Pohrsdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pohrsdorf
Stadt Tharandt
Ortswappen von Pohrsdorf mit dem Borsdorfer Apfelbaum in der amtlichen Form von 1995
Koordinaten: 50° 59′ 48″ N, 13° 31′ 41″ O
Höhe: 340 (315–400) m
Fläche: 3,17 km²
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Postleitzahl: 01737
Vorwahl: 035203
Karte
Lage von Pohrsdorf in Tharandt
Borsdorff in einer Landkarte aus dem 18. Jh.
Blick vom Landberg am Tharandter Wald auf den Ort mit Begrüßungstafel
Kleine Glocke der Fördergersdorfer Kirche von 1956 am Spritzenhaus
Rekonstruierte Ortstafel an der Straße zwischen Pohrsdorf und Grumbach zur Markierung der Flurgrenze, aufgestellt Ende 19. Jh.
Königlich-sächsische Postkutsche an der Wettineiche in Pohrsdorf

Pohrsdorf ist als staatlich anerkannter Erholungsort eine Ortschaft der sächsischen Stadt Tharandt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Zudem bildet Pohrsdorf einen gleichnamigen Tharandter Ortsteil und befindet sich auf der Gemarkung Pohrsdorf. Partnergemeinde ist seit 1990 Ibach im Schwarzwald.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pohrsdorf liegt nördlich des Tharandter Waldes. Im weiteren Norden von Pohrsdorf verläuft die Bundesstraße 173. Die Bebauung des Ortes geht fast nahtlos in die des angrenzenden Tharandter Ortsteils Fördergersdorf über.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umliegende Orte Pohrsdorfs sind:

Herzogswalde Grumbach
Grillenburg Nachbargemeinden
Spechtshausen Fördergersdorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Waldhufendorf Pohrsdorf entstand 1215 durch den auf der Burg Tharandt ansässigen Vasallen der Markgrafen von Meißen, Boriwo de Tarant, als Boriwos Dorf, wurde 1349 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte 1378 zum Castrum Dresden.[1] Der Ort, eine Ausgründung aus der Flur Grumbach, wurde im 16. Jh. mit der Züchtung des Borsdorfer Apfels in Verbindung gebracht. Dieser Apfelbaum findet sich auch im historischen Ortswappen. Gepfarrt wurde Pohrsdorf 1539 nach Grumbach. Die Grundherrschaft übte 1551 das Rittergut Wilsdruff aus.[2] Ab 1696 war Pohrsdorf dem Amt Dresden zugehörig. Von 1816 bis 1843 hatte auch das Amt Grillenburg einen Anteil an dem Ort.[1] Im Jahr 1856 ging Pohrsdorf zum Gerichtsamt Tharandt über und 1875 zur Amtshauptmannschaft Dresden. 1959 wurde Pohrsdorf nach Fördergersdorf umgepfarrt. Im Zuge der Kreisreform 1952 wurde Pohrsdorf Teil des Kreises Freital (später Landkreis) und ging 1994 in den neuen Weißeritzkreis über. Am 1. Januar 1999 verlor Pohrsdorf seine Selbstständigkeit und wurde per Gesetz zusammen mit dem Kurort Hartha und Tharandt zur Stadt Tharandt vereinigt.[1] Seitdem besitzt der Ort einen eigenen Ortschaftsrat.[3] 2008 ging Pohrsdorf in den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge über. Im Dezember 2010 erfolgte die staatliche Anerkennung als Erholungsort.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[1]
1551 18 besessene Mann, 2 Häusler, 20 Inwohner
1748/64 26 besessene Mann, 7 Gärtner, 12 Häusler, 17 ½ Hufen
1834 331
1871 409
Jahr Einwohnerzahl
1890 423
1910 401
1925 428
1939 415
Jahr Einwohnerzahl
1946 540
1950 499
1964 383
1990 322

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Kaiser (1923–1965), deutscher Ingenieur, erster Betriebsleiter (technischer Direktor) des Fernsehkolbenwerkes (FSKW) Friedrichshain, wurde in Pohrsdorf (heute: Dorfstr. 85) geboren.
  • Klaus Knabe (1939–2012), Stifter des DDR-Museums Gegen das Vergessen in Pforzheim, wurde in Pohrsdorf geboren.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Osk. Lehm: Aus Vergangenheit und Gegenwart der bei Tharandt gelegenen Orte Hartha, Grillenburg, Fördergersdorf, Hintergersdorf, Spechtshausen und Porsdorf. Selbstverlag, 1904.
  • Artur Schirmer: Auszüge aus "Die Chronik meiner Heimat". Festschrift zum Schul- und Heimatfest in Pohrsdorf. Gemeinde Pohrsdorf (Hrsg.), 1954.
  • Artur Schirmer: Pohrsdorfer Chronik. Teil 1, Pohrsdorf 1967.
  • Zwischen Tharandter Wald, Freital und dem Lockwitztal (= Werte unserer Heimat. Band 21). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1973, S. 16ff.
  • Kulturbund der DDR, Ortsgruppe Tharandt (Hrsg.): Der Tharandter Wald, Forststadt Tharandt. (= Beiträge zur Heimatgeschichte. Heft 7). Tharandt 1982.
  • Gotthard Tamme: Historisches Pohrsdorf, Eigenverlag, 1991.
  • Lars-Arne Dannenberg, Vincenz Kaiser: Wilsdruff im Hochmittelalter. Überlegungen zur Besiedlung des Wilsdruffer Landes und zur Entstehung der Stadt unter besonderer Berücksichtigung der Jakobikirche. (= Neues Archiv für sächsische Geschichte. 80. Band). Verlagsdruckerei Schmidt, 2009, ISBN 978-3-87707-769-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pohrsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Pohrsdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  2. Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden, Bestand 10655, Grundherrschaft Wilsdruff
  3. tharandt.de (Memento vom 21. Juli 2010 im Internet Archive).
  4. Klaus Knabe im Stadtwiki Pforzheim-Enz.