Petrisberg

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Der als Mons Martis bezeichnete Petrisberg hinter der Stadt Trier auf einer Zeichnung Triers von Matthäus Merian (1646)

Der Petrisberg zu Trier (bis mindestens 1823 als Martinsberg bezeichnet) liegt östlich der Innenstadt und bietet aufgrund seiner Höhe von ca. 265 m ü. NHN einige vielbesuchte Aussichtspunkte auf die gut einhundert Meter tiefer liegende Stadt.

Seinen Namen trägt der Petrisberg nach dem Eigentümer eines Bauernhofes in der Verlängerung der modernen Sickingenstraße.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden wird er durch das Avelertal im Stadtteil Kürenz begrenzt und im Süden durch das Olewiger Tal. Im Osten grenzt der Stadtteil Tarforst an den Berg und im Westen der Stadtteil Mitte-Gartenfeld.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimadiagramm von Trier (Petrisberg)[2]

Auf dem Petrisberg befindet sich eine Messstation des Deutschen Wetterdienstes, welche umfangreiche Klimadaten liefert. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 60 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im November. Im November fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 1 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 30 v. Chr. errichteten die Römer ein nach wenigen Monaten wieder aufgegebenes Militärlager auf dem Petrisberg, bevor sie im Jahre 16 v. Chr. die Stadt Augusta Treverorum, (Stadt des Augustus im Land der Treverer), den Hauptort der Provinz Belgica, gründeten. Es galt bis zum Fund des römischen Garnisonslager bei Hermeskeil als ältestes Militärlager der Römer in Deutschland.[3]

Unter dem Namen Petrisberg wurde das Gelände im Mittelalter vor allem als Viehweide benutzt; aus dieser Zeit sind noch die Flurbezeichnungen Lämmerwiese und Geißberg erhalten. Außerdem wurden an den Kürenzer und Olewiger Hängen, im Aveler Tal, Brettenbach und der Retzgrube Wein angebaut. Am Kürzenzer Hang befindet sich ein Kreuzweg, der an der Kapelle endet. Der Bauernhof Kleeburger Hof (unterhalb der modernen Universität) besteht seit dem 15. Jahrhundert.[1]

1936 wurde auf dem Petrisberg ein Militärkomplex gebaut. In der 1938 fertiggestellten Kemmelkaserne entstand im Zweiten Weltkrieg das berüchtigte[1] Kriegsgefangenenlager Stammlager XII. Einer der bekanntesten Gefangenen des Lagers war der französische Schriftsteller Jean-Paul Sartre. Nach dem Sieg der Alliierten wurde das Gelände als Kaserne durch die Franzosen genutzt und um das Militärhospital „André Genet“ erweitert.

1950 wurde auf dem Petrisberg ein neuer Mittelwellensender des Sender Trier errichtet, der 1958 auf den Markusberg versetzt wurde. Heute befindet sich der 132 m hohe Fernmeldeturm Trier-Petrisberg der Telekom (ein Typenturm) auf dem Petrisberg.

Der Petrisberg lieferte auch den Namen für eine Biersorte der Löwenbrauerei Trier in den 1980er Jahren, nämlich das Petrisberger Pils. Mit der Schließung der Löwenbrauerei im Jahre 1989 ist auch das Petrisberger Pils verschwunden.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petrisberg Luftbild im Sommer 2013

Nach dem Abzug der französischen Armee wurde die Konversionsfläche im Jahr 2004 für die Landesgartenschau umgestaltet, und es entstand ein neuer Stadtteil als Mischgebiet zum Wohnen, Arbeiten und Leben. Eine Gesamtfläche von ca. 700.000 Quadratmetern teilt sich auf in Wohngebiete, einen Wissenschaftspark und Freizeitflächen. Dank der ehemaligen Landesgartenschau konnten viele Freizeitmöglichkeiten erhalten bleiben, wie zum Beispiel das Lotto Forum, eine kleine überdachte Freilichtbühne, in der in den Sommermonaten Aufführungen stattfinden, der Skatepark, die Beach-Volleyballplätze und der Wasserspielplatz.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der WIP Wissenschaftspark Trier vereint etwa 180 ansässige Unternehmen mit circa 1200 Mitarbeitern, überwiegend aus den Bereichen Gesundheitswirtschaft, Forschung und Wissenschaft, Dienstleistung sowie Medien und IT.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommergewitter über dem Petrisberg (Aufgenommen vom Dach des WIP-Center)
Kapelle „Zum Kreuzchen“

Oberhalb des Amphitheaters von Trier befindet sich heute der bedeutendste Aussichtspunkt, von dem man sich einen Überblick über die Stadt und nach Westen in das Moseltal verschaffen kann. Er wird von Besuchern der Stadt vor allem in den Sommermonaten aufgesucht, da er mit Auto oder Bus erreichbar ist. Auf dem Berg befindet sich das Kloster Sankt Klara und ein Altenheim für Nonnen.

Auf dem Petrisberg endet der Stationsweg „Kreuzchen“ an der Kapelle „Zum Kreuzchen“, die 1844 erbaut und 1847 eingeweiht wurde. Nahe der Kapelle befindet sich Franzensknüppchen, ein Hügelgrab aus der Römerzeit, von dem aus einer Sage nach Franz von Sickingen 1522 Trier beschossen haben soll, was aber auf Grund der damaligen Reichweiten der Waffen nicht möglich sein kann.

Am Petrisberg beginnt in der Sickingenstrasse oberhalb des Amphitheaters der Trierer Weinkulturpfad, der durch die Weinberge in den Stadtteil Olewig führt. Hier werden die Arbeiten des Winzers erklärt und Informationen über die Weinbautradition der Stadt Trier gegeben. Es finden täglich Führungen nach Anmeldung statt.

Der Stadtteil hat viel Freizeit-, Besichtigungs- und Erholungsmöglichkeiten zu bieten wie die Partnergärten, das Wasserband, das Lotto Forum, der Turm Luxembourg und der Wasserturm. Auch architektonische Sehenswürdigkeiten wie das WIP-Center oder die alte Panzerreparaturwerkstatt bietet das Mischgebiet. Vom Hotel Petrisberg, in dem schon Willy Brandt und Helmut Schmidt abstiegen, gibt es eine einmalige Aussicht über Trier.

Sehenswert ist auch das sogenannte Wasserband im Baugebiet Petrisberg. Es hat die Aufgabe, mit den dazugehörenden Retentionsflächen für den Rückhalt und die Versickerung des Regenwassers zu sorgen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c „Reiner Nolden, Stadtarchiv Trier, auf der Homepage der Landesgartenschau Trier 2004“ laut Eintrag zu Petrisberg – Geschichte in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier, abgerufen am 27. Februar 2016.
  2. Geoklima 2.1
  3. Ältestes römisches Militärlager entdeckt. In: Schwäbische Zeitung vom 10. September 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 49° 45′ N, 6° 40′ O