Queienfeld

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50.44861111111110.456944444444367Koordinaten: 50° 26′ 55″ N, 10° 27′ 25″ O

Queienfeld
Gemeinde Grabfeld
Höhe: 367 m ü. NN
Fläche: 9,67 km²
Einwohner: 526 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. Dezember 2007
Postleitzahl: 98631
Vorwahl: 036944
Karte

Lage von Queienfeld in Grabfeld (Gemeinde)

Kirche
Fachwerkhaus bei der Kirche

Queienfeld ist ein Dorf im südlichen Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Seit dem 1. Dezember 2007 ist die ehemals politisch selbständige Gemeinde ein Ortsteil der Gemeinde Grabfeld.[1]

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt am Queienberg. Durch den Ort fließt die Bibra. Im Norden liegt der Thüringer Wald, südwestlich die Rhön. Dazwischen befindet sich das Grabfeld, in dem sich unweit östlich der Bundesautobahn 71 und der Landesstraße 2668 und der Kreisstraße 60 Quenfeld in seiner Flur einstmals angesiedelt hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde der Ort im Jahr 1057 als Quiunfelt erwähnt. Der Ort gehörte zunächst als Exklave zum Besitz des Hochstifts Würzburg in der Grafschaft Henneberg.

Um 1100 stand auf dem 506 Meter hohen Queienberg eine der Jungfrau Maria gewidmete Kapelle, die bis Ende des 15. Jahrhunderts als Wallfahrtskapelle genutzt wurde. Aus den Steinen dieser Kapelle wurde zwischen 1719 und 1721 die Dorfkirche errichtet. (Siehe Hauptartikel → Kirche in Queienfeld)

Beim Bau der A 71 entdeckten Archäologen urgeschichtliche Siedlungsspuren, die darauf hinwiesen, dass es bereits etwa 600 Jahre v. Chr. ausgedehnte Siedlungen zwischen Queienberg und Büchelberg gab.

1435 verpfändete der Würzburger Bischof den Ort an die Grafen von Henneberg-Schleusingen. Das Pfand wurde erst 1495 wieder eingelöst. 1542 kam Queienfeld als Teil der würzburgischen Exklave Meiningen im Tausch an die Grafen von Henneberg-Schleusingen. Nach deren Aussterben kam der Ort mit dem Amt Meiningen im Jahr 1583 an die Wettiner. Die Hochgerichtsbarkeit über den Ort lag zunächst bei der Zent Mellrichstadt, später unterstand Queienfeld keinem Zentverband, sondern der Hochgerichtsbarkeit des Amtes Meiningen.

Queienfeld (Grabfeld) war 1610–1658 von Hexenverfolgung betroffen. Zehn Frauen und ein Mann gerieten in Hexenprozesse, fünf Frauen wurden verbrannt, zwei Frauen enthauptet. Von vier Prozessen ist der Ausgang unbekannt. Als letzte wurde 1658 Catharina, Michael Kerns Frau, verbrannt.[2]

In Folge des "Schalkauer Tauschvertrages" kam der Ort im Jahre 1723 zum Herzogtum Sachsen-Hildburghausen und wurde dem Amt Behrungen angegliedert.[3] Nach der Neuordnung der Ernestinischen Herzogtümer kam der Ort als Teil des Amts Behrungen im Jahr 1826 wieder an Sachsen-Meiningen.

Im Jahr 2007 beging Queienfeld in der Zeit vom 17. bis 26. August seine 950-Jahr-Feier. Die Hauptfeierlichkeiten fanden auf dem traditionellen Waldfestplatz statt, auf dem auch eine 1830 gepflanzte Lutherlinde und zwei Friedenslinden aus dem Jahr 1855 stehen.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Letzte ehrenamtliche Bürgermeisterin vor der Eingemeindung war Carmen Rodeck (Die Linke). Sie wurde am 27. Juni 2004 gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Waldfest, immer zu Pfingsten findet das Openairfestival statt.
  • Waldgottesdienst unter den Linden am Queienberg jeden ersten Sonntag im Mai

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Von 1893 bis 1970 hatte Queienfeld einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Rentwertshausen–Römhild.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
  2. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes, über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Untermaßfeld 2012, S. 290f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Queienfeld, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 240-244.
  3. Beschreibung des hennebergischen Amts Behrungen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Queienfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien