Pfingstbaumpflanzen

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Pfingstschmuck über einer Ortseinfahrt

Das Pfingstbaumpflanzen ist eine Tradition, die vielerorts zu Pfingsten in Niedersachsen und auch anderswo in Mittel- und Nordeuropa praktiziert wird. Zumeist pflegen Gruppen oder Vereine dieses überlieferte Brauchtum.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Brauchtum rund um das Pfingstbaumpflanzen findet Ausdruck in vielerlei Variationen. Ein zentraler Punkt ist die Einbindung von Birkenbäumen und aus Laub geflochtenen Girlanden. Regional werden diese Girlanden oder auch Laubkronen (z. B. aus jungem Eichenlaub gebunden) mit farbenfrohen Bändern geschmückt.

Die eigentlichen Pfingstbäume sind frisch geschlagene junge Birken, die üblicherweise vor Haustüren befestigt werden. Dies geschieht regional unterschiedlich durch Eingraben des Stammes, Festbinden oder andere Befestigungsmethoden.[1] Werden Nägel zum Befestigen verwendet, wird es als "Maien-Anschlagen" bezeichnet. Die Balken von Fachwerkhäusern eignen sich besonders gut dafür.

Mit Krepppapier geschmückter Ast einer Birke

Der Pfingstbaum soll seit altersher auf die Germanen zurückgehen, die im Frühjahr junge Birken vor die Haustür gestellt haben, um damit böse Geister zu vertreiben. Diesen Brauch des Pfingstbaumpflanzens haben wohl junge unverheiratete Männer übernommen, um sich den ebenfalls noch unverheirateten Jungfrauen vorzustellen und so auf sich aufmerksam zu machen. Die jungen Männer gehen zumeist in der Pfingstnacht unter ritualisiertem Gesang, bisweilen auch mit Grölen von Haus zu Haus und platzieren vor den Türen von Familien mit ledigen Töchtern junge Birken. Manchmal werden die Birkenstämmchen von einem der verliebten Junggesellen auf recht wagemutige Art und Weise mittels einer Leiter neben dem Schlafzimmerfenster der Angebeteten angebracht oder eingestellt. Dabei sollen auch schon mal Küsse ausgetauscht worden sein. Die Zuneigung wird belohnt mit Geschenken von frischen Eiern und sonstigen Leckereien, die noch in der Pfingstnacht von den Junggesellen beim Eierbacken verzehrt werden.

Es soll vorkommen, dass in dieser Nacht Gegenstände, die nicht am richtigen Ort stehen, am nächsten Morgen umgruppiert oder andernorts wiederzufinden sind. Was dabei richtig oder falsch ist, bestimmen in dieser Nacht die Junggesellen.

Regionale Unterschiede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Teilen des Landkreises Harburg ist es üblich, die Birken besonders vor Häuser alteingesessener Bürger zu pflanzen.


Siehe auch: Pfingstbrauchtum

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pfingstnacht als Digitalisat in: Das festliche Jahr, in Sitten, Gebräuchen und Festen der Germanischen Völker, abgerufen am 3. März 2019.