KNDS

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KMW+NEXTER Defense Systems N.V

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Rechtsform N.V.
Gründung 29. Juli 2015
Sitz Amsterdam NiederlandeNiederlande Niederlande
Leitung Margaret Hill (Managing Director)
Branche Rüstungsindustrie
Website knds.com

KNDS steht für KMW + NEXTER Defence Systems und ist eine Holding für Rüstungsbetriebe mit Sitz in Amsterdam,[1] die ursprünglich unter dem Projektnamen KANT konzipiert wurde. das projekt KANT (für K(MW) And Nexter Together[2]) wurde von französischen Nexter Systems und dem deutschen Krauss-Maffei Wegmann betrieben. Dazu haben sich beide Unternehmen bei der Vertragsunterzeichnung mit einer 50:50-Holding am 29. Juli 2015 in Paris geeinigt.[3] Eine Allianz der beiden Gruppen unter einer gemeinsamen Holding und dem vorläufigen Arbeitstitel Honosthor N.V. schafft ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von etwa zwei Milliarden Euro, einen Auftragsbestand von rund 6,5 Milliarden Euro, mehr als 6.000 Mitarbeitern und Europas Nummer 1 bei Kampfpanzern.[4] Ziel ist die von der ehemaligen deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gewünschte europäische Entwicklung des für 2030 notwendigen und vorgesehenen Nachfolgers der deutschen und französischen Kampfpanzer.[5] Als Vorbild für diese internationale Zusammenarbeit im Rüstungsbereich gilt die Airbus Group.[6][7]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon seit Jahren leidet die deutsche Verteidigungsindustrie unter dem Sparkurs der Bundeswehr. Der Münchner Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) plant deshalb, sich neu aufzustellen und betreibt eine Fusion mit dem französischen Wettbewerber Nexter aus Roanne, nordwestlich von Lyon. In der deutschen Politik stoßen diese Pläne jedoch zum Teil auf Kritik, was KMW-Chef Frank Haun und Nexter-Chef Philippe Burtin nicht daran hindert, an den Plänen einer Fusion festzuhalten.[8] Beide unterzeichneten am 1. Juli 2014 eine Grundsatzerklärung in Paris.[9] Darin wurde zwischen den beiden Rüstungsunternehmen beschlossen, sich bis Frühjahr 2015 unter einer gemeinsamen 50:50-Holding namens KANT zu vereinigen.[10][11] Nexter, das bisher vollständig dem französischen Staat gehört, soll nach einem Vorschlag von zu dieser Zeit Wirtschafts- und Industrieminister Emmanuel Macron privatisiert werden. Das Unternehmen baut den Kampfpanzer Leclerc, während Krauss-Maffei Wegmann den Leopard 2 baut.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In beiden Ländern werden die Fusionspläne kritisch beobachtet, weil das Panzergeschäft in Europa seit jeher als sehr sensibel behandelt wird. Die französische Partei Front National wehrt sich heftig gegen eine Fusion und lehnt das Projekt entschieden ab.[12] Zum Beispiel in der deutschen SPD befürchtet man mit der Fusion würde Krauss-Maffei Wegmann zunehmend ein französisches Unternehmen und die auch mit Steuermitteln aufgebaute Technologie würde ins Nachbarland abwandern.[13]

Die deutschen Befürworter sagen aber, dass die Franzosen weniger streng sind, wenn es um Rüstungsexporte geht. Das könnte KMW nach einer Vereinigung für künftige Panzermodelle ausnutzen. Andere sehen zudem die Notwendigkeit für einen neuen Rahmen bei gemeinsamen Operationen der NATO-Länder sowie für die Standardisierung und Vereinheitlichung der Ausrüstung der Armeen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]