Pfalzwerke

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Pfalzwerke Aktiengesellschaft
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1912
Sitz Ludwigshafen am Rhein, Deutschland

Leitung

  • Werner Hitschler
  • René Chassein
Mitarbeiter 240[1]
Umsatz 1113,4 Mio. Euro[1]
Branche Energieversorgung
Website www.pfalzwerke.de
Stand: 2012 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2012

Die Pfalzwerke Aktiengesellschaft ist ein deutsches Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Firmenzentrale in Ludwigshafen

Die Pfalzwerke Aktiengesellschaft ist ein regionaler Energieversorger und ein Dienstleistungsunternehmen in der Pfalz und im Saarpfalz-Kreis. Stromvertrieb und -verteilung stellen das Kerngeschäft des Unternehmens dar. Seit Juli 2007 bieten die Pfalzwerke unter dem Markennamen 123energie auch bundesweit Strom und Gas an. Die Pfalzwerke und ihre Tochter- und Partnerunternehmen in der Region bieten Lösungen rund um Strom, Wärme und Erdgas. Das Leistungsspektrum umfasst weiterhin Angebote für die Telekommunikation, kaufmännische Services und Gebäudemanagement. Zudem setzt das Unternehmen verstärkt auf ressourcenschonende Energiequellen wie Photovoltaikanlagen, Biomasse, Geothermie und Windkraft und arbeitet an Contracting-Projekten, um moderne Energiequellen wie Holzheizkraftwerke zu fördern. Über energiesparende, umweltschonende Heiztechnologien wie zum Beispiel die Wärmepumpenheizung geben darüber hinaus die Energiezentren der Pfalzwerke Aktiengesellschaft Auskunft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Dezember 1912 gründeten der Kreis Pfalz, die Städte Ludwigshafen, Homburg und Frankenthal sowie die Rheinische Schuckert-Gesellschaft die Pfalzwerke Aktiengesellschaft. Prominenter Mitinitiator war der Technikpionier und Gründer des Deutschen Museums in München, Oskar von Miller. Zum Hauptsitz des neuen Unternehmens mit einem Aktienkapital von damals circa 7,25 Millionen Mark machten die Gründer Ludwigshafen am Rhein. Die Aktionäre brachten ihre Kraftwerke in Ludwigshafen (3.500 Kilowatt), Edenkoben (1.200 Kilowatt) und Homburg (370 Kilowatt) in die Gesellschaft ein.

Bereits am 30. Juni 1913 waren 36 Gemeinden mit 210.000 Einwohnern an das Netz der Pfalzwerke angeschlossen. 1927, zwanzig Jahre früher als erwartet, erreichte die Stromabgabe 100 Millionen Kilowattstunden und verdoppelte sich bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Erhebliche Kriegsschäden an den Anlagen machten danach einen Neubeginn erforderlich. Um die Transport- und Umspannaktivitäten zu verbessern, startete das Unternehmen ein umfangreiches Wiederaufbau- und Optimierungsprogramm. Dies hatte zur Folge, dass der Stromverbrauch in der Region bereits 1951 wieder auf 230 Millionen Kilowattstunden kletterte. Im Jahr 1960 überschritten die Pfalzwerke erstmals die Milliarden-Grenze bei der Stromabgabe, Ende der Sechziger Jahre belief sich der Verbrauch auf annähernd drei Milliarden Kilowattstunden. Heute bewegt sich dieser Wert bei sieben Milliarden Kilowattstunden für 1,6 Millionen Menschen in dem 6.000 Quadratkilometer umfassenden Gebiet der Pfalz und des Saarpfalz-Kreises.

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand setzt sich aus zwei hauptamtlichen Mitgliedern zusammen: Werner Hitschler (seit 2004) und René Chassein (seit 2011).

Aktionäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fast drei Viertel des Aktienkapitals der Pfalzwerke befindet sich in der Hand von Kommunen im Versorgungsgebiet. Der Bezirksverband Pfalz, eine kommunale Gebietskörperschaft, ist größter Anteilseigner.

  • Bezirksverband Pfalz: 52,1 %
  • Innogy: 26,7 %
  • Stadt Ludwigshafen am Rhein: 10,3 %
  • Kommunaler Streubesitz: 9,5 % (u. a. Stadtwerke Homburg 0,1 %)
  • Belegschaftsaktien: 1,4 %

Pfalzwerke-Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Unternehmen gehören zur Pfalzwerke-Gruppe:[2]

  • FFR Fernwärmeversorgung Flugplatz Ramstein GmbH: Die Gesellschaft stellt die Wärmeversorgung der Ramstein Air Base bereit und bietet darüber hinaus Dienstleistungen rund um den Installations- und Heizungsbau.
  • Pfalzgas GmbH: Das Unternehmen versorgt als Erdgasanbieter in Rheinland-Pfalz rund 187 Gemeinden und mehr als 59.000 Kunden mit Wärme aus Erdgas.
  • Pfalzkom│Manet Gesellschaft für Telekommunikation mbH: Mit dieser Tochtergesellschaft treibt die Pfalzwerke AG die regionale telekommunikative Erschließung voran. Neben Datenleitungen und Internet bietet das Unternehmen auch Sprachdienste an. Zum 1. Oktober 2006 übernahm die ehemalige Pfalzkom die in Mannheim ansässige Manet GmbH, eine ehemalige Telekommunikationstochter der MVV Energie AG.
  • Kerngeschäft der Pfalzsolar GmbH ist die Planung, der Bau, die Finanzierung und der Betrieb von Fotovoltaikanlagen.
  • Pfalzwerke Geofuture GmbH: Dieses 2008 gegründete Tochterunternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, umweltfreundliche, CO2-freie, heimische Energie zur Strom- und Wärmeerzeugung in Deutschland nutzbar zu machen. Das erste Geothermiekraftwerk der Geofuture GmbH ging Ende 2012 in Betrieb.
  • Pfalzwerke Netz AG: Wegen der Entflechtungsvorgaben im Energiewirtschaftsgesetz hat die Pfalzwerke Aktiengesellschaft ihren Verteilnetzbetrieb mit Wirkung ab 1. Juli 2007 auf eine eigenständige Gesellschaft übertragen. Dieser eingeschlagene Weg wurde fortgeführt und im Jahr 2012 wurde die Pfalzwerke Netzgesellschaft mbH in die Pfalzwerke Netz AG umfirmiert. Die Pfalzwerke Netz AG verantwortet das Management des regionalen Strom-Verteilnetzes in der Pfalz und dem Saarpfalz-Kreis.
  • Pfalzwerke Infrastrukturgesellschaft mbH: Gegenstand der Infrastrukturgesellschaft ist die Planung und Durchführung privatrechtlicher Erschließungsmaßnahmen für Baugebiete.
  • Pfalzwind GmbH: Ihr Ziel ist es, vorrangig in Rheinland-Pfalz, Windenergieanlagen zu planen, zu bauen und zu finanzieren.
  • Prego Services GmbH: Sie bietet Dienstleistungen in den Bereichen Rechnungswesen, Finanzbuchhaltung, Controlling, Personalwesen, Beschaffung, Kundeninformations- und Abrechnungssysteme sowie im IT-Spektrum für die Energiewirtschaft, Kommunen und die Industrie.
  • Repa GmbH Elektrotechnik: Die Gesellschaft ist zuständig für Ortsnetzbau, Elektroinstallation, Netzwerk/Datentechnik, Telekommunikation, Beleuchtungsanlagen, Fotovoltaik und Steigschutzeinrichtungen.
  • Voltaris GmbH: Die technische Dienstleistungsgesellschaft Voltaris unterstützt Energie-, Gas- und Wasserversorger sowie große Industrieunternehmen mit Angeboten und Services im Zähler- und Messwesen sowie im Energiedatenmanagement.

Daneben betreibt die Pfalzwerke AG in einer Vielzahl von Projektgesellschaften zusammen mit meist kommunalen Partnern Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien.

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfalzwerke öko: Die Strom- und Wärmeprodukte der Pfalzwerke werden unter der Marke Pfalzwerke öko vertrieben.
  • Herzblut-Strom: Speziell für die Fans des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern bieten die Pfalzwerke mit dem Herzblut-Strom einen eigenen Stromtarif an.
  • 123energie: Unter dem Namen 123energie vertreiben die Pfalzwerke bundesweit Strom und Gas (123strom und 123gas).[3] 123energie wird als reine Online-Marke beworben und stützt sich bei der Kommunikation neben einer Website vor allem auf Social Media-Aktivitäten und das 123energie-Blog[4].

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit ca. 430.000 Privat- und 20.000 Gewerbekunden, über 1.700 Geschäfts- und Industriekunden sowie Stromlieferungen an 60 Stadt- und Gemeindewerke ist die Pfalzwerke Aktiengesellschaft nach eigenen Angaben eines der wichtigsten Energieversorgungsunternehmen in Deutschland und Marktführer in der Pfalz sowie im Saarpfalz-Kreis.

Die Stammbelegschaft auf Konzernebene betrug zum 31. Dezember 2012 964 Mitarbeiter (2011: 936).[5] Insgesamt wurden 2012 innerhalb des Konzerns 83 Jugendliche ausgebildet (2011: 79).

Der Pfalzwerke-Konzern erreichte 2012 Umsatzerlöse (ohne Strom- und Erdgassteuer) in Höhe von 1445,9 Millionen Euro (2011: 1369,7 Mio. Euro) und ein Betriebsergebnis von 62,6 Millionen Euro (2011: 43,6 Mio. Euro). Der Konzernbilanzgewinn betrug 25,5 Millionen Euro (2011: 29,7 Mio. Euro).[5]

Stromkennzeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach § 42 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vom 7. Mai 2005 sind alle Energieversorgungsunternehmen in Deutschland seit 15. Dezember 2005 verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms zu veröffentlichen. Für die Pfalzwerke Aktiengesellschaft ergeben sich für das Jahr 2012 folgende Werte:[6]

Stromquelle Pfalzwerke Deutschland
Kernkraft 16 % 17 %
Fossile und sonstige Energieträger
(z. B. Steinkohle, Braunkohle, Erdgas)
57 % 59 %
Erneuerbare Energien (z. B. Wasserkraft
Windkraft, Sonnenenergie)
27 % 24 %
Damit verbundene Umweltauswirkungen
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,0004 0,0005
CO2-Emissionen (g/kWh) 546 522

Der Energieträgermix für die übrige Lieferung entspricht dem oben genannten Gesamtenergieträgermix der Pfalzwerke Aktiengesellschaft.

Regenerative Energiekonzepte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geothermiekraftwerk Insheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit November 2012 betreibt die Pfalzwerke Geofuture GmbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Pfalzwerke Aktiengesellschaft, das Geothermiekraftwerk Insheim. Mit einer elektrischen Leistung von 4,8 MW und einer thermischen Leistung von 6–10 MWth (Megawatt thermal) kann die Anlage rund 8000 Haushalte mit Strom bzw. 600–800 Haushalte mit Wärme versorgen.

Solarstrom von der Autobahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Schallschutzwand an der Autobahn A6 ist mit einer der ersten Photovoltaik-Anlagen ihrer Art in Deutschland ausgestattet. Dort erzeugt die Pfalzwerke Aktiengesellschaft die notwendige Energie, um rechnerisch 20 Haushalte zu versorgen.

Biomasse-Nahwärmeversorgung Wörth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kernstücke der ökologischen Nahwärmeversorgung sind die beiden Biomasse-Heizwerke in Wörth, die nachwachsende Rohstoffe aus der Region zur nachhaltigen Energiegewinnung nutzen. Das 2003 eröffnete Wörth I und das 2014 in Betrieb genommene Wörth II haben eine thermische Gesamtleistung von 6900 kWth (Kilowatt thermal). Integrierte Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung versorgen das komplette Nahwärmesystem mit Strom. Zahlreiche Gebäudekomplexe und Wohnhäuser Wörths sind bereits an die Nahwärmeversorgung angeschlossen – unter anderem der Badepark, die Förder- sowie Berufsschule, das Hallenbad und zwei Mehrfamilienhäuser. Mit den beiden Anlagen hat das Unternehmen inzwischen ein Rohrleitungsnetz von insgesamt 5,9 Kilometern Länge geschaffen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jahresabschluss Pfalzwerke Aktiengesellschaft 2012 (PDF; 196 KB). Pfalzwerke Aktiengesellschaft, abgerufen am 27. Februar 2014.
  2. Pfalzwerke-Gruppe. Pfalzwerke-Website, abgerufen am 27. Februar 2014.
  3. Unternehmensprofil. Pfalzwerke-Website, abgerufen am 27. Februar 2014.
  4. http://blog.123energie.de
  5. a b Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 (PDF; 276 KB). Pfalzwerke Aktiengesellschaft, abgerufen am 27. Februar 2014.
  6. Stromherkunft 2012. Abgerufen am 5. November 2013 (PDF; 111 kB).