Philipp Friedrich von Hetsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Selbstporträt in Öl, in den Jahren zwischen 1787 und 1790 entstanden, Staatsgalerie Stuttgart, Abbildung bei Werner Fleischhauer, 1929

Philipp Friedrich von Hetsch, Nobilitierung 1805, (* 10. September 1758 in Stuttgart, Herzogtum Württemberg; † 31. Dezember 1838 Stuttgart, Königreich Württemberg), war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Friedrich von Hetsch ist der Sohn des württembergischen Hofmusikers Christian Heinrich Hetsch. 1771 bemühte er sich 13 jährig, ohne Wissen seiner Eltern, erfolgreich um seine Aufnahme an der Hohen Karlsschule in Stuttgart und wurde dort als Schüler der Maler Nicolas Guibal und Adolf Friedrich Harper angenommen. Schwerpunkt seiner Ausbildung war die Landschaftsmalerei.

Schiller als Regimentsarzt auf einem Ölgemälde von Philipp Friedrich von Hetsch, entstanden in den Jahren 1781/1782

Durch seine Liebe zum Theater kam Hetsch in Stuttgart an der Hohen Karlsschule mit dem Bildhauer des Klassizismus Johann Heinrich Dannecker und Friedrich Schiller in engen Kontakt. Hetsch und Dannecker sind beide 1758 geboren, Schiller 1759. Hetsch gehörte zu Danneckers und Schillers Freundeskreis.

Mit der Befürwortung seiner Lehrer an der Hohen Karlsschule wurde Philipp Friedrich von Hetsch 22-jährig ein Studienaufenthalt in Paris ermöglicht, dort wurde er 1780 als Schüler von Joseph Marie Vien und Claude Joseph Vernet angenommen, nachdem er bereits im selben Jahr von Herzog Carl Eugen zum Hofmaler ernannt worden war. Philipp Friedrich von Hetsch bezeichnete seine eigene Malweise als wesentlich vom Werk des großen französischen Malers des Klassizismus in der Malerei, Jacques-Louis David, beeinflusst.

Nach einem zweijährigen Studienaufenthalt in Paris kehrte Hetsch 1782 nach Stuttgart zurück, wo er weiterhin als Hofmaler Beschäftigung fand. Mit der finanziellen Unterstützung des Württembergischen Hofes konnte er im Frühjahr 1785 für zwei Jahre einen Studienaufenthalt in Rom antreten, um sich dort mit der Technik und Malweise so begnadeter Maler wie Giotto, Fra Angelico, Filippo Lippi, Sandro Botticelli, Caravaggio und weiter, nicht angeführten Meistern, vertraut zu machen.

Im Jahre 1787 übernahm Hetsch an der Hohen Karlsschule, 1790 zum Professor ernannt, den Lehrauftrag Adolf Friedrich Harpers (der jedoch weiterhin noch die Direktion über die Malerei, insbesondere über die Landschaftsmalerei, beibehielt). Mit der Schließung der Hohen Karlsschule 1794 verlor er wie die anderen künstlerischen Lehrer sein Lehramt.[1] Nach dem Weggang Harpers, der bislang die Oberaufsicht über die herzogliche Gemäldegalerie führte, bekleidete Hetsch von 1798 bis 1816 das Amt des Galeriedirektors.

Philipp Friedrich von Hetsch wurde am 4. Februar 1808 mit dem Ritterkreuz des Württembergischen Zivil-Verdienstordens ausgezeichnet[2] und dem damit verbundenen persönlichen, nicht vererbbaren Adel.

Hetsch zählt durchaus noch zu den Künstlern des Klassizismus, obwohl er nie einen vollständig eigenen Stil fand und im Schatten gerade seiner französischen Lehrer wie Vien und Vernet blieb. Sein Werk umfasst Darstellungen aus der Mythologie ebenso wie aus der Geschichte, und in den späten Bildern geben christliche Themen einen Schwerpunkt.

Der Architekt Gustav Friedrich von Hetsch ist sein Sohn.

Gemälde Galerie Bildnis Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der über die Wegnahme der Briseis zürnende Achilles
  • Der blinde Oedipus mit seinen Töchtern vor Theseus
  • Amor und Psyche im Kahne
  • Der Abschied des Regulus von den Seinigen
  • Brutus von Porcia
  • Papirius und die gallischen Krieger
  • Marius auf den Trümmern Karthago’s
  • Cornelia, die Mutter der Gracchen
  • Daniel in der Löwengrube
  • Joseph im Gefängnis
  • Maria’s Unterredung mit Porcia, der Gemahlin des Pilatus
  • Odins Höllenfahrt
  • Ritter Albonack, dem König Alfred seine Töchter zeigend
  • König Friedrich und sein Gefolge vor dem Schlosse Monrepos

Zu Philipp Friedrich von Hetschs bedeutenden Familienbildnissen zählt sein Gemälde des Oberbaudirektors Reinhold Ferdinand Fischer mit seiner Gemahlin Juliane Fischer, einer geborenen Bilfinger, aus der württembergischen Bilfinger Familie stammend, und ihren drei gemeinsamen Töchtern Friedericke Luise, Heinricke Franziska, Franziska Juliane und ihrem kleinen Sohn Ferdinand. Das querformatige Gemälde zählt zu dem Bestand der Stuttgarter Staatsgalerie.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Philipp Friedrich von Hetsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Kermer: Daten und Bilder zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Stuttgart: Edition Cantz, 1988 (= Verbesserter Sonderdruck aus: Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Stuttgart: Edition Cantz, 1988), o. P. [3].
  2. Königlich Württembergisches Hof- und Staatshandbuch 1815, Seite 37


Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.

Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.