Praxisphilosophie

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Praxisphilosophie ist eine Denkrichtung, die sich auf die frühen Schriften von Karl Marx bezieht, von da aber auch dessen gesamtes politisch-ökonomisches Werk interpretiert. Zur Abgrenzung gegenüber der Handlungstheorie, dem Pragmatismus oder einer praktischen Philosophie wird auch der Begriff "marxistische Praxisphilosophie" verwendet. Sie verdankt ihre genauere Bezeichnung als Philosophie der Praxis und damit die Betonung ihres undogmatischen Charakters dem italienischen Historiker Antonio Labriola. Die verschiedenen Denker und Beiträge auf diesem Feld können als praxiszentriert oder praxisanalytisch charakterisiert werden. Dieser Ansatz beinhaltet eine in bestimmter Hinsicht erweiterte Wirklichkeitsauffassung, eine entsprechende Erkenntnis- sowie Subjektivitätstheorie und weist dem Praxisdenker selbst eine bestimmte Stellung und Aufgabe im gesellschaftlichen Prozess zu.

Grundzüge der Philosophie der Praxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Praxisphilosophen und praxisphilosophisch inspirierte Wissenschaftler verstehen Praxis als Existenzweise des Menschen, zugleich epistemologisch als Ursprung und Bezugsfeld kognitiver Fähigkeiten und des wesentlich schöpferischen Charakters menschlichen Denkens und Tuns. Diese Befähigung und die innere interaktive Struktur der menschlichen Persönlichkeit oder Identität korrespondieren dem Charakter des äußerlichen gesellschaftlichen Handlungszusammenhangs. Dem integralen Charakter des Praxisbegriffs entspricht, dass Theorie nicht außer oder über der Praxis steht, sondern als deren innere logische Dimension aufgefasst wird. Auch fällt Natur und alles Gegenständliche nicht jenseits so verstandener Praxis, sondern begegnet als Objektivität in deren bestimmten Perspektiven und Horizonten. Der Lebensform Praxis hat sich so auch die Dialektizität des Welthaften erschlossen. Damit steht „gesellschaftliche Praxis“ überhaupt für die Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit und die darin lebenden und mit wirkenden "gesellschaftlichen Individuen". Als konstitutiv für die Synthesis gesellschaftlicher Praxisperspektiven gelten eine „Widersprüchlichkeit“ und daraus erwachsende „Dialektik der Praxis“, das heißt ein Prozesscharakter allen Geschehens und des historischen Wandels aller gesellschaftlichen Formbildungen und Praxisformierungen. In dieser Sichtweise, aus ihrer bestimmten gesellschaftsgeschichtlichen Situation heraus, verstehen sich Praxistheoretiker selbst als praxisimmanent, als Kritiker entfremdeter Verhältnisse und Sprecher eines praktischen Humanismus, als verantwortlich im Sinne eines sozialen Auftrags zur Emanzipation.

Überblick zur Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Philosophie der Praxis stellt Ernst Bloch zufolge ein „Novum“ der Geistesgeschichte dar und impliziert einen entsprechenden Typus von Wissenschaftlichkeit. Durch immer neue Versuche, den philosophischen Kerngehalt des Marxschen Denkens in diesem Sinne zu identifizieren und das Praxiskonzept in wechselnden gesellschaftsgeschichtlichen Konstellationen weiter zu entwickeln, entfaltete sich eine europäische Denkströmung. Zu dieser zählen herausragende Denker wie Antonio Gramsci, Herbert Marcuse, Ernst Bloch und Henri Lefebvre. Ferner formierte sich vorübergehend die jugoslawische Praxisgruppe und bildeten sich Zentren des praxisphilosophischen Diskurses in Korcula, Leipzig und Kassel. Während die Zuordnung von George Herbert Mead umstritten ist, kann an der Wende zum 21. Jahrhundert Pierre Bourdieu im praxiszentrierten Feld verortet werden (vgl. Praxeologie, die aber auch aus nichtmarxistischer Perspektive betrieben werden kann). Die ganze Entwicklung des dem Selbstverständnis nach „eingreifenden Begreifens“ steht naturgemäß in engem Zusammenhang mit jeweiligen geschichtlichen Perioden vom 19. bis an die Schwelle zum 21. Jahrhundert.

Entstehung des Praxisdenkens im 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung des neuartigen Denkens von Praxis liegt in den Marxschen frühen Schriften Ökonomisch-philosophische Manuskripte von 1844 und Die deutsche Ideologie, die praktisch erst 1932 an die Öffentlichkeit kamen. Schon Friedrich Engels hatte allerdings erkannt, dass die aus der Anfangszeit stammenden 11 Feuerbachthesen von Marx den „genialen Keim“[1] des Neuen enthielten und Versuche unternommen, den Nachkommenden durch seine Schriften zur Dialektik und zur historisch-materialistischen Weltanschauung die Grundgedanken zu vermitteln. Aber erst Antonio Labriola identifizierte eine „Philosophie der Praxis“ als immanenten Kern des Marxschen Schaffens[2] und verstand diese als eine weiter auszuführende Arbeitsaufgabe.

Ansätze in der Weltkriegsepoche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Krisen- und Revolutionsepoche von Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs traten politisch engagierte Intellektuelle hervor, um die philosophischen Denkgrundlagen zu erneuern. Karl Korsch konstatierte angesichts der vorherrschenden orthodoxen Strömung eine "entscheidende Krise des Marxismus".[3] Von den bedeutenderen Marxismusdenkern Karl Korsch, Georg Lukács und Antonio Gramsci bezog sich vor allem letzterer auf Antonio Labriola. Der 5. Band seiner Werke trägt den Titel „Philosophie der Praxis“. Als nicht in der kommunistischen Bewegung aktiver Linksintellektueller sind Beiträge des jungen Herbert Marcuse bemerkenswert. Marcuse begrüßte 1932 begeistert[4] die Erstveröffentlichung der „Ökonomisch-philosophischen Manuskripte“.

Praxisphilosophen im fortgehenden 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Anspruch eines authentischen Rückbezugs auf Marx entwickelte sich die Praxisphilosophie und die darin verankerte Wissenschaftlichkeit im 20. Jahrhundert in scharfem Gegensatz zur stalinistischen Dogmatik und östlichen Schulphilosophie eines Dialektischen Materialismus. Im Osten und besonders in der DDR wurden Praxisdenker abgelehnt und verfolgt. Die Praxisphilosophie war daher überwiegend im Zusammenhang des von Perry Anderson so genannten westlichen Marxismus präsent. Im Hinblick auf die Kreativität und den Umfang des Werkschaffens ragen Ernst Bloch sowie Henri Lefebvre durch die praxisphilosophischen Reflexionen seiner "Metaphilosophie" und eine kulturrevolutionäre „Kritik des Alltagslebens“ heraus. Blochs Hauptwerk Das Prinzip Hoffnung enthält die bis dato bedeutendste Interpretation der Marxschen „Theorie-Praxis-Konzeption“.[5] Seit 1968 wurden dann die sozialen Bewegungen von Marcuses Kritik an der „Eindimensionalität“ der modernen Gesellschaft und von dem von Ernst Bloch entwickelten Begriff der „konkreten Utopie“ inspiriert.

Praxisphilosophie und Kritische Theorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen standen die Praxisdenker stets in einer Fundamentalopposition zum vorherrschenden affirmativen Denken, zum Positivismus und zur so genannten bürgerlichen Theorie, aber auch in einem Spannungsverhältnis zur Kritischen Theorie und der Frankfurter Schule als deren Wirkungszentrum. Die Kritische Theorie von Horkheimer, Adorno und schließlich Habermas setzte sich immer weiter von Marx ab. Habermas verwarf schließlich den materialistisch fundierten Praxisbegriff als „holistisch“ und räumte einem „kommunikativen Handeln“ Vorrang ein.[6]

Dem gegenüber gilt auf der anderen Seite die Bezugnahme auf die Feuerbachthesen und die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie, der Austausch mit der von Hegel ausgehenden dialektischen Philosophie, die Verbindung mit sozialen Bewegungen, die Orientierung auf systemische Alternativen und damit auf eine zukünftige, unentfremdete, nichtkapitalistische Gestalt von Wirtschaft und Gesellschaft als unverzichtbar. Die signifikanten Differenzen zwischen dem praxisphilosophischen Denken und einer Kritischen Theorie, aber auch gegenüber sonstigen Sozialtheorien, treten besonders in der positiven Bewertung eines praxiswissenschaftlich fundierten „konkret-utopischen“ Zukunftsdenkens hervor.

Zentren des praxisphilosophischen Diskurses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vormals konnte sich unter besonderen historischen Bedingungen, im Zwischenraum des blockfreien Jugoslawien, die Praxis-Gruppe bilden, die durch ihre Sommerschule in Korcula und die Zeitschrift Praxis für etwa 10 Jahre eine europäische und internationale Ausstrahlung erreichte. Im Einflussbereich des Sowjetimperiums wurde der Ansatz nicht geduldet. Beispielsweise sah sich Bloch gezwungen, die DDR 1961 zu verlassen.[7] Auch der tschechische Philosoph Karel Kosík musste die Universität verlassen und wurde als antisozialistisch diffamiert. Nachdem ein späterer Versuch zur Rehabilitierung von Praxis als „Zentralkategorie des Marxismus“ in der DDR rigide unterdrückt worden war, gab es nach dem Zusammenbruch nochmals Anknüpfungsversuche und Diskussionen in Leipzig. Das bedeutendste Zentrum für die Fortführung praxisphilosophischer Diskurse waren schließlich die Kasseler Tagungen und Publikationen in den 80er Jahren, zuletzt im Jahr 1993. Ein programmatischer Titel lautete „Grundlinien und Perspektiven einer Philosophie der Praxis“.

Praxisphilosophie im 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infolge des Zusammenbruchs der DDR und des Sowjetimperiums, nach dem im Westen verkündeten „Ende der Geschichte“, wurden marxistische Denkansätze marginalisiert. Auch die praxisphilosophische Denkströmung erlitt eine personelle und institutionelle Auszehrung. Als Ausnahme kann vor allem der Soziologe Pierre Bourdieu mit seiner Erarbeitung einer „Theorie der Praxis“ gelten.[8] Zur Bezeichnung des Ansatzes verwendete er auch den Begriff „Praxeologie“. Auf dieser Grundlage erhob er die Forderung nach einem „theoretisch begründeten Utopismus[9] und engagierte sich in gesellschaftspolitischen Fragen.

Eine wissenschaftstheoretisch begründete Forderung nach utopistischer Erforschung gesellschaftlicher Alternativen begegnet ansonsten noch bei dem Weltsystemtheoretiker Immanuel Wallerstein. Durch dessen Verweis auf einen holistischen Charakter sozialer Realität, welcher die herkömmliche Trennung gesellschaftswissenschaftlicher Disziplinen außer Kraft setzt, durch seine Forderung einer politisch-ökonomisch informierten „historischen Sozialwissenschaft“, welche „sich in den Ungewissheiten eines Übergangs wohl fühlt und die zur Veränderung der Welt beiträgt“[10] gibt sich Wallerstein als moderner Praxisdenker zu erkennen.

Für die Entwicklungsgeschichte der Philosophie der Praxis gilt überwiegend, dass diese sich zwar grundsätzlich auf die Marxsche Entfremdungskritik und Kapitalanalyse stützte, sich aber vorzugsweise auf dem Terrain einer Sozialphilosophie, Soziologie und Sozialpsychologie bewegte und in der Idee der „konkreten Utopie“ zuspitzte. Diese kam auf dem benachbarten Entwicklungsfeld der „Kritik der politischen Ökonomie“ bis hin zu neuerer, auf die ökonomische Theorie konzentrierte Marxlektüre gerade nicht zur Geltung.

Auf diese und andere offen gebliebene Fragen zielt, jetzt vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschafts- und Gesellschaftskrisen, die „Initiative für Praxisphilosophie und konkrete Wissenschaft“.[11] Die programmatische Absicht besteht in der Wiederaufnahme und Vernetzung praxisphilosophischer Ansätze, der Ausformung als paradigmatische Position der modernen Gesellschaftswissenschaft und die Zusammenführung des utopistischen und politisch-ökonomischen Ansatzes, um zur Orientierung für eine gesellschaftliche Alternative beizutragen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Bloch: Weltveränderung oder die Elf Thesen von Marx über Feuerbach. In: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, 19. Kapitel, S. 288-334.
  • Volker Caysa, Helmut Seidel, Dieter Wittich (Hrsg.): Zum philosophischen Praxis-Begriff. Die zweite Praxis-Diskussion in der DDR. Texte zur Philosophie Heft 12, Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen 2002.
  • Heinz Eidam, Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Hrsg.): Kritische Philosophie gesellschaftlicher Praxis. Auseinandersetzungen mit der Marxschen Theorie nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus. Königshausen & Neumann, Würzburg 1995. ISBN 3-8260-1011-6
  • Helmut Fahrenbach: Henri Lefebvres Metaphilosophie der Praxis, in: M. Grauer / W. Schmied-Kowarzik (Hg.), Grundlinien und Perspektiven einer Philosophie der Praxis. Kasseler Philosophische Schriften 7, Kassel 1982, S. 80-108
  • Helmut Fleischer: Warum eigentlich Materialismus? Zur Reorganisation der Denkmittel materialistischer Praxisanalyse. in: Urs Jaeggi / Axel Honneth, Theorien des Historischen Materialismus 1. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977, S. 173-295. ISBN 3-518-07782-1
  • Antonio Gramsci: Philosophie der Praxis. Band 6 der Gefängnishefte. Argument, Berlin 1999. ISBN 3-88619-416-7
  • Karl Korsch: Marxismus und Philosophie, Gesamtausgabe Band 3, Stichting beheer IISG, Amsterdam 1993. ISBN 90-6861-079-1
  • Karel Kosík: Dialektik des Konkreten. Eine Studie zur Problematik des Menschen und der Welt. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970.
  • Henri Lefebvre: Metaphilosophie. Prolegomena. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975.
  • Georg Lukács: Geschichte und Klassenbewußtsein. Studien über marxistische Dialektik. Luchterhand, Neuwied und Berlin 1970.
  • Herbert Marcuse (1937): Philosophie und kritische Theorie. Aufsätze in: Kultur und Gesellschaft I. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1980.
  • George Herbert Mead: Geist, Identität und Gesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975. ISBN 0-226-51668-7
  • Horst Müller: Das Konzept PRAXIS im 21. Jahrhundert. Karl Marx und die Praxisdenker, das Praxiskonzept in der Übergangsperiode und die latent existierende Systemalternative. Books on Demand, Norderstedt 2015. ISBN 978-3-7386-4684-9.
  • Gajo Petrović (Hg.): Revolutionäre Praxis. Jugoslawischer Marxismus der Gegenwart. Rombach, Freiburg 1969.
  • Gajo Petrović: Die Frankfurter Schule und die Zagreber Philosophie der Praxis, in: Axel Honneth, Albrecht Wellmer (Hrsg.): Die Frankfurter Schule und die Folgen. Walter de Gruyter, New York 1986, S. 59-85
  • Gerard Raulet: Die Überwindung des bürgerlichen Wissenschaftsbegriffs durch Blochs objektiv-reale Prozeßerkenntnis, in: Zeitschrift PRAXIS International Nr. 1/1982
  • Julia Schnegg: Praxis als Erkenntnis- und Theorieproblem. Die Feuerbachthesen von Marx und die Theorie der Praxis von Bourdieu. in: Horst Müller (Hrsg.): Die Übergangsgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Kritik, Analytik, Alternativen. Norderstedt 2007, ISBN 978-3-8334-9769-8, S. 86-112.
  • Wolfdietrich Schmied-Kowarzik: Die Dialektik der gesellschaftlichen Praxis. Zur Genesis und Kernstruktur der Marxschen Theorie. Alber, Freiburg/München 1981. ISBN 3-495-47446-3
  • Helmut Seidel: Praxis und marxistische Philosophie, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Heft 12/1967. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin (DDR), S. 1470-1485
  • Martina Thom: Das Praxis- und Wissenschaftsverständnis von Karl Marx, in: Horst Müller (Hg.): Das PRAXIS-Konzept im Zentrum gesellschaftskritischer Wissenschaft. Norderstedt 2005, S. 41-84
  • Immanuel Wallerstein: Utopistik. Historische Alternativen des 21. Jahrhunderts. Promedia, Wien 2002.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie. In: Dietz Verlag, Berlin/DDR, MEW 21, S. 264
  2. Antonio Labriola (1896): Über den Historischen Materialismus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1974, S. 318. Es heißt, „Sie ist die in den Dingen, über die sie philosophiert, immanent vorhandene Philosophie“
  3. Karl Korsch: Marxismus und Philosophie. In: Karl Korsch Gesamtausgabe Bd. 3, Amsterdam 1993, S. 335
  4. Herbert Marcuse (1932): Neue Quellen zur Grundlegung des Historischen Materialismus. In: Herbert Marcuse Schriften Bd. 1. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978, S. 509
  5. Ernst Bloch: Weltveränderung oder die Elf Thesen von Marx über Feuerbach, 19. Kapitel in: Das Prinzip Hoffnung, Ernst Bloch Gesamtausgabe Bd. 5, Frankfurt am Main 1977, S. 288 ff., bes. 315, 331
  6. Jürgen Habermas: Zur Rekonstruktion des Historischen Materialismus. Frankfurt am Main 1976, S. 31
  7. vgl. Ernst Bloch: [1] „Brief an den Präsidenten der Deutschen Akademie der Wissenschaften [der DDR]“, 22. September 1961
  8. Pierre Bourdieu: Entwurf einer Theorie der Praxis auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft. Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-518-07891-7.
  9. Pierre Bourdieu: Neo-Liberalismus als konservative Restauration, in: Horst Müller (Hg.): Das PRAXIS-Konzept im Zentrum gesellschaftskritischer Wissenschaft. Norderstedt 2005, S. 175 ff. ISBN 3-8334-3737-5. „Wie lässt sich der überlegte Utopismus, den Ernst Bloch mit Blick auf Bacon formulierte, neu beleben und mit gesellschaftlicher Durchsetzungskraft versehen? ... Dieser theoretisch begründete Utopismus fehlt Europa wahrscheinlich am meisten.“
  10. Immanuel Wallerstein: Die Sozialwissenschaft kaputtdenken. Die Grenzen der Paradigmen des 19. Jahrhunderts. Weinheim 1995, S. 314 f. Wallersteins Forderung einer „holistischen“ Analyse der nur als „historisch“ begreifbaren Realität korrespondiert mit dem integralen Praxisbegriff. Der „konkreten Utopie“ im Praxisdenken entspricht seine Orientierung auf eine wissenschaftliche „Utopistik“.
  11. Initiative für Praxisphilosophie und konkrete Wissenschaft Portal für Marxismus- und Praxisdenken seit 2001