Pestenacker

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Pestenacker
Koordinaten: 48° 9′ 20″ N, 10° 56′ 37″ O
Höhe: 572 m ü. NHN
Einwohner: 235 (1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 86947
Vorwahl: 08195
Pestenacker von Südosten
Pestenacker von Südosten

Pestenacker ist ein Dorf im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech, das als Ortsteil zur fünf Kilometer südlich gelegenen Gemeinde Weil gehört.

Lage / Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrdorf liegt im Osten des Gemeindegebiets an einem Talhang.

Der Name Pestenacker lässt sich eventuell als das Dorf bei den schlechten oder sumpfigen Äckern deuten, auch im Keltischen bedeutet Pez Sumpf. Wahrscheinlicher erscheint eine Deutung als bester Acker, da die Hochflächen oberhalb des Talgrunds aus bestem Ackerboden (Löß und Lößlehm) bestehen.

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Pestenacker in die Gemeinde Weil eingegliedert.[2]

Prähistorische Siedlung Pestenacker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen von Pestenacker liegt die über einen Kilometer breite Talsenke des Verlorenen Bachs und des Loosbachs.

Dort wurden schon in den 1930er Jahren bei der Trockenlegung des Tales durch den Reichsarbeitsdienst steinzeitliche Siedlungsreste aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. entdeckt. Heute werden diese Reste von drei Feuchtbodensiedlungen der Altheimer Gruppe zugeordnet und gelten aufgrund der über Jahrtausende feuchten Sumpflage als die besterhaltenen in Bayern. Die Siedlung südlich des Dorfes wird seit den 1980er Jahren ausgegraben und erforscht, überregional bekannt wurden dort gefundene Reste von Textilien und ein gut erhaltener steinzeitlicher Hut.

Erforscht wurden bisher nur kleine Teile der Siedlung, die Grabungen werden mangels Förderung 2004 eingestellt.

Derzeit rekonstruiert der Förderverein Prähistorische Siedlung Pestenacker e.V. die Siedlung aus der Jungsteinzeit. Bisher entstanden ein Museumsgebäude und die Anfänge der Rekonstruktion einer Steinzeitsiedlung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 507.