Rötteln

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Luftbild von Rötteln

Rötteln (althochdeutsch: Raudinleim) ist ein Weiler in der baden-württembergischen Stadt Lörrach. Die ursprünglich deutlich größere Gemarkung Rötteln befindet sich unterhalb der Burgruine Rötteln und ist nordöstlich des deutlich größeren Stadtteils Tumringen. Nachdem Rötteln als eigenständiges Dorf aufgelöst wurde, blieb die erweiterte Burggemarkung Röttelnweiler übrig, die heute zum Ortsteil Haagen gehört.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkunde aus dem Jahr 751 mit der erstmaligen Erwähnung Röttelns

Der Ortsname wird in den Urkunden über die Jahrhunderte in verschiedenen Ausprägungen verwendet:

  • 751 n. Chr.: Raudinleim = althochdeutsch „zum roten Lehm“
  • später: Rotinlaim (800), Rótenleim (1223), Róteln (1248), Roetinlein (1254), Rotinlein, Rotenlin (1259), Roetelein (1265), Roetelnheim, Rotenlein, Rótelen (1278), Rotteln, Röteln (1287), Roetenleyn (1298), Röttelen, Rötteln, Röttlen[2]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rötteln und Evangelische Kirche

Das Dorf entstand im Mittelalter im Umfeld der Burg. Die im Dorfkern befindliche Kirche wurde am 7. September 751 zum ersten Mal als „Kirche in dem Ort, welcher genannt wird Raudinleim“ urkundlich erwähnt. Die Urkunde liegt im Archiv des Klosters St. Gallen.

Nachdem die Röttler Kirche infolge des Basler Erdbeben 1356 eingestürzt war, ließ Markgraf Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg eine neue Kirche bauen, in der jedoch erhaltene Teile des romanischen Vorgängerbaus wiederverwendet wurden. Die neue größere Kirche wurde im gotischen Stil erbaut und der Kirchenraum um die Erharduskapelle an der Nordseite mit Netzgewölbe und die Georgskapelle im Osten links des Chores als Grablege der markgräflichen Familie erweitert. 1401 wurde die neue Kirche geweiht. Zum Kirchenspiel Röttelns gehörten die Orte Röttelnweiler, Tumringen, Haagen und Hasenloch[3]. „Ehemals war Rötteln ein großer Marktflecken, und einer Stadt ähnlich.“[4] Anfang des 19. Jahrhunderts zählte es noch 31 Einwohner und hatte außer dem Pfarr- und Schulhaus drei Wohn- und fünf Nebengebäude. Die Röttler Kirche und auch die Burg Rötteln werden abends beleuchtet und strahlen dadurch weit sichtbar. Von September 2004 bis 2005 wurde die Kirche grundlegend renoviert.

Geografie und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rötteln liegt auf 333 m ü. NN Höhe. Der Ort zweigt östlich von der Serpentinenstraße, der Kreisstraße 6354, zwischen Turmringen und dem kleinen Pass Lucke ab. Nördlich von Rötteln verläuft die A 98.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ siehe Hauptartikel Röttler Kirche

In der Kirche befindet sich eine Grabkapelle des Markgrafen Rudolf III. und seiner Gemahlin Anna. Die bemalten Grabplatten gehören zu den bedeutendsten Steinplastiken im südwestdeutschen Raum[5] und besterhaltenen Zeugnissen spätgotischer Grabmalkunst.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rötteln gewirkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans von Flachslanden trat 1463 als Bürgermeister von Basel zurück und wurde markgräflicher Landvogt von Rötteln, wo er 1476 starb.

Der Theologe und Reformator Thomas Grynaeus war von 1558 bis zu seinem Tod 1564 Pfarrer und Superintendent in Rötteln. Sein Sohn Johann Jakob Grynaeus folgte ihm in der Funktion von 1565 bis 1575.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Haagen (Hrsg.), Fritz Schülin: Rötteln-Haagen, 1965.
  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Lörrach (Hrsg.): Der Landkreis Lörrach, Band II (Kandern bis Zell im Wiesental), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1994, ISBN 3-7995-1354-X, S. 138−139.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rötteln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Rötteln – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Landkreis Lörrach, Band II (Kandern bis Zell im Wiesental), S. 139
  2. Gerhard Moehring: Rötteln – geschichtliche Daten und Erinnerungen zur Kirche und ihres Erbauers 750–1550. In: Das Markgräflerland, Band 1/2001, S. 17.
  3. siehe Eintrag Hasenloch (Aufgegangen) auf Landeskunde entdecken online - leobw
  4. Geographisch-statistisch-topographische Beschreibung von dem Kurfürstenthume Baden, Band 1, Verlag der Ch. Fr. Müller´schen Buchhandlung und Hofbuchdruckerey, 1804, S. 400. online bei der Bayerischen Staatsbibliothek
  5. Stadt Lörrach: Kirchen in Lörrach
  6. Kunst. Thermen. Wein. Entdeckungsreisen durch das Markgräflerland, S.33

Koordinaten: 47° 37′ 57″ N, 7° 39′ 34″ O