden durch die Erschließungswege angeschnitten und weiter destabilisiert.

Die für das europarechtlich geschützte Gebiet (FFH-Gebiet) typischen Lebensraumtypen wurden stark beeinträchtigt.

Lebensraumtyp 3260 Fließgewässer der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und Callitricho-Batrachion

Das ehedem durch Wassermoose und natürlichen Bachverlauf gekennzeichnete Gerinne des Burgbachs wurde auf dutzenden Metern als Rückeschneise befahren. Der Bachbereich ist vollständig zerfahren, aufgeweitet und zerstört. Unterliegende Bereiche sind durch den massiven Schlammeintrag verschwemmt und stark geschädigt.[5]

Prioritäter Lebensraumtyp 7220* Kalktuffquellen, Cratoneurion

Mindestens zwei Quellbereiche mit Quelltuff-Ausfällung wurden durch Befahren und liegendes Astmaterial stark beeinträchtigt bis zerstört.[5]

Lebensraumtyp 9130 Waldmeister-Buchenwald, Asperulo-Fagetum

Schätzungsweise 30 % der Fläche des Lebensraumtyps sind vollständig gerodet, weitere 10-20 % sind stark aufgelichtet oder mindestens von wertgebenden Elementen, wie Totholz und Altbäumen befreit. Starkes Altholz, stehendes Totholz sind auf der Gesamtfläche vollständig entnommen, so dass auch die verbliebenen Bestände negativ beeinflusst wurden. Der Mischwald wurde durch starke Fichtenentnahme nahezu in einen Buchenwald umgewandelt. Auf großer Fläche ist die ehedem artenreiche Krautschicht durch Befahren vollständig zerstört. Durch das zu erwartende flächige Aufkommen von Jungbäumen wird die ehedem artenreiche Krautschicht die nächsten Jahrzehnte auf kleine Teilflächen zurückgedrängt werden.

Prioritäter Lebensraumtyp 9180* Schlucht- und Hangmischwälder, Tilio-Acerion

Schätzungsweise 20-30 % der Fläche des Lebensraumtyps sind vollständig gerodet, durch starken Einschlag von Eschen und anderen Altbäumen ist der Erhaltungszustand des Lebensraumtyps fast auf der gesamten Fläche stark beeinträchtigt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Umwelt: Paehler Schlucht eingesehen am 13. Dezember 2008
  2. Amtsblatt der Regierung von Oberbayern vom 9. September 1983, B1217B, S. 121-125. [1] (PDF-Datei; 52 kB), [2] (PDF-Datei; 63 kB), [3] (PDF-Datei; 62 kB)
  3. Einzelobjektanzeige des Umweltobjektkataloges (UOK) Bayern der Klasse GEOTOPE eingesehen am 13. Dezember 2008
  4. merkur-online.de: Pähler Schlucht: Arbeiten waren so nicht zulässig, 26. Februar 2014.
  5. a b Schutzgemeinschaft Ammersee e.V.: Zerstörung des NSG Pähler Schlucht, abgerufen am 6. März 2014.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pähler Schlucht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 54′ 37″ N, 11° 11′ 9″ O