Portal:Soziologie/Liste bahnbrechender soziologischer Publikationen

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Dies ist eine Liste bahnbrechender soziologischer Publikationen.

Kategorien[Quelltext bearbeiten]

Gründe, warum eine besondere Publikation im Felde der Soziologie als "bahnbrechend" gelten könnte, sind:

  • Fundierung - eine Veröffentlichung, die einen neuen soziologischen Erkenntnisgegenstand erschlossen hat
  • Durchbruch - eine Veröffentlichung, die deutlich die wissenschaftliche Erkenntnis verändert hat
  • Wirksamkeit - eine Veröffentlichung, die deutlich praktische politische, soziale oder kulturelle Konsequenzen nach sich zog
    • Einführung - eine Veröffentlichung, die aktuell eine gute Einführung oder einen vorzüglichen Überblick gibt - bahnbrechend also für gegenwärtige Neuankömmlinge in der Soziologie. Nur ratsam, solange kein eigentlich bahnbrechendes Werk angezeigt wird.

Eine "Liste wichtiger soziologischer Publikationen" wäre selbstverständlich sehr viel umfangreicher, zum Teil auch stärker umstritten.

Allgemeine Soziologie[Quelltext bearbeiten]

Grundlegung[Quelltext bearbeiten]

  1. Ferdinand Tönnies: Gemeinschaft und Gesellschaft, 1887. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch.
  2. Gabriel Tarde: Les lois de l'imitation, 1890. Bedeutung: Fundierung.
  3. Émile Durkheim: Le suicide, 1897. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch.
  4. Thorstein Veblen: The Theory Of The Leisure Class, 1899. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch
  5. Ludwig Gumplovicz: Der Rassenkampf, 1909. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch
  6. Vilfredo Pareto: Trattato di sociologia generale, 1916. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch.
  7. Marcel Mauss: Essai sur le don, 1924. Bedeutung:: Fundierung, Durchbruch.

Schulen[Quelltext bearbeiten]

Biosoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Dieter Claessens: Das Konkrete und das Abstrakte, 1980. Bedeutung: Durchbruch.

Funktionalismus[Quelltext bearbeiten]

  1. Bronisław Malinowski: Argonauts of the Western Pacific, 1922. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch.

Figurationssoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Norbert Elias: Über den Prozeß der Zivilisation, 1939. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch.

Historische Soziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Norbert Elias: Über den Prozeß der Zivilisation, 1939. Bedeutung: Durchbruch.

Interaktion[Quelltext bearbeiten]

  1. George Herbert Mead: Mind, Self and Society from the Standpoint of a Social Behaviorist, 1934. Bedeutung: Durchbruch.

Konfliktsoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Simmel: „Der Streit“; in: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, 1908. Bedeutung: Fundierung.
  2. Ralf Dahrendorf: Soziale Klassen und Klassenkonflikt in der industriellen Gesellschaft, 1956. Bedeutung: Durchbruch.

Kritische Theorie[Quelltext bearbeiten]

  1. Max Horkheimer und Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung, 1969. Bedeutung: Durchbruch
  2. Jürgen Habermas: Theorie des kommunikativen Handelns, 1981. Bedeutung: Durchbruch

Methoden[Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Zeisel, Marie Jahoda und Paul Lazarsfeld: Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit, 1933. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch.
  2. Harold Garfinkel: Studies in Ethnomethodology, 1967. Grundlagenwerk ethnografischer Forschung.

Objektive Hermeneutik[Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Oevermann: Klinische Soziologie auf der Basis der Methodologie der objektiven Hermeneutik. Manifest der objektiv hermeneutischen Sozialforschung, 2002. Bedeutung: Einführung

Praxeologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Pierre Bourdieu: Entwurf einer Theorie der Praxis auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft, 1973. Bedeutung: Fundierung.

Strukturalismus[Quelltext bearbeiten]

  1. Claude Lévi-Strauss: Les structures élémentaires de la parenté, 1949. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch.

Strukturfunktionalismus[Quelltext bearbeiten]

  1. Talcott Parsons: The Structure of Social Action, 1937. Bedeutung: Durchbruch.

Soziologische Systemtheorie|Systemtheorie[Quelltext bearbeiten]

  1. Niklas Luhmann: Soziale Systeme, 1984. Bedeutung: Fundierung.

Spezielle Soziologien (alphabetisch)[Quelltext bearbeiten]

Agrarsoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Max Weber, Die sozialen Gründe des Untergangs der antiken Kultur, in: „Die Wahrheit“, Bd. 3, H. 63, Fr. Frommanns Verlag, Stuttgart 1896, S.57–77. Bedeutung: Fundierung

Arbeitssoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Bücher: Arbeit und Rhythmus, 1904. Bedeutung: Fundierung

Bildungs und Erziehungssoziologie (Pädagogische Soziologie)[Quelltext bearbeiten]

  1. Carl Weiß: Abriß der Pädagogischen Soziologie 1955. Bedeutung: Fundierung

Elitesoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Gaetano Mosca: Elementi di scienza politica (1. Teil 1896, 2. Teil: 1923) Bedeutung: Fundierung
  2. Robert Michels: Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie. Untersuchungen über die oligarchischen Tendenzen des Gruppenlebens, 1911 Bedeutung: Fundierung
  3. Vilfredo Pareto: Trattato di sociologia generale, 1916. Bedeutung: Fundierung
  4. C. Wright Mills: The Power Elite, 1956. Bedeutung: Durchbruch

Ethnosoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Arnold van Gennep: Les rites de passage, 1909. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch.

Familiensoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. René König: Materialien zur Soziologie der Familie , 1946, Bedeutung: Durchbruch.

Herrschaftssoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft: Grundriß der verstehenden Soziologie, 1922. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch.

Industriesoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Eugen Rosenstock-[Huessy], Werkstattaussiedlung. Untersuchungen über den Lebensraum des Industriearbeiters, 1922. Bedeutung: Fundierung.

Katastrophensoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Lars Clausen, Elke M. Geenen, Elísio Macamo (Hgg.): Entsetzliche soziale Prozesse. Theorie und Empirie der Katastrophen, 2003. Bedeutung: Einführung.

Kriegssoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Steinmetz: Soziologie des Krieges. 1929. Bedeutung: Fundierung.

Kriminalsoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Émile Durkheim: Les règles de la méthode sociologique. 1895. Bedeutung: Fundierung.
  2. Howard S. Becker: Outsiders. 1963. Bedeutung: Fundierung.

Kultursoziologie, Kunstsoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Arnold Hauser: Soziologie der Kunst. 1974: Bedeutung: Fundierung.
  2. Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. 1982, Bedeutung: Durchbruch.

Medizinsoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Siegrist: Medizinische Soziologie, 1995. Bedeutung: Einführung.

Soziologie der Öffentlichen Meinung[Quelltext bearbeiten]

  1. Ferdinand Tönnies, Kritik der öffentlichen Meinung, 1922. Bedeutung: Fundierung

Organisationssoziologie, Betriebssoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Alvin W. Gouldner: „Organizational Analysis“, in: Robert K. Merton: Sociology Today. 1959. Bedeutung: Grundlage.

Politische Soziologie|Politiksoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Michels: Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie: Untersuchungen über die oligarchischen Tendenzen des Gruppenlebens, 1911. Bedeutung: Fundierung.
  2. Ferdinand Tönnies: Der englische Staat und der deutsche Staat, 1917. Bedeutung: Fundierung.

Rechtssoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Eugen Ehrlich : Grundlegung der Soziologie des Rechts, 1913. Bedeutung: Fundierung.
  2. Theodor Geiger: Vorstudien zu eine Soziologie des Rechts, 1947. Bedeutung: Fundierung.
  3. Michel Foucault: Überwachen und Strafen, 1977. Bedeutung: Durchbruch.
  4. Niklas Luhmann: Das Recht der Gesellschaft, 1993. Bedeutung: Fundierung.

Religionssoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Max Weber: Die protestantische Ethik und der ‚Geist‘ des Kapitalismus, 1904. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch, Wirksamkeit.
  2. Émile Durkheim: Les formes élémentaires de la vie religieuse, 1912. Bedeutung: Fundierung.

Stadtsoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Simmel: Die Großstädte und das Geistesleben, 1903. Bedeutung: Fundierung.
  2. Ernest W. Burgess, Robert Park: The City, 1925. Bedeutung: Fundierung.
  3. Louis Wirth: Urbanism as a way of life, 1938. Bedeutung: Durchbruch.

Umweltsoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Garrett Hardin: The tragedy of the commons. 1968. Bedeutung: Durchbruch.
  2. Ulrich Beck: Risikogesellschaft. 1986 Bedeutung: Wirksamkeit.
  3. Bruno Latour: Wir sind nie modern gewesen, 1991. Einflussreiche Kritik der Moderne und der Trennung Natur/Kultur.

Wirtschaftssoziologie, Marktsoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Thorstein Veblen: The Theory Of The Leisure Class, 1899. Bedeutung: Fundierung.
  2. Georg Simmel: Philosophie des Geldes, 1900. Bedeutung: Fundierung.
  3. Max Weber: Die protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus, 1904. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch, Wirksamkeit.
  4. Bronisław Malinowski: Argonauts of the Western Pacific, 1922. Bedeutung: Fundierung, Durchbruch.

Wissenschaftssoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Ludwik Fleck: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, 1935. Ausgangspunkt der konstruktivistischen Wissenschaftsforschung.
  2. Thomas S. Kuhn: The Structure of Scientific Revolutions, 1962. Einführung des Begriffs Paradigmas, ideengeschichtliche Interpretation von Flecks Grundgedanken.
  3. David Bloor: Knowledge and Social Imaginary, 1975. Grundlagenwerk der Sociology of Scientific Knowledge, u.a. Einführung der symmetrischen Erforschung von wahrer und falscher Wissenschaft.
  4. Bruno Latour, Steve Woolgar: Laboratoy Life. The [Social] Construction of Scientific Facts, [1979] 1986. Klassiker der Laboratory Studies, in der Erstauflage noch am Sozialkonstruktivismus orientiert, später in Abgrenzung zu diesem.
  5. Karin Knorr-Cetina: Die Fabrikation von Erkenntnis. Zur Anthropologie der Naturwissenschaft, 1981. Ebenfalls ein Klassiger der Laboratory Studies.
  6. Sandra Harding: Feministische Wissenschaftstheorie. Zum Verhältnis von Wissenschaft und sozialem Geschlecht, 1989. Klassiker der feministischen Wissenschaftsforschung und der Standpunkttheorie.
  7. Bruno Latour: Science in Action, 1987. Zusammen mit Laboratory Life Frühwerk Latours und Ausgangspunkt der Akteur-Netzwerk-Theorie.
  8. Donna Haraway: A Cyborg Manifesto: Science, Technology, and Socialist-Feminism in the Late Twentieth Century, 1990. Grundlegender Essay zur feministischen Wissenschaftsphilosophie Harways, Einführung des Cyborg-Begriffs in die Wissenschaftssoziologie.
  9. Wiebe Bijker: Of bicycles, bakelites and bulbs: Toward a Theory of Sociotechnical Change, 1995. Klassiker der Techniksoziologie, zentrales Werk der Social Construction of Technology.

Wissenssoziologie[Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Mannheim: Ideologie und Utopie, 1929. Bedeutung: Durchbruch.
  2. Peter L. Berger, Thomas Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, 1970. Bedeutung: Durchbruch.