Radmarathon (Straße)

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Dieser Artikel befasst sich mit Radmarathons im Straßenradsport, zu Marathons im MTB-Sport siehe Mountainbike-Marathon

Ein Radmarathon ist eine organisierte Langstreckenradfahrt, die über einen Tag oder mehrere Tage ohne Etappen ausgetragen wird. Sie werden oft auch als Velothon bezeichnet,[1] wie z.B. der Velothon Berlin.

Radmarathons werden sowohl als Radrennen, Jedermannrennen oder auch ohne Wettbewerbscharakter ausgetragen. Werden sie als Radrennen ausgetragen, können sie nicht in den internationalen Rennkalender des Weltradsportverbands eingetragen werden, sondern nur in die Kalender der nationalen Verbände.[2]

Internationale Radmarathons[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte internationale Radmarathons sind der österreichische Ötztal-Radmarathon über vier Alpenpässe oder sein Schweizer Pendant, das Alpenbrevet.

Eine extreme Variante ist das über 5000 km lange Race Across America (RAAM), das in Form eines Rennens von der US-amerikanischen West- zur Ostküste führt. Eine Qualifikation für RAAM in Europa bietet zum Beispiel der Schweizer Radmarathon.

Das Transcontinental Race (TCR) führt über 4000 km von Flandern über die Alpen nach Istanbul. Die Route ist nicht vorgegeben, jedoch sind definierte Streckenpunkte zu passieren.[3] 2015 waren diese beispielsweise Mont Ventoux – Strada dell’Assietta – VukovarMount Lovćen.[4]

Radmarathons in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im deutschen Straßenradsport werden Radtourenfahrten für Hobbyfahrer laut Definition des BDR dann als Radmarathon bezeichnet, wenn sie mindestens 200 Kilometer lang sind. Eine Zeitnahme gibt es dabei nicht. Bekannte Veranstaltungen sind beispielsweise der Schwarzwald-Ultra-Rad-Marathon (SURM) in Alpirsbach, der Rhön-Radmarathon in Bimbach, der Siegerland-Radmarathon in Krombach, der 3-Seen Radmarathon in Korbach und die Mecklenburger Seen Runde bei Neubrandenburg.

In Deutschland gibt es mehrere Radmarathons, die länderübergreifend geführt werden. So geht es beispielsweise beim Gardaman über 620 km von Nürnberg bis zum Gardasee. Ebenfalls überregional bekannt ist die FichKona, bei der jährlich 601 km vom Erzgebirge bis an die Ostsee gefahren werden.

Radmarathons in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich findet seit 2014 jährlich der Gran Fondo Giro d'Italia Vienna statt. Dabei handelt es sich um eine offizielle Veranstaltung der Giro d’Italia Hobbyrennserie und um Österreichs einzigen City-Radmarathon. Bei dem Rennen kann zwischen zwei Distanzen gewählt werden - dem Medio Fondo und dem Gran Fondo. Beide Strecken führen durch die Wiener Innenstadt und Niederösterreich. Start und Ziel befinden sich vor dem Ernst-Happel-Stadion im Wiener Prater. Seit 2013 findet der * In Velo Veritas statt.

Brevets und Audax in Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweit beliebt sind die aus Frankreich stammenden so genannten Brevets (auch randonnées), die ihren Ursprung in einigen traditionellen Profi-Eintagesrennen haben. Das bekannteste und mit mehr als 6000 Teilnehmern beliebteste Brevet ist der gut 1200 km lange Klassiker Paris-Brest-Paris, der alle vier Jahre stattfindet. Auch Bordeaux–Paris über 600 km war populär.

Weniger verbreitet sind die ebenfalls aus Frankreich stammenden Audax-Fahrten, die im geschlossenen Verband stattfinden. Höhepunkt der Audax-Fahrten ist der 1200 km lange Klassiker Paris-Brest-Paris, der nur alle fünf Jahre stattfindet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. www.velothon-majors.com abgerufen am 11. April 2014
  2. UCI-Reglement für den Straßenradsport, dort 2.9.001 "Other Races". uci.ch, 1. November 2015, abgerufen am 22. November 2015 (pdf, englisch).
  3. Von Flandern an den Bosporus – Das wahrscheinlich härteste Radrennen der Welt. Deutschlandradio Kultur, 9. August 2015, abgerufen am 11. August 2015.
  4. TransContinental Race announces 2015 checkpoints. road.cc, 28. Oktober 2014, abgerufen am 11. August 2015. (englisch)