Pragmatische Linke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Pragmatische Linke (PL) ist eine Strömung innerhalb der Jusos in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Selbstverständnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pragmatische Linke sieht sich als ein Bündnis undogmatischer junger Sozialdemokraten jenseits der Strömungsaufteilung aus Reformsozialisten, Netzwerk linkes Zentrum und Traditionalisten.[1] So seien unterschiedliche politische Ausrichtungen mit dem Ziel eines realpolitischen Anspruchs unter einem Dach vereint. Die Mitgliedschaft in der PL sei daher heterogen von den Seeheimern nahestehenden Jusos bis zu Mitgliedern des Forums DL 21. Die Grundüberzeugung der PL lautet, dass soziale Politik Realitäten anerkennen müsse, um politisch handlungsfähig zu sein. Ein Systemwechsel wird zugunsten einer Politik der kleinen Schritte abgelehnt. Im Mittelpunkt der Sozialpolitik steht der Gedanke der Chancengleichheit, die für jeden Menschen zu jedem Zeitpunkt seines Lebens gelten müsse. So wird ein starker und leistungsfähiger Sozialstaat gefordert. Häufig wird auf skandinavische Sozialstaatsmodelle verwiesen. Die PL steht zudem für maßvolle Haushaltspolitik und betont die Wichtigkeit ökologischer Wirtschaftspolitik.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesweit konstituierte sich die pragmatische Linke auf dem Bundesparteitag der SPD im Oktober 2007, getragen von Mitgliedern aus den Landesverbänden und Bezirken Hamburg, Baden-Württemberg, und Hessen-Süd sowie Bayern, Berlin, und Sachsen-Anhalt.

Unabhängig davon wurde eine Strömung unter dem Namen Pragmatische Linke erstmals im August 2005 im Unterbezirk Köln gegründet. Dort herrschten jahrelange Flügelkämpfe mit der marxistisch orientieren „Juso-Linken“ (JL), bis diese im Laufe der Jahre 2005 und 2006 nach dem Wechsel führender JL-Mitglieder - darunter dem Vorsitzenden der Kölner Jusos[2] - in die WASG zerbrach. Seit der Wahl im Februar 2007 gilt der Unterbezirk Köln als von der PL dominiert, sie stellt den Vorsitzenden sowie einen Großteil der Vorstandsmitglieder.

Im Februar 2008 wurde in Nordrhein-Westfalen die PL.NRW gegründet. Beteiligt waren Jusos aus den Unterbezirken Köln und Bergisch Gladbach sowie Mitglieder des linken Niederrheins, aus dem Bergischen Land und anderen Teilen Nordrhein-Westfalens. Ebenso wie die PL Köln basiert die PL.NRW auf einem eigenen inhaltlichen Grundverständnis[3], das aber in weiten Teilen dem der bundesweiten PL ähnelt. Im Gegensatz zur Bundes-PL bekennen sich die PL.NRW und PL Köln zum demokratischen Sozialismus und zu einer sozialistischen Reformpolitik.[4] Im Landesverband NRW werden sie daher zu den Undogmatischen gerechnet.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Bundesebene existieren drei gewählte Sprecher sowie lockere Bündnisstrukturen aus Juso-Landesverbänden und regionalen PL-Gruppen. Gemeinsame Positionen werden entweder aus den Gliederungen und Landesverbänden heraus oder unter den regionalen Gruppen gemeinsam entwickelt. Die Struktur innerhalb der regionalen Gruppen ist unterschiedlich. In Köln beispielsweise existiert eine Vollversammlung als höchstes beschlussfassendes Gremium, ein Koordinatorenkreis (KoK) übernimmt organisatorische Aufgaben. Ähnlich ist die Struktur der PL.NRW aufgebaut.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die derzeitigen Bundeskoordinatoren sind Frederic Striegler (Baden-Württemberg), Rouven Gottschalk (Nordrhein-Westfalen) und Timo Hempel (Hamburg).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [http://www.pragmatische-linke.org/wir-uber-uns Wir über uns] (6. September 2012: Link wg. möglichem Virenbefall auskommentiert)
  2. taz-Artikel zum Austritt
  3. PL Nordrhein–Westfalen
  4. Was wir wollen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]