Park Rosenhöhe

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Rosendom im Rosarium
Informationstafel zum Park unterhalb des ehemaligen Palais

Der Park Rosenhöhe ist ein historischer Park auf einem Hügel im Osten Darmstadts. Zu seinen Besonderheiten gehören ein Rosarium mit Rosendom auf der Kuppe des Hügels sowie die Mausoleen des Fürstenhauses und die Gräber der Familie des letzten Großherzogs Ernst Ludwig. Am Rande des Parks befinden sich auch die Gebäude der Neuen Künstlerkolonie Rosenhöhe.

Die Rosenhöhe bildet im Zusammenspiel mit der Mathildenhöhe, den Jugendstilhäusern und dem Hochzeitsturm ein einzigartiges Ensemble. Der Park dient heute als Naherholungsgebiet und ist auch ein beliebtes Ziel für Rosenfreunde. Neben der Vielzahl von Rosen findet man hier auch weitläufige Wiesen, Obstwiesen, Mammutbäume und andere seltene Baumarten.

Geschichte des Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1810 ließ Wilhelmine von Baden, die Gemahlin des späteren Großherzogs Ludwig II. (ab 1830), den Park Rosenhöhe als Landschaftsgarten mit teilweise exotischem Baumbewuchs auf dem Gelände eines ehemaligen Weinberges anlegen. Pavillons und Gartenhäuser sowie das heute originalgetreu wiedererrichtete Teehäuschen möblierten den Park zusammen mit einem recht bescheidenen Wohnhaus, das die Großherzogin oft bewohnte.

Grablege des großherzoglichen Hauses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1826 wurde mit dem so genannten Alten Mausoleum dem Park ein „ernstes Element“ hinzugefügt. 1910 entstand daneben das Neue Mausoleum. Architekt war Karl Hofmann. Das Gebäude ist dem Mausoleum der römischen Kaiserin Galla Placidia in Ravenna nachempfunden.[1]

Rosarium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das jetzige Herzstück des Parks – das Rosarium – wurde vom letzten Großherzog Ernst Ludwig etwa um 1900 angelegt.

Palais Rosenhöhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Palais Rosenhöhe
Hauptartikel: Palais Rosenhöhe

1894 entstand im südlichen Parkteil nach den Plänen von Gustav Jacobi ein im Stil des Historismus erbautes Palais, das sich der Bruder des Großherzogs Ludwig IV., Prinz Wilhelm, als Wohnsitz errichten ließ. Nach dessen Tod im Jahr 1900 erbte Großherzog Ernst Ludwig das Anwesen, später bezog es die preußische Gesandtschaft im Großherzogtum Hessen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es in Wohnungen umgewandelt; 1944 brannte es bei einem Luftangriff völlig aus und wurde anschließend vollständig abgetragen. Heute erinnern noch eine Hecke in den Umrissen des Palais, ein Portal mit Wappen und ein Brunnen an dieses Bauwerk.[2]

Der Park Rosenhöhe ging 1979 in den Besitz der Stadt Darmstadt über. Das nach zwei Weltkriegen vernachlässigte Rosarium in Terrassenform und ein kleiner Heckengarten zur Beobachtung der Sonnenuntergänge wurden wiederhergestellt.

Begräbnisstätte der großherzoglichen Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab von Prinzessin Elisabeth von Hessen und bei Rhein (1895–1903)

Ein Teil des Parks dient als Begräbnisstätte der großherzoglichen Familie. Hier befindet sich das von Georg Moller entworfene klassizistische Alte Mausoleum, welches als Grabstätte für Prinzessin Elisabeth (1821–1826) dient. Unweit davon steht das vom Architekten Karl Hofmann für die Eltern von Großherzog Ernst Ludwig geplante Neue Mausoleum. Dieses ist dem Mausoleum der Galla Placidia in Ravenna nachempfunden. Als Einzelgräber pflegt die Stadt Darmstadt nach der Übernahme des Parks die Gräber der im 20. Jahrhundert verstorbenen Mitglieder der großherzoglichen Familie.

Löwentor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang Löwentor

Das Löwentor bildet den Eingang zur Rosenhöhe. Großherzog Ernst Ludwig ließ es zum 25. Jubiläum der Künstlerkolonie 1927 errichten. Es besteht aus sechs von Albin Müller entworfenen Klinkerpfeilern, auf denen sechs bereits 1914 von Bernhard Hoetger geschaffene Löwenplastiken postiert wurden. Die Tore zwischen den Pfeilern sind mit Relieftafeln geschmückt, die der Darmstädter Künstler Hermann Tomada 1967 als Replikate von Hoetgers Originalen angefertigt hat.

Das Löwentor geht auf das Hauptportal der 4. Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie 1914 auf der Mathildenhöhe zurück, bei dem die Löwenskulpturen aus Gussbeton auf sechs aus Kunststein gefertigten Doppelsäulen mit ionischen Kapitellen standen. Nach Ausstellungsende wurde das Hauptportal demontiert und eingelagert. Die ebenfalls von Albin Müller entworfenen Säulen-Paare wurden 1939 im Eingangsbereich des Hochschulstadions neu aufgestellt.

Rosarium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiterer Bestandteil ist das auf dem höchsten Punkt der Rosenhöhe zu findende, terrassenförmig angelegte Rosarium mit dem Rosendom. Im Rosarium und dem umgebenden Park blühen von Juni bis November über 200 verschiedene Rosensorten. Das Sortiment umfasst fast alle einheimischen Sorten, sowie einige Wildrosen aus dem europäischen Raum.

Spanischer Turm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spanische Turm ist ein turmartiges Gebäude am Nordostrand des Parks. Bis heute konnte nicht geklärt werden, welchen Sinn und Zweck der alte Turm hatte. Auch das Erbauungsjahr, Auftraggeber und Architekt sind unbekannt. Woher der Turm seinen Namen hat, ist ebenfalls ungeklärt.

Die beiden kleinen Nebentrakte wurden im Jahr 1891 angebaut.

In den 1930er und 1940er Jahren wohnte in dem Anwesen ein Baumwärter. Heute steht das Anwesen leer.[3]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Vor allen andren lächelt mir dieser Erdenwinkel.“ – Großherzogin Wilhelmine[4]
  • „Um dem schönen Namen Rosenhöhe in vollem Maße gerecht zu werden, entschloß ich mich, einen Rosengarten zu schaffen, wie man ihn in Deutschland noch nicht kannte. Als Vorbild schwebte mir eine Anlage vor, die den Charakter der bezaubernden Rosengärten Italiens mit ihrer Blütenfülle und mit ihren Architektureinstreuungen mit dem Charakter der künstlerisch und blumenzüchterisch hochstehenden Rosengärten Englands verbinden sollte.“ – Großherzog Ernst Ludwig[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Kulturdenkmäler in Darmstadt/Darmstadt Ost#Rosenhöhe

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rosenhöhe Darmstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fürstliche Grabanlagen als Publikumsrenner in: FAZ vom 6. Oktober 2011, Seite 51
  2. http://www.darmstadt.de/darmstadt-erleben/sehenswuerdigkeiten/parks-und-gaerten/park-rosenhoehe/index.htm
  3. Stadtlexikon Darmstadt, Konrad Theiss Verlag GmbH, Stuttgart, 2006, S. 832f.
  4. Park Rosenhöhe. Stadt Darmstadt. Abgerufen am 10. September 2011.
  5. http://homepage.mac.com/gmeinerjj/HomeFoer/PRDE06Seite.html

Koordinaten: 49° 52′ 33″ N, 8° 40′ 46″ O