Pedro Iturralde

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Pedro Iturralde (2013)

Pedro Iturralde (* 3. Juli 1929 in Falces, Spanien) ist ein spanischer Saxophonist, Komponist und Musikpädagoge.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iturralde stammt aus einer musikalischen Familie und spielte schon als Kind Klarinette und Saxophon in der lokalen Banda Municipal de Falces. Später absolvierte er ein Musikstudium am Konservatorium von Madrid, das er mit einem Diplom als klassischer Saxofonist abschloss. Bereits 1949 komponierte er seine Komposition „La pequeña Czarda“ für Saxophon und Klavier.

In den frühen 1960er Jahren spielte Iturralde im Whisky Jazz Club in Madrid mit amerikanischen Gastsolisten wie Don Byas, Lee Konitz, Gerry Mulligan oder Donald Byrd. 1968 nahm er für das amerikanische Label Blue Note die LP Pedro Iturralde Quartet featuring Hampton Hawes auf.

Pionierarbeit leistete Iturralde mit eigenen Formationen, mit denen er bereits versuchte, Jazz und Flamenco zum Flamenco Jazz zu fusionieren und in denen auch der Gitarrist Paco de Lucía, der Bassist Erich Peter und der Schlagzeuger Peer Wyboris mitwirkte. Nach einem von der BBC übertragenen Mitschnitt eines Konzerts in London lud Joachim Ernst Berendt die Gruppe 1967 zu den Berliner Jazztagen ein und produzierte mit ihr die LP Jazz Flamenco in der Serie Jazz Meets the World für die Schwarzwälder Plattenfirma Saba (später MPS).[1] Als Folge dieser Veröffentlichung erhielt Iturralde vom Magazin Down Beat ein Stipendium, mit dem er am Berklee College of Music in Boston einen Arrangierkurs bei Herb Pomeroy belegen konnte.

Im Bereich der klassischen Musik beherrscht Iturralde praktisch das gesamte Repertoire der Werke, die für Orchester und Saxophon komponiert worden sind. Er trat mit vielen klassischen Orchestern auf und hat selber zahlreiche Werke, vorwiegend für Saxophonensembles, geschrieben.

Von 1978 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1994 unterrichtete er als Saxophonlehrer am Real Conservatorio Superior de Música de Madrid. Für sein Lebenswerk wurde ihm 2007 der Premio Principe Viana de la Cultura zugesprochen. Auch wurde er 2009 mit der Goldmedaille des Mérito de las Bellas Artes ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfram Knauer Jazz Meets Europe (Liner Notes zur gleichnamigen CD)
  • Jose Maria Garcia Martinez Del Fox-Trot al Jazz Flamenco. El jazz en Espana, 1916-1995. Madrid 1996
  • Gerhard Putschögl Flamenco Jazz Jazz Podium 7/2011:3-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrew Wright Hurley The Return of Jazz: Joachim-Ernst Berendt and West German Cultural Change New York: Berghahn 2009, S. 93f.