Porsche Holding

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Porsche Holding GmbH

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Rechtsform GmbH
Sitz Salzburg, OsterreichÖsterreich Österreich
Leitung Hans Peter Schützinger, Rainer Schroll, Johannes Sieberer[1]
Mitarbeiterzahl 30.900 (2018)[2]
Umsatz 20,4 Mrd. Euro (2018)[3]
Branche Automobilhandel, Finanz- & IT-Dienstleistungen
Website www.porsche-holding.com

Die Porsche Holding GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Volkswagen AG und international tätiger Fahrzeughändler mit Sitz im österreichischen Salzburg.

Die Geschäftsfelder der Porsche Holding sind: Großhandel und Einzelhandel mit den Marken der Volkswagen AG, Finanzdienstleistungen und IT-Systementwicklungen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1947 verlegten die Geschwister Ferry Porsche und Louise Piëch das Konstruktionsbüro des Vaters Ferdinand Porsche ins österreichische Gmünd. Hierzu wurde die dort ansässige Porsche Konstruktionen GesmbH gegründet. Die Verlegung wurde aufgrund einer drohenden Enteignung durch die Siegermächte und die Internierung des Vaters notwendig. Im Zuge des Wiederaufbaus des Volkswagenwerks in Wolfsburg begannen Verhandlungen zwischen Volkswagen und Porsche bezüglich weitreichender Nutzungsrechte an den Konstruktionsplänen des Käfers, sowie den Import von Fahrzeugen nach Österreich.

Nach erneutem Umzug des Unternehmens nach Salzburg, begann im Mai 1949 der Import von Fahrzeugen aus Wolfsburg. Im selben Jahr schied Ferry Porsche aus der Geschäftsführung des Unternehmens aus und gründete in Stuttgart die Porsche AG. Anfang 1951 wird Louise Piëch, nach dem Tod Ihres Ehemanns, alleinige Geschäftsführerin. Neben dem Verkauf von Fahrzeugen der Marken Volkswagen und Porsche, tritt das Unternehmen ab den 1960ern ebenfalls im Motorsport als Konstrukteur auf (u. a. Porsche 917).

Im Jahr 1971 traten, wie bei der Porsche AG, alle Familienmitglieder aus der Geschäftsführung zurück und wechselten in die Aufsichtsräte der Unternehmen. Mit der Gründung der heutigen Porsche Holding erfolgte im Jahr eine Umstrukturierung des Unternehmens. Nach der schrittweisen Übernahme der Marke Seat durch die Volkswagen AG übernahm die Porsche Holding im Jahr 1985 den Import nach Österreich als dritte Marke.

Mit dem Ende des Kalten Kriegs baute die Porsche Holding im Auftrag von Volkswagen ein Vertriebsnetz in Ungarn auf und expandierte in den folgenden Jahren in weitere Länder Osteuropas. Neben den Marken Volkswagen, Audi, Porsche, Seat und Skoda wird die Porsche Holding Generalimporteur für Bentley (2000) und Lamborghini (2001).

Am 13. August 2009 teilten die Gründerfamilien Porsche und Piëch mit, dass die Porsche-Holding ebenfalls an die Volkswagen AG verkauft werden soll.[4] Bereits im Mai wurde ein Verkauf der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG an Volkswagen bekanntgegeben. Am 1. März 2011 erwarb die Volkswagen AG schließlich die Porsche Holding GmbH für einen Kaufpreis von 3,3 Milliarden Euro. Über die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft, der Porsche Automobil Holding SE, sind die Familien Porsche und Piech mittelbar über die Stimmrechtsmehrheit an der Volkswagen AG beteiligt.[5][6]

Eigentümerstruktur bis März 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentümerstruktur bis zur Übernahme[7]
Familie Piëch (50 %) Familie Porsche (50 %)
10,0 % Louise Piëch Privatstiftung 12,5 % Familie Gerhard Porsche
10,0 % Louise Daxer-Piëch († 2006) 12,5 % Familie Hans-Peter Porsche
10,0 % Ernst Piëch Privatstiftung 12,5 % Familie Wolfgang Porsche
10,0 % Hans Michel Piëch 12,5 % Ferdinand Alexander Porsche († 2012)
10,0 % Ferdinand Piëch

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2018 verkaufte die Porsche-Holding 743.000 Neuwagen, beschäftigte 30.900 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 20,4 Milliarden Euro.[2][3][8] 2003/2004 betrug der Gewinn nach Steuern 113 Millionen Euro, bei einem konsolidierten Umsatz von 6,31 Milliarden Euro.[7] Die Gesellschaft ist, Stand 2013, das zweitgrößte Unternehmen nach Nettoumsatz pro Jahr in Österreich,[9] größtes Privatunternehmen Österreichs (2009)[10] und Europas größtes Autohandelsunternehmen.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschäftsführung (Memento des Originals vom 11. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.porsche-holding.com, abgerufen am 3. Juli 2015
  2. a b Mitarbeiter
  3. a b Umsatz
  4. Porsche-VW-Fusion – Porsche und Piech verlieren Mehrheit an neuem Konzern. Focus.de, 14. August 2009
  5. VW vor Übernahme von Porsche Holding. In: oesterreich.ORF.at. Abgerufen am 16. März 2018 (englisch).
  6. Gemeinsame Wurzel – Gemeinsame Zukunft – Porsche Holding – Geschichte. In: Porsche Holding. Abgerufen am 16. März 2018.
  7. a b Michael Freitag, Dietmar Student: Porsche-Clan – Die stille Macht. In: Manager Magazin, Heft 6/2005, 7. Juli 2005
  8. Stückzahlen
  9. a b Die zehn größten Unternehmen in Österreich nach Nettoumsatz im Jahr 2013* (in Milliarden Euro) (Statista)
  10. Salzburg ist Porsche-Land – oder zumindest fast. In: Salzburger Nachrichten. 6. Mai 2009, Wirtschaft, S. 15.