Prokrustes

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Theseus und Prokrustes, attische rotfigurige Halsamphora, 470–460 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen (Inv. 2325)

Prokrustes (altgriechisch Προκρούστης Prokroústēs, deutsch ‚Ausstrecker‘) war ein Riese aus der griechischen Mythologie, Beiname des Polypemon oder Damastes, eines attischen Räubers in der Umgegend von Eleusis und Sohn des Poseidon.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Weltgeschichte berichtet der altgriechische Geschichtsschreiber Diodor (1. Jahrhundert v. Chr.) Folgendes über den Unhold und Wegelagerer Prokrustes:

Prokrustes bot Reisenden ein Bett an, aber in manchen Sagen zwang er auch Wanderer, sich auf ein Bett zu legen. Wenn sie zu groß für das Bett waren, hackte er ihnen die Füße bzw. überschüssigen Gliedmaßen ab; waren sie zu klein, hämmerte und reckte er ihnen die Glieder auseinander, indem er sie auf einem Amboss streckte.

Prokrustes wurde von Theseus auf seiner Wanderung nach Athen als letzter der Bösewichte am Kephisos erschlagen.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Prokrustes erlangte als Erzählmotiv in späteren Perioden weitere folkloristische Verbreitung und tritt z. B. im Babylonischen Talmud in Erscheinung, wo Elieser von Damaskus, dem Haussklaven von Abraham, eine Begegnung mit Prokrustes zugeschrieben wird (Traktat Sanhedrin 109a).

Als Prokrustesbett oder Bett des Prokrustes bezeichnet man redensartlich eine Form oder ein Schema, wohinein etwas gezwungen wird, das dort eigentlich nicht hineinpasst.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Prokrustes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Prokrustesbett – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brockhaus/Wahrig: Deutsches Wörterbuch. Stuttgart 1983; Duden. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. Mannheim/Wien/Zürich 1980 und das Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. Berlin 1974, jeweils unter „Prokrustesbett“