Okwui Enwezor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Okwui Enwezor

Okwui Enwezor (* 23. Oktober 1963 in Calabar, Nigeria) ist ein Kurator und Autor. Seine Muttersprache ist Igbo.[1] Seit Oktober 2011 ist er Direktor des Hauses der Kunst, München.

Enwezor begann 1983 nach seinem Umzug nach New York ein Studium der Politikwissenschaft am New Jersey City State College. Zu dieser Zeit fing er an, sich für Kunst zu interessieren und setzte sich konsequent dafür ein, dass der internationale Kunstbetrieb seine Fixiertheit auf den euroamerikanischen Zusammenhang überwindet. Enwezor flankierte dies mit Veröffentlichungen und gründete 1994 das dreimal jährlich erscheinende Magazin "NKA: Journal of Contemporary African Art", das er bis heute gemeinsam mit Salah Hassan (Cornell University) und Chika Okeke-Agulu (Princeton University) herausgibt.

Seit Oktober 2011 ist Enwezor Leiter des Hauses der Kunst in München. Vorher war er außerordentlicher Kurator am International Center of Photography in New York. Er war Studiendekan am San Francisco Art Institute (2005-2009) und Gastprofessor an der Art History University in Pittsburgh, der Columbia University New York, der University of Illinois Urbana-Champaign, sowie der Universität Umeå in Schweden. Enwezor ist Joanne Cassulo Fellow des Independent Study Program am Whitney Museum of American Art in New York (2010-2011).

Enwezor war künstlerischer Leiter von zahlreichen Großausstellungen. 1996-97 leitete er die zweite Johannesburg Biennale in Südafrika, 1998-2002 war er künstlerischer Leiter der documenta 11 in Kassel, 2006 kuratierte er die Biennale für zeitgenössische Kunst in Sevilla, sowie 2007-2008 die 7. Gwangju Biennale in Südkorea. Gegenwärtig ist er künstlerischer Leiter von Meeting Points 6, einem Projekt für Performance und visuelle Kunst in acht Städten (Beirut, Amman, Damaskus, Kairo, Tunis, Tanger, Brüssel und Berlin) sowie Hauptkurator von La Triennale, Paris 2012. 2011 ist er kuratorischer Berater der "Dublin Contemporary" in Irland. Am 4. Dezember 2013 ist Enwezor zum künstlerischen Leiter der 56. Biennale von Venedig im Jahr 2015 ernannt worden.[2]

Kuratierte Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Veröffentlichungen als Autor[Bearbeiten]

  • Events of the Self: Contemporary African Photography from the Walther Collection (Steidl, 2010)
  • Contemporary African Art Since 1980 (mit Chika Okeke-Agulu; Damiani Editore, 2009)
  • Archive Fever: Uses of the Document in Contemporary Art (ICP/Steidl, 2008)
  • Großausstellungen und die Antinomien einer transnationalen globalen Form (Fink Verlag, 2002)

Interviews[Bearbeiten]

  • Eva Karcher, Alexandra Mühlauer: "Ich habe Angst, meine Wurzeln zu verlieren." Interview mit Okwui Enwezor. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 95/2014, 25. April 2014, S. 24.
  • Carolee Thea: On curating: Interviews with ten international curators. D.A.P./Distributed Art Publ., New York 2009, ISBN 9781935202004, S. 48-57.

Herausgeber Sammelbände[Bearbeiten]

  • Antinomies of Art and Culture: Modernity, Postmodernity, Contemporaneity and Alte Criolla (mit Terry Smith und Nancy Condee; Duke University Press, 2008)
  • Reading the Contemporary: African Art from Theory to the Marketplace (mit Olu Oguibe; INIVA und MIT Press, 1999)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. http://www.basenow.net/2009/04/03/interview-with-okwui-enwezor-part-2/
  2. Wichtigste europäische Kunstschau: Okwui Enwezor leitet Biennale von Venedig. In: Spiegel Online vom 4. Dezember 2013. Abgerufen am 4. Dezember 2013.