Pastor Bonus

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Pastor Bonus (PB; lat.: Der gute Hirte) ist die derzeit gültige Apostolische Konstitution über die Römische Kurie, sie wurde am 28. Juni 1988 durch Papst Johannes Paul II. erlassen. Hierbei handelt es sich um ein Gesetz mit Außenwirkung gem. cc. 7 ff., c. 12 § 1 CIC.

Im Wesentlichen wird eine Reorganisation, Umbenennung und Neuordnung der Römischen Kurie festgeschrieben. Einige Kongregationen erhalten neue Definitionen, andere werden umstrukturiert und Päpstliche Räte und Kommissionen erhalten neue Arbeitsanweisungen. Ebenfalls wird die Aufgabe der Bischöfe neu definiert, die Besuchsregelung für Bischöfe nach Rom wird geregelt und angeordnet, und das Verhältnis vom Papst zur römischen Kurie klargestellt.

Als Erneuerung erlaubte die Konstitution die Aufnahme von gewählten Mitgliedern eines Pfarrgemeinderates, von Diakonen und kirchlichen Laien und gab ihnen auch ein Mitbestimmungsrecht. Die Konstitution Pastor Bonus setzte somit die Öffnung einer zentralen Regierung der Kirche fort, die sich bereits mit dem Dekret Christus Dominus vom Zweiten Vatikanischen Konzil angekündigt hatte.

Quaerit semper[Bearbeiten]

Mit dem Apostolischen Schreiben, in Form eines Motu Proprio, veröffentlichte Papst Benedikt XVI. am 30. August 2011 einige Änderungen zur Apostolischen Konstitution Pastor Bonus. In der Begründung heißt es:

„… wurden einige Zuständigkeiten von der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung an ein beim Gericht der Römischen Rota eingerichtetes neues Amt für die Prozesse zur Gewährung von Dispens bei einer gültigen, aber nicht vollzogenen Ehe und für die Weihenichtigkeitssachen verlegt.“

Kurienreform[Bearbeiten]

Mit der Aufgabe, Änderungen der Konstitution vorzubereiten, hat Papst Franziskus im April 2013 eine Gruppe von acht Kardinälen eingesetzt. Mitglieder sind folgende Kardinäle: Kurienkardinal Giuseppe Bertello (Präsident des vatikanischen Governatorats), Francisco Javier Errázuriz Ossa (ehemaliger Erzbischof von Santiago de Chile), Oswald Gracias (Erzbischof von Bombay), Reinhard Marx (Erzbischof von München und Freising), Laurent Monsengwo Pasinya (Erzbischof von Kinshasa), Sean Patrick O’Malley (Erzbischof von Boston), George Pell (Erzbischof von Sydney) und Óscar Rodríguez Maradiaga (Erzbischof von Teguicigalpa). Als Sekretär der Gruppe wurde Marcello Semeraro (Bischof von Albano) bestimmt.[1] Mit einem päpstlichen Schreiben vom 29. September 2013 wurde das Gremium als Kardinalsrat zu einer dauerhaften Einrichtung erhoben, mit der Aufgabenstellung, „dem Heiligen Vater bei der Regierung der Weltkirche behilflich“ zu sein „und mit ihm ein Revisionsprojekt für die Apostolische Konstitution „Pastor Bonus“ über die Römische Kurie“ auszuarbeiten. [2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kardinalsgruppe wird Papst für Kurienreform beraten. Radio Vatikan, 13. April 2013, abgerufen am 13. April 2013.
  2. Radio Vatikan: Papst gründet Kardinalsrat als feste Einrichtung, vom 30. September 2013.