Philipp Kaiser

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Philipp Kaiser, 2013

Philipp Kaiser (* 1972 in Bern) ist ein Schweizer Ausstellungskurator und Kunstkritiker. Er war vom 1. November 2012 bis zum 28. Februar 2014 Direktor des Museums Ludwig als Nachfolger Kasper Königs.[1] Im März 2016 wurde Kaiser zum Kurator des Schweizer Pavillons bei der 57. Biennale 2017 in Venedig berufen.[2]

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Studium 1994 bis 2001 der Kunstgeschichte und Germanistik an der Universität Basel und der Universität Hamburg promovierte er 2009 in Kunstgeschichte in Basel bei Gottfried Boehm über das Künstlerduo Teresa Hubbard / Alexander Birchler. 2001 berief ihn Bernard Mendes Bürgi, damals neuer Direktor des Kunstmuseums Basel, als Kurator an die Dependance des Hauses, das Museum für Gegenwartskunst. Dort war Kaiser bis 2007 tätig. Ab März 2007 arbeitete er als leitender Kurator am Museum of Contemporary Art in Los Angeles (Moca). Hier erarbeitete er u. a. Ausstellungen zur kalifornischen Konzeptkunst und präsentierte erstmals eine museale Einzelausstellung von Sterling Ruby sowie eine Retrospektive Jack Goldsteins.[3]

Von 2004 bis 2011 lehrte er als Lehrbeauftragter an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe Kunsttheorie und Kunstgeschichte und im Art History Department als auch im MFA Program im Graduate Program der University of California Los Angeles (UCLA). Er war Mitglied der Jury, die über die Leitung der sechsten Berlin Biennale 2010 entschied. Kaiser arbeitete als Katalogautor und Kunstkritiker, seit 1998 mit zahlreichen Beiträgen und Rezensionen zur zeitgenössischen Kunst in Magazinen wie Artforum, Camera Austria, Eikon, KUNSTBULLETIN oder Parkett.

Kaiser kuratierte u. a. monografischen Werkschauen, etwa zu Johanna Billing, Louise Lawler, Christian Philipp Müller, Bruce Nauman, Daniel Richter, Simon Starling oder Amelie von Wulffen. 2006 kuratierte er die viel beachtete Gruppenausstellung „Flashback, eine Revision der Kunst der 80er Jahre“ und erkannte damit frühzeitig die Bedeutung der 80er. Kaiser gilt als reflektierter und präziser Ausstellungsmacher. Kaiser gehörte neben Gabriele Schor und Marc-Olivier Wahler von 2005 bis 2011 dem Verbund Advisory Board der Sammlung Verbund an, die 2004 von Verbund, Österreichs größtem Stromunternehmen, ins Leben gerufen wurde und sich der zeitgenössischen internationalen Kunst von 1970 bis heute widmet. Neben Malerei und konzeptueller Kunst zählen Fotografie und Video zu Kaisers Ausstellungsschwerpunkten und Interessensgebieten. Im Rheinland hatte Kaiser 2007 bei der Düsseldorfer Kunstmesse „Düsseldorf Contemporary“ (dc) hinter den Kulissen eine Rolle gespielt, als er in deren Auswahlkomitee mitwirkte; die ad hoc ins Leben gerufene Messe kam über eine einzige Ausgabe nicht hinaus. Kaiser saß in der Jury für die Leitung der sechsten Berlin Biennale 2010, die der früher auch in Köln tätigen Kuratorin Kathrin Rhomberg angetragen wurde. Kaiser möchte an seiner zukünftigen Wirkungsstätte, dem Museum Ludwig „die ganze Pop-Art mal aus dem Keller holen und neu einordnen. Ich möchte die Besonderheit des Museums nutzen, ohne mir von der Sammlung das Programm diktieren zu lassen.“[4]

2012 erhielt Kaiser in Köln einen Siebenjahresvertrag mit einer Option auf Verlängerung um weitere drei Jahre. Interesse hat Kaiser vor allem an den in Köln maßgeblich geprägten 90er Jahren, denen er sich in seinen Ausstellungsvorhaben zuwenden will. Im Februar 2014 legte er sein Amt aus familiären Gründen nieder.[5]

Kaiser verantwortet seit 2019 das Ausstellungsprogramm in den drei Standorten der Marian Goodman Gallery in New York, Paris und London.[6]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ich glaube nicht ans Meisterwerk“

„Da gibt es viele Künstler, die noch großartige Werke bei sich haben, auch wenn sie zurzeit vielleicht keinen großartigen Marktwert besitzen.“

[11]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Held together with water. Kunst aus der Sammlung Verbund, Hatje Cantz, Ostfildern (Ausstellungskatalog zur Ausstellung im Österreichischen Museum für angewandte Kunst/ Gegenwartskunst MAK Wien vom 9. Mai bis 16. September 2007), hrsg. Gabriele Schor, mit Texten von Yve-Alain Bois, Giovanni Carmine, Thierry de Duve, Briony Fer, Edith Futscher, Gilbert & George, Inka Graeve Ingelmann, Patricia Grzonka, Ursula Pia Jauch, Gabriele Jutz, Philipp Kaiser, Andrea Kroksnes, Peter Noever, Richard Nonas, Mysoon Rizk, Gabriele Schor, Ramin Schor, Walter Seidl, Abigail Solomon-Godeau, Beate Söntgen, Geraldine Spiekermann, Gregor Stemmrich, Philip Ursprung und Jeffrey Weiss.
  • Flashback. Eine Revision der Kunst der 80er Jahre, hrsg. Philipp Kaiser, Vorwort von Bernhard Mendes Bürgi, Einleitung von Philipp Kaiser, Roundtable-Diskussion mit John M Armleder, Benjamin H. D. Buchloh, Werner Büttner, Isabelle Graw, Philipp Kaiser, Kasper König, Jutta Koether, Thomas Ruff (Deutsch/Englisch), Verlag Hatje Cantz, Ostfildern 2005, ISBN 3-7757-1631-9 (zur Ausstellung im Kunstmuseum Basel, Museum für Gegenwartskunst 30. Oktober 2005 bis 12. Februar 2006).
  • zusammen mit Miwon Kwon: Ends of the Earth. Land Art bis 1974 (Ausstellungskatalog Haus der Kunst, München, in englischer Sprache), mit einem Vorwort von Okwui Enwezor und Jeffrey Deitch (The Museum of Contemporary Art, Los Angeles) und Texten von Germano Celant, Virginia Dwan, Yona Fischer, Laszlo Glozer, Tom Holert, Philipp Kaiser, Miwon Kwon, Julienne Lorz, Jane McFadden, Julian Meyers, Emily Scott, Willoughby Sharp und Seth Siegelaub, inklusive Werkliste, kommentierter Chronologie 1933–1974 sowie einer ausgewählten Bibliografie 1963 bis 2011, Prestel, München 2012, ISBN 978-3-7913-5194-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Palm: Hauptausschuss fällt wichtige Personalentscheidungen: Abschluss der Verträge für Chefs von Museum Ludwig und Schauspiel beschlossen. Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 8. November 2011, abgerufen am 8. November 2011.
  2. monopol Magazin für Kunst und Leben vom 9. März 2016: Venedig-Biennale 2017. Philipp Kaiser kuratiert Schweizer Pavillon, abgerufen am 15. März 2016
  3. Anmerkung: Damals begann in den USA eine Finanz- und Bankenkrise, die später auf andere Länder und die Realwirtschaft übergriff und auch den Kunstmarkt erheblich beeinflusste.
  4. Kasper Königs Nachfolger: Die Künstler besser einbinden. In: Kölnische Rundschau. erstellt 19. April 2012.
  5. Kölner Stadt-Anzeiger Kultur vom 4. Dezember 2013: Direktor Kaiser verlässt Museum Ludwig (ksta), abgerufen am 4. Dezember 2013
  6. monopol. Magazin für Kunst und Leben vom 7. Februar 2019: Schweizer Kurator. Philipp Kaiser wird Programmleiter der Marian Goodman Gallery, abgerufen am 7. Februar 2019
  7. Philipp Kaiser (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kunstbulletin.ch auf Kunstbulletin.ch
  8. Homepage Haus der Kunst München, abgerufen am 16. Oktober 2012.
  9. [Homepage Museum Ludwig Ausstellungen: Not Yet Titled. Neu und für immer im Museum Ludwig], abgerufen am 10. Oktober 2013
  10. Homepage Museum Ludwig Ausstellungen: Louise Lawler. Adjustet (Memento des Originals vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.museum-ludwig.de, abgerufen am 25. Oktober 2013
  11. Museum Ludwig: Generationenwechsel mit Philipp Kaiser. In: Kölner Stadt-Anzeiger. erstellt 6. September 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Philipp Kaiser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien