Kopieren (Kunst)

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Unter Kopieren versteht man in der Kunst verschiedene Ausdrucksformen, Methoden und Leistungen, mit denen ein kreativer Akt wiederholt oder nachgeahmt wird.

Begriffsklärungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur genaueren Unterscheidung bezeichnet man:

  • Replikat oder Replika allgemein als Wiederholung
  • Reprise als Wiederholung durch die Hand des Künstlers
  • Kopie oder Nachbildung als Wiederholung eines Werks durch fremde Hand
  • Fälschung als ein Replikat, ohne es als solches auszugeben und in betrügerischer Absicht
  • Pastiche als ein Gemälde oder ein anderes Werk der Bildenden Kunst, das den Stil eines bekannten Meisters nachahmt
  • Reproduktion als Wiederholung in originaler Technik, wenn die künstlerische Technik das vorsieht (Drucktechniken) oder übertragener Technik durch andere (Kunstdruck, musikalische Aufnahmen etc.)

In der Bildenden Kunst entstehen einmalige Kopien auch durch Wiederholung eines eigenen Werkes in einer anderen Technik durch eigene Hand, wenn z. B.

  • ein Bildhauer eine gegossene Gipsplastik später in Stein eins zu eins nachmeißelt oder
  • ein Grafiker aus dem Dia-Positiv einer Federzeichnung am Lichttisch eine Offsetvorlage ausarbeitet oder
  • ein Maler mit Hilfe einer Dia-Projektion die Konturen der Vorlage als vergrößertes Gemälde nachzeichnet.

Für alle Bildenden Künstler (insbesondere auf dem allen gemeinsamen Gebiet der Zeichnung) sind Studienkopien nach berühmten Vorbildern bis heute ein wichtiger Bestandteil während der künstlerischen Ausbildung. So wurden zur Anschauung für die Bildhauerei seit der Renaissance antike Skulpturensammlungen angelegt, während für Studenten der Malerei in manchen Museen auf Anfrage Ausnahmegenehmigungen zum Kopieren von Kunstwerken unmittelbar vor den Originalen erteilt werden.

Insbesondere ihre berühmten Hauptwerke wiederholten Künstler zumeist auf Wunsch von Auftraggebern. Eugen Bracht malte Hannibals Grab 18 Mal, Andy Warhol machte die Wiederholung gar zum System.

Rechtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn Nachbildungen öffentlich ausgestellt oder in den Verkehr gebracht werden, sind Urheberrechte zu beachten. Wenn dabei behauptet wird, dies sei der Original-Gegenstand, wird das als Fälschung in betrügerischer Absicht angesehen.

Unzulässig kann es auch sein, Nachbildungen mittelbar von Nachbildungen und nicht unmittelbar von Originalen anzufertigen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michalis Pichler : Statements on Appropriation
  • Ludger Alscher u. a. (Hrsg.): Lexikon der Kunst. Architektur, bildende Kunst, angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie. Band 2: G – Lh. Nachdruck der 1968–1978 in der DDR erschienenen Ausgabe. Verlag Das Europäische Buch, Berlin 1981, ISBN 3-88436-108-2, S. 692 f.
  • Tatjana Bartsch, Marcus Becker, Horst Bredekamp, Charlotte Schreiter (Hrsg.): Das Originale der Kopie. Kopien als Produkte und Medien der Transformation von Antike. Verlag de Gruyter, Berlin 2010, ISBN 3-11022-544-1.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Weibel (Hrsg.): Kunst ohne Original. Multiple und Sampling als Medium: Techno-Transformationen der Kunst, Köln 1999
  2. Peter Weibel (Hrsg.): kunst ohne unikat / art without the unique. edition atelier 1985-1998, Köln 1998 (Kat. Neue Galerie, Landesmuseum Johanneum, Graz)