Piz Cengalo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Piz Cengalo
Piz Cengalo links (2008), Piz Badile rechts (Blick von Norden)

Piz Cengalo links (2008), Piz Badile rechts (Blick von Norden)

Höhe 3369 m ü. M.
Lage Graubünden, Schweiz / Sondrio, Italien
Gebirge Bernina-Alpen
Dominanz 5,8 km → Cima di Castello
Schartenhöhe 620 m ↓ Passo di Zocca
Koordinaten, (CH) 46° 17′ 41″ N, 9° 36′ 7″ O (766675 / 129332)Koordinaten: 46° 17′ 41″ N, 9° 36′ 7″ O; CH1903: 766675 / 129332
Piz Cengalo (Bernina-Alpen)
Piz Cengalo
Gestein Granodiorit
Erstbesteigung 1866 durch Douglas Freshfield und C. Comyns Tucker mit Führer François Dévouassoud

Der Piz Cengalo [tʃˈɛŋɡalɔ][1] (italienisch: Pizzo Cengalo) ist ein 3369 m ü. M. hoher Berg in den Bergeller Alpen. Über den Gipfel verläuft die Grenze zwischen der Schweiz und Italien, zwischen dem Bergell im Süden des Kantons Graubünden und dem Val Masino im Nordosten der Provinz Sondrio.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gipfelbereich des Piz Cengalo besteht aus Bergeller Granit (Granodiorit)[2][3], insbesondere die steile Nordflanke des Cengalo ist durch den Rückgang des Permafrosts in den letzten Jahrzehnten besonders instabil geworden. Dort im Val Bondasca liegt mit Vadrec dal Cengal und Vadrec da la Bondasca ein Gletscherrest.

Am 28. Dezember 2011 kam es im Gipfelbereich zu einem gewaltigen Felssturz, bei dem etwa 1,5−2 Million Kubikmeter Fels aus der Cengalo-Nordwand ins Val Bondasca stürzten. Ein weiterer Bergsturz ereignete sich am 23. August 2017 mit 4 Million Kubikmetern, der grösste Bergsturz in Graubünden seit Jahrzehnten. Eine Mure erreichte den Talort Bondo GR und richtete grössere Schäden an. Mehrere Berghütten wurden evakuiert und acht Berggänger werden vermisst.

Hauptartikel: Bergsturz von Bondo

Routen und Besteigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Normalweg führt von der Gianettihütte zum Cengalo-Pass, von dort weiter über den Gratrücken zum Gipfel. Die Erstbesteigung erfolgte am 25. Juli 1866 durch Douglas Freshfield und C. Comyns Tucker mit Führer François Dévouassoud aus Chamonix.

Die bekannteste Kletterroute ist die Gaiser-Lehmann-Route über den Nordwestpfeiler (1100 m, 25 Seillängen, Schwierigkeit V+ bzw. VI-, Stützpunkt Sasc-Furä-Hütte) im Vallun da la Trubinasca über Bondo.

Der Höhenweg Vial zwischen Sasc-Furä- und Sciorahütte, der die Cengalo-Nordflanke quert, ist seit dem Bergsturz verschüttet. Der Weg ist seitdem wegen hoher Steinschlaggefahr gesperrt, konnte aber bis zum Bergsturzereignis 2017 auf eigene Gefahr begangen werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Piz Cengalo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein cengalo ist im Bergeller Dialekt eine bewaldete Bergflanke.
  2. Vergl. Rudolf Staub: Geologische Beobachtungen am Bergellermassiv. In: Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich 63/1−2 (1918), S. 1–18 (Artikel pdf, auf ngzh.ch).
  3. H.-R. Wenk: Geologische Exkursionen im Bergell. Società Culturale Bregaglia, 2012, insb. Exkursion 5. Val Bondasca, Trubinasca. Der NW Kontakt des Granits. S. 18 ff mit geologischer Detailkarte und Foto Figur 7. Blick von Tombal auf die Granitgipfel im Val Bondasca, S. 13 (pdf, centrogiacometti.ch).