Ibach (Schwarzwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ibach
Ibach (Schwarzwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ibach hervorgehoben
Koordinaten: 47° 45′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 964 m ü. NHN
Fläche: 21,39 km²
Einwohner: 366 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79837
Vorwahl: 07672
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 059
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hofrain 1
79837 Ibach
Webpräsenz: www.ibach-schwarzwald.de
Bürgermeister: Helmut Kaiser
Lage der Gemeinde Ibach im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
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Ibach

Ibach ist die kleinste selbstständige Gemeinde im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg, Deutschland. Die Gemeinde gehört dem Gemeindeverwaltungsverband St. Blasien mit Sitz in St. Blasien an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Erholungsort Ibach liegt zwischen Sankt Blasien und Todtmoos im Hotzenwald im Naturpark Südschwarzwald. Die Gemeinde liegt in einem weiten, vom Feldberg-Gletscher während der Eiszeit geformten Tal in 870 bis 1215 Meter Höhe.

Mehr als 65 % der Gemeindefläche besteht aus Wald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ibach war um 1240 als „Neue Zelle“ oder „Neuenzell“ von Mönchen aus St. Blasien auf einer Rodung der Tiefensteiner durch Besiedelung von Mönchen aus dem Kloster St. Georgen gegründet worden, mit denselben Schutzpatronen: St. Georg und Cyrill. Es wurde später Propstei, als Schutzpatronin kam ab 1699 Maria Magdalena hinzu. Nach der Aufhebung des Klosters St. Blasien benannte man die Ansiedlung um die Pfarrkirche in „Unter-Ibach“ um.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Bernau, im Osten an die Stadt St. Blasien und Dachsberg, im Süden an Görwihl und Herrischried und im Westen an Todtmoos.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Ibach gehören die Dörfer Oberibach und Unteribach, die Weiler Mutterslehen, das Gehöft Lindau und das Haus Ibachersäge. Im Gemeindegebiet liegt die Wüstung Neuenzell.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 23. Mai 2014 ergab sich die folgende Sitzverteilung[3]. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,3 % (2009: 82,2 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Ergebnis 2009
CDU 62,2 % 5 52,2 %, 5 Sitze
Bürgerliste 37,8 % 3 47,8 %, 3 Sitze

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ibach pflegt seit 1990 eine Partnerschaft mit Pohrsdorf, heute eine Ortschaft der Stadt Tharandt in Sachsen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein ansässiges Unternehmen ist das Blockbandsäge- und Hobelwerk Kaiser in Mutterslehen.

Überregional bekannt wurde Ibach allerdings durch den Hotzenblitz: Ab 1989 wurde in Ibach, unter Leitung von Thomas Albiez und in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Rennwagenkonstrukteur, der Hotzenblitz 2000 (eigentlich EL SPORT), ein hochinnovatives Elektro-Leichtfahrzeug, entwickelt (Europäischer Umweltpreis, Weltmeister Tour des Sol 89). Produziert wurde es bei Simson (Suhl). Die Firma ging 1996 in Konkurs, da die Banken das für die geplante Serienfertigung benötigte Geld nicht zur Verfügung stellten. Die Namensrechte wurden von einem privaten Konsortium erworben, mit dem Ziel einer Wiederaufnahme der Produktion.

Bekannt wurde der Ortsteil Lindau wegen der dort tätigen Sekte Fiat Lux.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die relativ schneesichere Lage ist fast das ganze Jahr Tourismussaison. Im Winter ist das weite Hochtal geradezu ein Paradies für Langläufer, die Freunde des alpinen Wintersports kommen am Talrand auf ihre Kosten. Im Sommer ziehen die ausgedehnten Wälder und kleine Hochmoore mit seltenen Tieren und Pflanzen Naturfreunde an. Ibach ist seit 1. Januar 2012 eines der vier Mitglieder der Tourismuskooperation Ferien Südschwarzwald der Kur- und Erholungsorte Höchenschwand, Dachsberg, Weilheim und Ibach. Es gehört auch der zum 1. Juli 2012 gegründeten Tourismuskooperation Ferienwelt Südschwarzwald an, die aus den 14 Orten Albbruck, Bad Säckingen, Bernau, Dachsberg, Görwihl, Herrischried, Höchenschwand, Ibach, Laufenburg, Murg, Rickenbach, Todtmoos, Wehr und Weilheim besteht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neue Zelle Ibach.jpg

Man mag es auf den ersten Blick nicht gleich erkennen, doch steht in Ibach eine der ältesten durchgehend bewohnten Burganlagen im Südschwarzwald. Sie wurde vermutlich im 12. Jahrhundert von den Herren von Teufen, einem einst mächtigen Adelsgeschlecht, das in dieser Gegend mehr als Herren von Tiefenstein bekannt ist, als Wohnturm errichtet. 1240 von Diethelm von Tiefenstein als Klosterzelle umfunktioniert, schenkte dieser 1241 die „Neue Zelle“ dem Kloster St. Georgen in Stein am Rhein, in das er als Mönch eintrat. Dies gab Anlass zu Streitigkeiten zwischen dessen Bruder Hugo und Rudolf von Habsburg, dem späteren deutschen König, der zu dieser Zeit seine Besitzungen im Südschwarzwald zu einem zusammenhängenden Machtzentrum ausbauen wollte. Als Folge dieses Streits wurde 1242 Burg Tiefenstein belagert und zerstört. Hugo von Tiefenstein wurde in einen Hinterhalt gelockt und ermordet.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schneeschmelze im Frühjahr des Jahres 1268 führte der Ibach nach einem schneereichen Winter Hochwasser. In dieser Zeit lag der Zellbrühlbauer im Sterben. Durch das Hochwasser war der Steg über den Ibach wegerissen und der Pfarrer von Ibach konnte nicht zu ihm um ihn zu versehen. Ein Hinüberkommen erschien unmöglich. Da kamen zwei Reiter herbei. Es waren Graf Rudolf und sein Knecht, die auf der Jagd waren. Graf Rudolf stieg vom Pferd und gab es dem Pfarrer, damit er über den Bach setzen konnte, so kam er dem Sterbenden noch zu Hilfe. Als der Pfarrer das Pferd zurückgeben wollte, schenkte es ihm der Graf. (Schiller hat diese Sage in einer Ballade aufgegriffen).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1019–1020
  3. Wahlportal des Südkuriers, abgerufen am 13. Juli 2015
  4. Sandra Holzwarth: Regionalsport Hochrhein: Barbara Böhler zu Special Olympics-Winterspielen, Südkurier, 25. Januar 2013, abgerufen am 10. Februar 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ibach (Schwarzwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien