Pfalzwerke

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Pfalzwerke Aktiengesellschaft

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1912
Sitz Ludwigshafen am Rhein DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
  • Werner Hitschler (Vorstand)
  • René Chassein (Vorstand)
Mitarbeiterzahl 1.199 (Konzern 2018)[1]
Umsatz 1,32 Mrd. Euro (Konzern 2018)[1]
Branche Energieversorgung
Website www.pfalzwerke.de
Stand: 31. Dezember 2018

Die Pfalzwerke Aktiengesellschaft (Eigenschreibweise PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT) ist ein deutsches Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein. Zum Konzern, dessen Anteile sich mehrheitlich in kommunaler Hand befinden, gehören diverse operative Tochtergesellschaften.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konzernzentrale in Ludwigshafen

Die Pfalzwerke Aktiengesellschaft ist ein deutschlandweit und international tätiger Energieversorger und ein Dienstleistungsunternehmen in der Pfalz und im Saarpfalz-Kreis. Stromvertrieb und -verteilung stellen das Kerngeschäft des Unternehmens dar. Seit Juli 2007 bieten die Pfalzwerke unter dem Markennamen 123energie auch bundesweit Strom und Gas an. Die Pfalzwerke und ihre Tochter- und Partnerunternehmen in der Region bieten Lösungen rund um Strom, Wärme und Erdgas. Das Leistungsspektrum umfasst weiterhin Angebote für IT-Infrastruktur, Telekommunikation, kaufmännische Services und Gebäudemanagement. Zudem setzt das Unternehmen verstärkt auf ressourcenschonende Energiequellen wie Photovoltaikanlagen, Biomasse, Geothermie und Windkraft und arbeitet an Contracting-Projekten, um moderne Energiequellen wie Holzheizkraftwerke zu fördern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Dezember 1912 gründeten der Kreis Pfalz, die Städte Ludwigshafen, Homburg und Frankenthal sowie die Rheinische Schuckert-Gesellschaft die Pfalzwerke Aktiengesellschaft. Prominenter Mitinitiator war der Technikpionier und Gründer des Deutschen Museums in München, Oskar von Miller. Zum Hauptsitz des neuen Unternehmens mit einem Aktienkapital von damals circa 7,25 Millionen Mark machten die Gründer Ludwigshafen am Rhein. Die Aktionäre brachten ihre Kraftwerke in Ludwigshafen (3.500 Kilowatt), Edenkoben (1.200 Kilowatt) und Homburg (370 Kilowatt) in die Gesellschaft ein.

Bereits am 30. Juni 1913 waren 36 Gemeinden mit 210.000 Einwohnern an das Netz der Pfalzwerke angeschlossen. 1927, zwanzig Jahre früher als erwartet, erreichte die Stromabgabe 100 Millionen Kilowattstunden und verdoppelte sich bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Erhebliche Kriegsschäden an den Anlagen machten danach einen Neubeginn erforderlich. Um die Transport- und Umspannaktivitäten zu verbessern, startete das Unternehmen ein umfangreiches Wiederaufbau- und Optimierungsprogramm. Dies hatte zur Folge, dass der Stromverbrauch in der Region bereits 1951 wieder auf 230 Millionen Kilowattstunden kletterte. Im Jahr 1960 überschritten die Pfalzwerke erstmals die Milliarden-Grenze bei der Stromabgabe, Ende der sechziger Jahre belief sich der Verbrauch auf annähernd drei Milliarden Kilowattstunden. Heute bewegt sich dieser Wert bei sieben Milliarden Kilowattstunden für 1,6 Millionen Menschen in dem 6.000 Quadratkilometer umfassenden Gebiet der Pfalz und des Saarpfalz-Kreises.

Pfalzwerke-Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktionäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fast drei Viertel des Aktienkapitals der Pfalzwerke befindet sich in der Hand von Kommunen im Versorgungsgebiet. Der Bezirksverband Pfalz, eine kommunale Gebietskörperschaft, ist größter Anteilseigner.

  • Bezirksverband Pfalz: 52,1 %
  • innogy SE: 26,7 %
  • Stadt Ludwigshafen am Rhein: 10,3 %
  • Kommunaler Streubesitz: 9,5 % (u. a. Stadtwerke Homburg 0,1 %)
  • Belegschaftsaktien: 1,4 %

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand setzt sich aus zwei hauptamtlichen Mitgliedern zusammen: Werner Hitschler (seit 2004) und René Chassein (seit 2011).[2]

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Unternehmen gehören zur Pfalzwerke-Gruppe:[3]

  • FFR Fernwärmeversorgung Flugplatz Ramstein GmbH: Die Gesellschaft stellt die Wärmeversorgung der Ramstein Air Base bereit und bietet darüber hinaus Dienstleistungen rund um den Installations- und Heizungsbau.
  • Pfalzgas GmbH: Das Unternehmen versorgt als Erdgasanbieter in Rheinland-Pfalz rund 187 Gemeinden und mehr als 59.000 Kunden mit Wärme aus Erdgas.
  • PFALZKOM GmbH: Der ITK-Service Provider betreibt mehrere Rechenzentren, unterhält ein eigenes Glasfasernetz mit 1.400 Trassenkilometern und ist Infrastrukturpartner für Netzbetreiber und Carrier in der Metropolregion Rhein-Neckar und Rhein-Main, südlichen Teilen von Rheinland-Pfalz, der Technologieregion Karlsruhe sowie Teilen des Saarlandes. Zudem werden Cloud- und Managed Services angeboten. Zu den rund 800 Kunden gehören Geschäftskunden, Institutionen, Behörden und Carriern. Das Ludwigshafener Unternehmen entstand durch den Zusammenschluss der PfalzKom, Gesellschaft für Telekommunikation mbH, und der MAnet GmbH, einer ehemalige Tochter der MVV Energie AG. PFALZKOM beschäftigt aktuell rund 90 Mitarbeiter.
  • Kerngeschäft der Pfalzsolar GmbH ist die Planung, der Bau, die Finanzierung und der Betrieb von Fotovoltaikanlagen.
  • Pfalzwerke Geofuture GmbH: Dieses 2008 gegründete Tochterunternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, umweltfreundliche, CO2-freie, heimische Energie zur Strom- und Wärmeerzeugung in Deutschland nutzbar zu machen. Das erste Geothermiekraftwerk der Geofuture GmbH ging Ende 2012 in Betrieb.
  • Pfalzwerke Netz AG: Wegen der Entflechtungsvorgaben im Energiewirtschaftsgesetz hat die Pfalzwerke Aktiengesellschaft ihren Verteilnetzbetrieb mit Wirkung ab 1. Juli 2007 auf eine eigenständige Gesellschaft übertragen. Dieser eingeschlagene Weg wurde fortgeführt und im Jahr 2012 wurde die Pfalzwerke Netzgesellschaft mbH in die Pfalzwerke Netz AG umfirmiert. Die Pfalzwerke Netz AG verantwortet das Management des regionalen Strom-Verteilnetzes in der Pfalz und dem Saarpfalz-Kreis.
  • Pfalzwerke Infrastrukturgesellschaft mbH: Gegenstand der Infrastrukturgesellschaft ist die Planung und Durchführung privatrechtlicher Erschließungsmaßnahmen für Baugebiete.
  • Pfalzwind GmbH: Ihr Ziel ist es, vorrangig in Rheinland-Pfalz, Windenergieanlagen zu planen, zu bauen und zu finanzieren.
  • prego services GmbH: Sie bietet Dienstleistungen in den Bereichen Rechnungswesen, Finanzbuchhaltung, Controlling, Personalwesen, Beschaffung, Kundeninformations- und Abrechnungssysteme sowie im IT-Spektrum für die Energiewirtschaft, Kommunen und die Industrie.
  • Repa GmbH Elektrotechnik: Die Gesellschaft ist zuständig für Ortsnetzbau, Elektroinstallation, Netzwerk/Datentechnik, Telekommunikation, Beleuchtungsanlagen, Fotovoltaik und Steigschutzeinrichtungen.
  • Voltaris GmbH: Die technische Dienstleistungsgesellschaft Voltaris unterstützt Energie-, Gas- und Wasserversorger sowie große Industrieunternehmen mit Angeboten und Services im Zähler- und Messwesen sowie im Energiedatenmanagement.

Daneben betreibt die Pfalzwerke AG in einer Vielzahl von Projektgesellschaften zusammen mit meist kommunalen Partnern Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien.

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfalzwerke öko: Die Strom- und Wärmeprodukte der Pfalzwerke werden unter der Marke Pfalzwerke öko vertrieben.
  • 123energie: Unter dem Namen 123energie vertreiben die Pfalzwerke bundesweit Strom und Gas (123strom und 123gas).[4] 123energie wird als reine Online-Marke beworben und stützt sich bei der Kommunikation neben einer Website vor allem auf Social Media-Aktivitäten und das 123energie-Blog.[5]

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit über 400.000 Privat- und 20.000 Gewerbekunden, rund 1.500 Geschäfts- und Industriekunden sowie Stromlieferungen an über 60 Stadt- und Gemeindewerke im Jahr 2012 ist die Pfalzwerke Aktiengesellschaft nach eigenen Angaben eines der wichtigsten Energieversorgungsunternehmen in Deutschland und Marktführer in der Pfalz sowie im Saarpfalz-Kreis.[2]

Im Geschäftsjahr 2018 beschäftigte der Konzern 1.199 Mitarbeiter und bildete 102 Auszubildende aus. Es wurden Umsatzerlöse (ohne Strom- und Erdgassteuer) in Höhe von 1,321 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis von 70,7 Millionen Euro erwirtschaftet.[1]

Stromkennzeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach § 42 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vom 7. Mai 2005 sind alle Energieversorgungsunternehmen in Deutschland seit 15. Dezember 2005 verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms zu veröffentlichen. Für die Pfalzwerke Aktiengesellschaft ergeben sich für das Jahr 2019 folgende Werte:[6]

Stromquelle Pfalzwerke Deutschland
Kernkraft 12 % 13 %
Fossile und sonstige Energieträger
(z. B. Steinkohle, Braunkohle, Erdgas)
46 % 49 %
Erneuerbare Energien (z. B. Wasserkraft
Windkraft, Sonnenenergie)
42 % 38 %
Damit verbundene Umweltauswirkungen
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,0003 0,0003
CO2-Emissionen (g/kWh) 383 421

Der Energieträgermix für die übrige Lieferung entspricht dem oben genannten Gesamtenergieträgermix der Pfalzwerke Aktiengesellschaft.

Regenerative Energiekonzepte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geothermiekraftwerk Insheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit November 2012 betreibt die Pfalzwerke Geofuture GmbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Pfalzwerke Aktiengesellschaft, das Geothermiekraftwerk Insheim, welches in seinem Betrieb immer wieder Erdbeben verursacht.[7][8] Mit einer elektrischen Leistung von 4,8 MW und einer thermischen Leistung von 6–10 MWth (Megawatt thermal) kann die Anlage rund 8000 Haushalte mit Strom bzw. 600–800 Haushalte mit Wärme versorgen.

Solarstrom von der Autobahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Schallschutzwand an der Autobahn A6 ist mit einer der ersten Photovoltaik-Anlagen ihrer Art in Deutschland ausgestattet. Dort erzeugt die Pfalzwerke Aktiengesellschaft die notwendige Energie, um rechnerisch 20 Haushalte zu versorgen.

Biomasse-Nahwärmeversorgung Wörth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kernstücke der ökologischen Nahwärmeversorgung sind die beiden Biomasse-Heizwerke in Wörth, die nachwachsende Rohstoffe aus der Region zur nachhaltigen Energiegewinnung nutzen. Das 2003 eröffnete Wörth I und das 2014 in Betrieb genommene Wörth II haben eine thermische Gesamtleistung von 6900 kWth (Kilowatt thermal). Integrierte Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung versorgen das komplette Nahwärmesystem mit Strom. Zahlreiche Gebäudekomplexe und Wohnhäuser Wörths sind bereits an die Nahwärmeversorgung angeschlossen – unter anderem der Badepark, die Förder- sowie Berufsschule, das Hallenbad und zwei Mehrfamilienhäuser. Mit den beiden Anlagen hat das Unternehmen inzwischen ein Rohrleitungsnetz von insgesamt 5,9 Kilometern Länge geschaffen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht 2018. (pdf) Pfalzwerke, 28. Februar 2019, abgerufen am 31. Januar 2020.
  2. a b Wer wir sind. Pfalzwerke, abgerufen am 31. Januar 2020.
  3. Pfalzwerke-Gruppe (Memento vom 4. März 2014 im Internet Archive)
  4. Unternehmensprofil. Pfalzwerke-Website, abgerufen am 27. Februar 2014.
  5. http://blog.123energie.de/
  6. Der Energieträger-Mix der Pfalzwerke. Pfalzwerke, abgerufen am 31. Januar 2020.
  7. Landeserdbebendienst Rheinland-Pfalz Erdbebenereignisse-Lokal. www.lgb-rlp.de, 29. Dezember 2017, abgerufen am 29. Dezember 2017.
  8. Neue Erdbeben in Insheim. erdbebennews.de, 1. Juni 2020, abgerufen am 1. Juni 2020.