Pussycat

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Pussycat
Pussycat bei einer Preisverleihung (Conamus)
Pussycat bei einer Preisverleihung (Conamus)
Allgemeine Informationen
Herkunft Brunssum, Niederlande
Genre(s) Popmusik
Gründung 1975 (aus Sweet Reaction')
Auflösung 1985
Neugründung 1986-1999 als Anycat
Website Offizielle Website von Pussycat (Memento vom 2. September 2010 im Internet Archive) (englisch)
Aktuelle Besetzung
Toni Willé (geb. Kowalczyk)
* 26. Juni 1953
Gesang
Betty Dragstra (geb. Kowalczyk)
* 23.06.1952
Gesang
Marianne Veldpaus (gesch. Hensen, geb. Kowalczyk)
* 16.05.1951
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
John Theunissen (1973-1981)
Gitarre
Lou Willé (1973-1985)
Schlagzeug
Theo Coumans (1973-1978)
Bassgitarre
Theo Wetzels (1973-1981)
Gitarre
Ferd Berger (1981-1985)
Schlagzeug
Frans Meijer (1981-1985)
Schlagzeug
Hans Lutjens (1978-1981)
Keyboard
Kees Buenen (1981-1985)
Toni Willé als Pussycat, August 2008 in Haldesleben

Pussycat war eine niederländische Musikgruppe aus Brunssum, die vor allem in den 1970er Jahren erfolgreich war.

Erste Jahre[Bearbeiten]

Pussycat entstand 1975 aus der Formation Sweet Reaction mit den drei Schwestern Toni, Betty und Marianne Kowalczyk aus Brunssum in der Provinz Limburg.

Die Schwestern verloren schon sehr früh ihren Vater durch einen Lymphtumor. Die Mutter, Marie Verheijen, heiratete drei Jahre später den polnischen Bergarbeiter Stefan Kowalczyk, der die Kinder adoptierte. "Papa Kowalczyk war ein echter Vater zu uns. Er verwöhnte uns alle.", sagte später seine Tochter Betty. Der Stiefvater förderte auch das musikalische Talent der Töchter. Zu Sinterklaas kaufte er ihnen einmal akustische Gitarren und bestellte auch einen Gitarrenlehrer. Kurz darauf traten sie zu Karneval, Partys und Talentwettbewerben als "De Zingende Zusjes" (die singenden Schwestern) auf. Ihr Repertoire beinhaltete zunächst vornehmlich deutsche Schlager, welche in Holland ebenfalls beliebt waren. Wenige Jahre später machte der Gitarrenlehrer sie bekannt mit dem 18-jährigen Werner Theunissen, einem Gitarristen der Band "The Entertainers", den er über eine Zeitungsanzeige kennenlernte[1].

Der Mode der 1960er Jahre folgend nannten sich die zu Teenagern herangereiften Schwestern die BG's From Holland, wobei das BG für Beat Girls stehen soll, aber phonetisch gewollt an die zur Zeit erfolgreichen Bee Gees erinnert. Sie interpretieren aber auch Songs der Bee Gees und Stücke der Motown-Musik und beeindruckten dabei durch einen guten Close Harmony-Gesang. Ihr Mentor Werner Theunissen schrieb auch eigene Lieder für sie (z.B. Bitte, bitte, liebe mich). Parallel arbeiteten sie aber noch in ihren bürgerlichen Berufen. So als Bürokräfte bei der Heerlener Firma DSM. Toni lernte zu Beginn der 70er Jahre den Gitarristen Lou Willé kennen, der mit seinen Brüdern die Formation 'Ricky Rendall and His Centurions' bildete. Kurz darauf heirateten sie und Lou entschloss sich fortan mit den Schwestern, Werner Theunissen und weiteren Musikern (u.a. von der Gruppe 'Scum') die Band Sweet Reaction zu gründen. Es wurden drei Singles produziert, die aber kaum erfolgreich waren. Gleichwohl klang in den Stücken Daddy oder Tell Alain der bereits der spätere typische Pussycat-Sound durch. Diese Titel blieben auch später im Repertoire der Sängerinnen.

Pussycat[Bearbeiten]

Werner Theunissen schrieb weitere Lieder, die mehr und mehr den Gesang der drei Mädchen hervor hoben, nutze aber auch älteres Material, das noch nie veröffentlicht wurde. So schrieb er das berühmte Lied Mississippi bereits schon im Jahr 1969, inspiriert von dem Lied Massachusetts der zu dieser Zeit sehr erfolgreichen australischen Gruppe Bee Gees. Da es ein schwermütiges Lied war, dass von der Trauer einer langsam verschwindenden, dem modernen Rock ’n’ Roll weichenden, Country-Musik handelt, musste er warten, bis er die idealen Interpreten hierfür hatte. Jetzt hatte er mit seiner 1973 gegründeten Formation Sweet Reaction das musikalische Fundament gelegt, um diesem Song, wenn auch einige Jahre nach Bandgründung, doch noch zur Geltung zu verhelfen. So sandten sie ein Demotape mit drei Liedern an die größte Plattenfirma in den Niederlanden, die EMI/Bovema in Heemstede. Der Verlag war begeistert und ein Vertrag wurde gemacht. Eddy Hilberts wurde ihr Produzent und die Band änderte ihren Namen in Pussycat. Im April 1975 wurde Mississippi als Single veröffentlicht und zum größten internationalen Erfolg für Pussycat[1]. Die jungen Frauen gaben ihre Berufe auf und widmeten sich fortan nur der Musik. Der Titel stürmte in vielen Ländern die Charts, wurde mit verändertem Text auch auf Deutsch aufgenommen und auch später von anderen Interpreten mit anderem Text gecovert. Auch die Nachfolgesingles Georgie, Smile oder My Broken Souvenirs erreichten in den Niederlanden, Deutschland und Großbritannien noch beachtenswerte Chartpositionen. Bis 1983 wurden weitere Singles und einige Alben produziert. Weil es für viele Clubbesitzer und Konzertmanager billiger war die den Gesang begleitende Musik vom Band laufen zu lassen ("Backing Track") zudem aber auch die Tourneen mit vielen Musikern (u.a. oft Südafrika) viel Geld kosteten, trennten sich die Schwestern schweren Herzens von ihrer Begleitband und traten nur noch als Trio auf.

Auflösung und heute[Bearbeiten]

1985 jedoch entschlossen sie sich dazu Pussycat ganz aufzulösen. Marianne eröffnete in Brunssum für einige Jahre eine gutgehende Kneipe.[1] Lou Willé, geschieden von Toni, ist noch heute aktiver Musiker. Toni Willé nahm Soloprojekte in Angriff.

Die gemeinsame Musik ließ sie aber alle drei nicht los und so traten sie in den Jahren 1986 bis 1999 gelegentlich noch mal unter dem Namen Anycat auf.
Heute leben Marianne Hensen (heute Veldpaus) und Betty Dragstra ein privates Familenleben fern von Musik und Bühne. 2007 gelang es jedoch dem niederländischen Sänger Dennis Jones alle drei noch einmal als Backgroundsängerinnen für eine niederländische Schlagerversion von Mississippi (im Reggaestil) zusammenzubringen. Es war auch das erste Mal, dass Pussycat in ihrer Muttersprache sangen. [2]

Die Frontfrau von Pussycat, Toni Willé (getauft als Antonia Johanna Cornelia) arbeitete als Solistin weiter, veröffentlichte in den Niederlanden mehrere Alben, vor allem Countrymusik, sang 2001 Duette mit Benny Neyman und hat bis heute unter ihrem Namen Toni Willé viele Auftritte, zumeist in Deutschland. Bei Oldieveranstaltungen tritt sie aber, zusammen mit zwei Backgroundsängerinnen weiter unter den Namen Pussycat auf. Eine der Begleitsängerinnen ist gelegentlich ihre Tochter Kimberly. 2013 trat sie so z.B. mit ihrem Hit Mississippi im ZDF-Fernsehgarten auf.

Ihr Entdecker, Songschreiber und Begleiter Werner Theunissen starb am 18. Januar 2010 in einem englischen Restaurant an einem Herzinfarkt. Den letzten Song vor seinem Tode (Impressions) schrieb er für Toni Willé, die ihn im November 2012 auf ihrer Single Impressions - Dedicated to Werner Theunissen veröffentlichte.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3][4] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the Netherlands.svg NL
1976 First of All 10
(46 Wo.)
4
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1976
1977 Souvenirs 28
(8 Wo.)
6
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1977
1978 Wet Day in September 16
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1978
1981 Blue Lights 10
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1981
weitere Alben
  • 11/1979: Simply to Be with You
  • 02/1983: After All

Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3][4] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the Netherlands.svg NL
1994 The Collection & More 60
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1994
2001 25 jaar na Mississippi 26
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2001
2 CDs

weitere Kompilationen

  • 1979: The Best of Pussycat
  • 1982: Collection
  • 1983: Het Beste van Pussycat
  • 1987: Mississippi
  • 1991: De Hits van Pussycat
  • 1995: Good for Gold
  • 1996: The Very Best of Pussycat Featuring Toni Willé (feat. Toni Willé)
  • 1997: 2 in 1 (2 CDs)
  • 2004: The Greatest Hits
  • 2004: The Complete Collection (Box mit 3 CDs und DVD)
  • 2009: Alle 40 goed (2 CDs)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3][4] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the Netherlands.svg NL
1975 Mississippi 1 Gold
(32 Wo.)
4
(32 Wo.)
1
(21 Wo.)
1 Silber
(21 Wo.)
1
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1975
1976 Georgie 6
(24 Wo.)
2
(28 Wo.)
2
(16 Wo.)
4
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1976
1976 Mississippi (deutsch) 24
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1976
1976 Smile 9
(27 Wo.)
10
(16 Wo.)
8
(12 Wo.)
24
(7 Wo.)
2
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1976
1977 Ein altes Lied 41
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1976
1977 My Broken Souvenirs 22
(10 Wo.)
12
(8 Wo.)
7
(8 Wo.)
1
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1977
1977 I’ll Be Your Woman 11
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1977
1977 If You Ever Come to Amsterdam 20
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1977
1978 Same Old Song 10
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1978
1978 Wet Day in September 7
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1978
1978 Hey Joe 21
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1978
1979 Daddy 14
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1979
1980 Doin’ La Bamba 6
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1980
1981 Then the Music Stopped 11
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1981
1981 Une chambre pour la nuit 25
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1981
1981 Teenage Queenie 47
(11 Wo.)
36
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1981
1983 Lovers of a Kind 15
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1983

weitere Singles

  • 1970: Come Back My Dream (als Sweet Reaction)
  • 1971: Tell Alain (als Sweet Reaction)
  • 1975: Daddy / Tell Alain (als Sweet Reaction)
  • 08/1977: Daddy / It’s Long Ago (als Sweet Reaction)
  • 06/1976: Georgie (deutsch)
  • 01/1977: Abschiedssouvenir
  • 11/1979: Let Freedom Range (Tribute to Martin Luther King)
  • 07/1982: Take a Look at Me
  • 05/1983: Chicano
  • 1983: Roll On Sweet Mississippi (nur Promo)
  • 1983: Chez-Louis (nur Promo)
  • 07/1984: Light of a Gipsy

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten]

Land Silver record icon.svg Silber Gold record icon.svg Gold Quellen
DeutschlandDeutschland Deutschland 0 1 musikindustrie.de
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1 0 bpi.co.uk
Insgesamt 1 1

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c Pussycat Biografie. NPO 3FM, abgerufen am 17. Mai 2015 (niederländisch).
  2. Zanger DENNIS JONES brengt PUSSYCAT weer even bij elkaar. In: Mega-Media.nl. Perfect&More, 11. Juli 2007, abgerufen am 26. Juni 2015 (niederländisch).
  3. a b c Chartquellen: Singles DE, AT, CH UK NL / Alben DE NL
  4. a b c Gold-/Platin-Datenbanken: DE UK

Weblinks[Bearbeiten]