Pastor Bonus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Pastor bonus („der gute Hirte“) ist eine apostolische Konstitution über die Römische Kurie, sie wurde am 28. Juni 1988 durch Papst Johannes Paul II. erlassen. Hierbei handelt es sich um ein Gesetz mit Außenwirkung gem. cc. 7 ff., c. 12 § 1 CIC.

Im Wesentlichen wird eine Reorganisation, Umbenennung und Neuordnung der Römischen Kurie festgeschrieben. Einige Kongregationen erhalten neue Definitionen, andere werden umstrukturiert und Päpstliche Räte und Kommissionen erhalten neue Arbeitsanweisungen. Ebenfalls wird die Aufgabe der Ortsbischöfe neu definiert, die Frage der Ad-limina-Besuche der Bischöfe in Rom wird geregelt, und das Verhältnis zwischen Papst und Römischer Kurie dargelegt.

Als Erneuerung bestimmte die Konstitution neben den Bischöfen die Aufnahme auch anderer Stände in die Römische Kurie, hauptsächlich Welt- und Ordenspriester, aber auch Ordensfrauen und Laien:

„Diese vereinten Kräfte sorgen dafür, daß alle Stände der Kirche dem Papst, eng verbunden mit seinem Dienst, dabei helfen, daß der pastorale Dienst der Römischen Kurie bei seiner Ausübung immer wirkungsvoller werde. Von daher leuchtet es auch ein, daß dieser Dienst aller Stände der Kirche in der weltlichen Gesellschaft nichts vergleichbares findet, und daß deren Arbeit im Geist des wirklichen Dienens geleistet werden muß, in der Nachfolge und Nachahmung der Diakonie Christi selbst.[1]

Die Konstitution Pastor bonus setzte somit eine Tendenz fort, die sich bereits mit dem Dekret Christus Dominus des Zweiten Vatikanischen Konzils angekündigt hatte.

Quaerit semper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Motu Proprio Quaerit semper änderte Papst Benedikt XVI. am 30. August 2011 die apostolische Konstitution Pastor bonus und verlegte einige Zuständigkeiten bei ehelichen Dispens- und Weihenichtigkeitsverfahren an ein beim Gericht der Römischen Rota eingerichtetes neues Amt.

Kurienreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Aufgabe, weitere Änderungen der Konstitution vorzubereiten, setzte Papst Franziskus im April 2013 eine Gruppe von acht Kardinälen ein.[2] Mit einem päpstlichen Schreiben vom 29. September 2013 wurde das Gremium als Kardinalsrat zu einer dauerhaften Einrichtung erhoben. [3] Erste Auswirkung der Arbeit des Kardinalsrats ist die Schaffung des Wirtschaftssekretariats, zudem ist die Errichtung zweier neuer Dikasterien geplant.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Quaerit semper Nr. 9
  2. Kardinalsgruppe wird Papst für Kurienreform beraten. Radio Vatikan, 13. April 2013, abgerufen am 13. April 2013.
  3. Radio Vatikan: Papst gründet Kardinalsrat als feste Einrichtung, vom 30. September 2013.