Playfairit

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Playfairit
Allgemeines und Klassifikation
Andere Namen

IMA 1966-019

Chemische Formel Pb16(Sb,As)19S44Cl[1]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
2.LB.55 (8. Auflage: II/E.20)
03.06.04.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol Bitte ergänzen!
Gitterparameter a = 45,4 Å; b = 8,29 Å; c = 21,3 Å
β = 92,5°[2]
Formeleinheiten Z = 8[2]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte nicht definiert
(Vickershärte: VHN50 = 154 kg/mm2)[3]
Dichte (g/cm3) berechnet: 5,72[3]
Spaltbarkeit vollkommen nach {100}[3]
Farbe bleigrau bis schwarz
Strichfarbe schwarz
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz

Playfairit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der Zusammensetzung Pb16(Sb,As)19S44Cl[1] Die in den runden Klammern angegebenen Elemente Antimon und Arsen können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.

Playfairit ist undurchsichtig und entwickelt tafelige und entlang der Längsachse stark gestreifte Kristalle von bleigrauer bis schwarzer Farbe bei schwarzer Strichfarbe.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Playfair

Erstmals entdeckt wurde Playfairit im Steinbruch „Taylor“ nahe Huntingdon im Hastings County in der kanadischen Provinz Ontario und beschrieben 1967 durch John Leslie Jambor (1936–2008), der das Mineral nach dem schottischen Mathematiker und Geologen John Playfair benannte.

Klassifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Playfairit zur Abteilung der „Sulfosalze (S : As,Sb,Bi = x)“, wo er zusammen mit Dadsonit, Launayit, Madocit, Pellouxit, Sorbyit und Sterryit die unbenannte Gruppe II/E.20 bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Playfairit in die neue Abteilung der „unklassifizierten Sulfosalze“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der möglichen Anwesenheit von Blei (Pb), so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Pb“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 2.LB.55 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Playfairit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Sulfosalze“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 03.06.04.01 innerhalb der Unterabteilung der „Sulfosalze mit dem Verhältnis 2,0 < z/y < 2,49 und der Zusammensetzung (A+)i(A2+)j[ByCz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle“ zu finden.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Playfairit findet sich in Form massiger Aggregate in kleinen Erzgängen, die sich durch dolomitische und calcitische Marmore ziehen. Er bildet sich an den Rändern anderer Sulfosalze und dringt über mikroskopisch kleine Risse bzw. Äderchen auch in diese ein. Als Begleitminerale treten unter anderem Auripigment, antimonhaltiger Baumhauerit, Boulangerit, Cinnabarit, Fluorit, Galenit, Geokronit, Guettardit, Jamesonit, Launayit, Madocit, Pyrit, Quarz, Realgar, Robinsonit, Semseyit, Sorbyit, Sphalerit, Twinnit und Zinkenit auf.[3]

Außer an seiner Typlokalität im Steinbruch „Taylor“ in Kanada konnte Playfairit bisher (Stand: 2013) nur noch in der Grube „Les Cougnasses“ bei Orpierre in den französischen Alpen, in der Antimon-Quecksilber-Lagerstätte Khaidarkan (Chaidarkan) im Ferghanatal in Kirgisistan sowie am Reese River im Lander County im US-Bundesstaat Nevada gefunden werden.[4]

Kristallstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Playfairit kristallisiert monoklin mit den Gitterparametern a = 45,4 Å; b = 8,29 Å; c = 21,3 Å und β = 92,5° sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. L. Jambor: New lead sulfantimonides from Madoc, Ontario; Part 2, Mineral descriptions, in: The Canadian Mineralogist, Band 9/2 (Dezember 1967), S. 191–213

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b IMA/CNMNC List of Mineral Names 2012 (PDF 8,5 MB)
  2. a b Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 135.
  3. a b c d Playfairite, in: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 63,4 kB)
  4. Mindat - Playfairite