QEMU

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QEMU
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Entwickler Fabrice Bellard
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Betriebssystem Windows, GNU/Linux, BSD, macOS, OS/2/​eComStation, Haiku, DR-DOS und FreeDOS mittels HX DOS Extender[1]
Programmiersprache C[2]
Kategorie Emulation, Virtualisierung
Lizenz GPL 2
deutschsprachig nein (Versionen ab 1.5 bieten eine deutschsprachige GTK-Bedienoberfläche)
http://www.qemu-project.org/

QEMU (von englisch „Quick Emulator“) ist eine freie Virtualisierungssoftware, die die gesamte Hardware eines Computers emuliert und durch die dynamische Übersetzung der Prozessorinstruktionen des Gastprozessors (englisch guest) in Instruktionen für den Wirtprozessor (englisch host) eine sehr gute Ausführungsgeschwindigkeit erreicht.

QEMU emuliert Systeme mit den folgenden Prozessorarchitekturen: x86, x64, PowerPC (32- und 64-Bit), ARM (32- und 64-Bit), Alpha, CRIS, LatticeMico32, m68k bzw. Coldfire, MicroBlaze, MIPS, Moxie, SH-4, S/390, Sparc32/64, TriCore, OpenRISC, Unicore und Xtensa (Stand 2015).[3][4]

QEMU ist auf den Betriebssystemen GNU/​Linux, Windows, FreeBSD, NetBSD, OpenBSD, OpenSolaris, OS/2/​eComStation, DOS, Mac OS X/​OS X/​macOS und Haiku lauffähig. Es kann den gesamten Status einer virtuellen Maschine so speichern, dass diese auf ein anderes Wirtsystem (englisch host system) übertragen werden kann und dort weiterlaufen kann (Live-Migration).

Unter Linux, BSD und macOS unterstützt QEMU auch die „Userspace“-Emulation. Diese ermöglicht es, dass Programme, die für eine andere Architektur kompiliert wurden, im Userspace betrieben werden können. Dabei werden die Prozessoren x86, PowerPC (32- und 64-Bit), Alpha, ARM (32- und 64-Bit), CRIS, MicroBlaze, 32-Bit-MIPS, S/390, SH-4, Sparc32/64, m68k/ColdFire und Unicore unterstützt.

Hardware-Plattformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

x86[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

QEMU mit dem freien Betriebssystem ReactOS

Für virtuelle x86-Maschinen auf x86-Rechnern stand mit kqemu[5] ein Zusatzmodul bereit, das durch die native Ausführung von geeigneten Teilen des Maschinencodes einen erheblichen Geschwindigkeitszuwachs bewirkte. Da die Weiterentwicklung seit QEMU 0.12 auf KVM fokussiert ist[6], kann das Beschleunigermodul kqemu nur in QEMU bis Version 0.11 verwendet werden.

Aktuelle Versionen von QEMU nutzen Hardware-Virtualisierung – auf Linux-Hosts die Kernel-based Virtual Machine (KVM), die Prozessoren mit den Hardware-Virtualisierungstechniken von Intel (Intel VT) oder AMD (AMD-V) unterstützt. Für macOS und Windows steht mit dem Intel Hardware Accelerated Execution Manager (HAXM) eine vergleichbare Lösung zur Verfügung. Damit erreicht QEMU auf allen gängigen Desktop-Betriebssystemen eine sehr gute Geschwindigkeit.

Mittels HX DOS Extender war QEMU auch in FreeDOS und DR-DOS lauffähig.

Emuliert wird neben dem Hauptprozessor auch:

Das verwendete PC-BIOS ist SeaBIOS vom coreboot-Projekt, das das Bochs-BIOS früherer Versionen ersetzt. Für VGA wird das Plex86-BIOS aus dem Bochs-Projekt genutzt.

PowerPC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als PowerPC-Firmware wird Open Hack'Ware, eine Open-Firmware-kompatible Firmware, verwendet.

PowerMac[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

QEMU emuliert die folgenden PowerMac-Peripheriegeräte:

  • UniNorth PCI Bridge
  • PCI-VGA-kompatible Grafikkarte mit VESA Bochs Extensions
  • zwei PMAC-IDE-Interfaces mit Festplatten- und CD-ROM-Unterstützung
  • NE2000-PCI-Adapter
  • Non Volatile RAM
  • VIA-CUDA mit ADB-Tastatur und -Maus

PReP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die PowerPC Reference Platform (PReP) bezeichnet einen Standard für PowerPC-basierte Computer und soll eine Referenz-Implementierung darstellen. PReP wurde bereits von der Common Hardware Reference Platform (CHRP) abgelöst.

QEMU emuliert die folgenden PReP-Peripheriegeräte:

  • PCI Bridge
  • PCI-VGA-kompatible Grafikkarte mit VESA Bochs Extensions
  • zwei IDE-Interfaces mit Festplatten- und CD-ROM-Unterstützung
  • Diskettenlaufwerk
  • NE2000-Netzwerkadapter
  • serielle Schnittstelle
  • PReP Non Volatile RAM
  • PC-kompatible Tastatur und Maus

Sparc[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sun-SPARC-Architektur = (Scalable Processor ARChitecture)

Als BIOS der JavaStation (sun4m-Architektur) wurde bis Version 0.8.1 Proll[7], ein PROM-Ersatz, verwendet, in Version 0.8.2 wurde es durch OpenBIOS ersetzt.

QEMU emuliert die folgenden sun4m-Peripheriegeräte:

  • IOMMU
  • TCX Frame buffer
  • Lance (Am7990) Ethernet
  • Non Volatile RAM M48T08
  • Slave I/O: timers, interrupt controllers, Zilog serial ports

Weitere Details[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Starten von Live-CD- und Startdisketten-Abbildern ist möglich.

Um QEMU unter Windows zu verwenden, sind keine Administratorrechte notwendig. Auf einem USB-Stick lässt sich QEMU so als portable Software verwenden. Für die Installation eines 64-Bit-Betriebssystems unter Mac OS X ist die Rosetta-Erweiterung von Apple erforderlich.[8]

Viele Virtualisierungslösungen (VirtualBox, Xen, FAUmachine, Win4BSD, Win4Solaris, Win4Lin) nutzen Teile des Quelltextes von QEMU.

Dank der Quelloffenheit und der Konfiguration mit Startoptionen ist die Entwicklung von Werkzeug- und Hilfsprogrammen für QEMU unproblematisch. Durch den QEMU-Manager und AQEMU[9] lässt sich QEMU über eine grafische Benutzeroberfläche bedienen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: QEMU – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste der getesteten Betriebssysteme (englisch)
  2. QEMU. Open Hub (abgerufen am 27. Dezember 2009).
  3. Emulator: Qemu 1.0 ist fertig – Artikel bei Golem.de, vom 2. Dezember 2011
  4. Qemu 1.2.0 verbessert Live Migration, Heise Zeitschriften Verlag, zugegriffen: 7. September 2012
  5. Documentation/KQemu
  6. QEMU 0.12.0-rc1 does not support KQEMU. 7. Dezember 2009, abgerufen am 10. April 2012 (englisch, Fehlermeldung bei Launchpad).
  7. Proll BIOS
  8. Virtualisierung mit Q und Qemu – Artikel bei Netzwelt.de, vom 27. Juni 2011
  9. AQEMU