Tumringen

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Tumringen
Stadt Lörrach
Ehemaliges Gemeindewappen von Tumringen
Koordinaten: 47° 37′ 35″ N, 7° 39′ 22″ O
Höhe: 291 m
Fläche: 4,39 km²
Einwohner: 3300
Bevölkerungsdichte: 752 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1935
Postleitzahl: 79539
Vorwahl: 07621
Karte
Stadtteil Tumringen

Tumringen (Alemannisch: Dumringe) ist seit 1935 ein Stadtteil von Lörrach, der westlich des Flusses Wiese gelegen ist. Nordöstlich von Tumringen befindet sich der historische Weiler Rötteln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tumringen 1906

Im Jahr 767 wurde Tumringen als Tohtarinchova erstmals erwähnt, die Gemarkung war aber wohl schon länger besiedelt. Eine weitere Erwähnung erfolgt 890 in einer Urkunde Kaiser Arnulfs, in der Tumringen als Besitz des Klosters St. Gallen beschrieben wird. Später war Tumringen Teil der Herrschaft Rötteln. Seit dem 16. Jh. wurde in der Tumringer Kirche lutherisch gepredigt.

1591 erfolgte der Bau einer Brücke über den Fluss Wiese. Im Dreißigjährigen Krieg und in den Kriegen Ludwigs XIV. wurde der Ort, der sich in der Nähe zum strategisch wichtigen Rheinübergang in Basel befand, weitgehend zerstört. Die Bewohner Tumringens waren offenbar traditionell besonders wehrhaft, worauf jedenfalls ihr heutiger Spitzname Güggel hinweist. 1731 wurden die Grenzen zu den Nachbargemeinden festgelegt. 1742 erfolgte der Bau einer steinernen Brücke über die Wiese.

Im 19. Jahrhundert erfolgte die Industrialisierung des Wiesentales, wo sich vor allem Textilbetriebe ansiedelten. In den Jahren 1920/21 war auf Tumringer Gemarkung der Flugplatz Lörrach in Betrieb. Nach dem Ersten Weltkrieg litt Tumringen unter einer wirtschaftlichen Krise, weshalb u. a. auch der Plan zum Bau eines Kriegerdenkmals aufgegeben werden musste. Im Jahr 1925 hatte Tumringen 1196 Einwohner.[1] Man begann, die Möglichkeiten einer Eingemeindung nach Lörrach zu diskutieren, welche mit einem Festakt am 1. Oktober 1935 vollzogen wurde.

Tumringen litt lange unter starkem Verkehrsaufkommen, wobei der Bau der Autobahn A 98 zunächst Entlastung brachte und seit 1988 vor allem den überregionalen Verkehr an Tumringen und Lörrach vorbeiführt. Heute wird die Bebauung von Lörrach und Tumringen nur noch durch die Wiese getrennt. Durch die Neubebauung des Areals im Bereich der Einmündung der Mühlestraße in die Freiburger Straße erfährt Tumringen erstmals eine sichtbare Urbanisierung mit zusätzlichen Einkaufsmöglichkeiten und einer modernen hinter der Grundschule befindlichen Mehrzweckhalle.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zweigeteilte Wappen von Tumringen zeigt links die badischen Farben, einen roten Schrägbalken auf goldenem Grund. Auf der rechten Seite ist ein stehender, schwarzer Bär auf goldenem Grund zu sehen. Das Wappen deutet auf die Zugehörigkeit zur Markgrafschaft und später zum Großherzogtum Baden (links), Besitz des Klosters St. Gallen (rechts). Das Wappen wurde 1905 eingeführt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild von Turmringen aus südlicher Richtung

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größere Unternehmen in Tumringen sind:

  • GABA GmbH (orale Prävention, beispielsweise aronal, elmex, meridol)
  • OBB (Oberbadische Bettfedernfabrik GmbH)
  • Werkzeugbau Jochum

Daneben existieren eine Reihe mittelständischer Betriebe, sowie einer der wenigen Lörracher Betriebskindergärten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Tumringer Gemarkung befindet sich die Autobahn-Anschlussstelle 4 (Kandern), die nordwärts ins Kandertal und südwärts über die Lucke nach Tumringen und Lörrach führt.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Grundschule von Tumringen befindet sich in einem Bau aus dem Jahre 1909. Vorher war die Schule im späteren Rathaus der Gemeinde untergebracht, in dem sich heute eine Bank befindet. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde in den 2010er Jahren um einige Meter verschoben um die Erschließung des Baugebiets Tumringen-Süd zu erleichtern. Von 2014 bis 2016 wurde eine Sporthalle mit Mensa und Erweiterungsräumen angebaut. Die Grundschule ist heute zweizügig mit ca. 130 Schülern und zehn Lehrkräften.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Turnverein Tumringen 1898 e.V.
  • FV Tumringen 1910 e.V.
  • Güggel-Clique Tumringen
  • Gesangsverein

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Schärer: Der Flugplatz Lörrach in Tumringen, 1988.
  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Lörrach (Hrsg.): Der Landkreis Lörrach, Band II (Kandern bis Zell im Wiesental), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1994, ISBN 3-7995-1354-X, S. 162–166.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tumringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Lörrach. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).