Rainer Wieczorek

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Rainer Wieczorek, 2010

Rainer Wieczorek (* 1956 in Darmstadt) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Schulabbruch und Musikalienhändler-Lehre holte Rainer Wieczorek auf dem Zweiten Bildungsweg das Abitur nach und studierte anschließend Germanistik und Sozialpsychologie. Seit 1992 unterrichtet er an der Bertolt-Brecht-Schule Darmstadt.

Von 1995 bis 2009 gestaltete er mit Andreas Müller das Programm des Darmstädter Literaturhauses.

Im literarischen Schaffen Wieczoreks stellen Künstlernovellen den Schwerpunkt dar. Zunächst veröffentlichte er die Trilogie Zweite Stimme, Tuba-Novelle und Der Intendant kommt, die von Bruno Steiger in der NZZ[1] und Jochen Schimmang in der taz[2] positiv besprochen wurde. Wiederholt wurde Wieczoreks Sprachwitz hervorgehoben, der mal als »leise und melancholisch«[3], mal als »funkelnd und zugleich abgründig intellektuell«[4] beschrieben wird. Über Wieczoreks Künstlernovelle Pirmasens schrieb Willi Huntemann im Januar 2021 auf literaturkritik.de: »Es zeichnet Wieczoreks Kunst aus, dass er ein außer Mode geratenes Genre wie die Künstlernovelle nicht nur aufgreift und oberflächlich aktualisiert […], sondern von der Schreibweise her erneuert.« 

Eine Hörspiel-Adaption der Tuba-Novelle durch Matthias Baxmann und Ralph Gerstenberg (mit Burghard Klaußner und Jens Harzer unter der Regie von Gottfried von Einem) wurde 2013 vom MDR urgesendet[5] und von nahezu allen ARD-Anstalten übernommen. Das Staatstheater Darmstadt widmete der Auseinandersetzung mit diesen Novellen im Frühjahr 2015 sechs Abende.[6]

In den Jahren 2016 und 2017 erschienen zwei weitere Künstlernovellen Wieczoreks. 2018 veröffentlichte der Dittrich Verlag eine zweibändige Werkausgabe. November 2020 erschien Wieczoreks Novelle Pirmasens, die sich – wie bereits die Novelle Zweite Stimme mit der Deindustrialisierung in der alten BRD beschäftigt.

Rainer Wieczorek lebt in Darmstadt.[7]

Einzeltitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werkausgabe in zwei Bänden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NZZ am Sonntag vom 28. März 2010
  2. taz.de: „Wenn alles Kunst geworden ist“
  3. Echo Zeitungen GmbH: Nachtmusik in der Orgelfabrik - Echo Online. Abgerufen am 9. Dezember 2018.
  4. Von Willi Huntemann: Ein Kollektiv der Künste in Weikersheim - Mit der Novelle „Form und Verlust“ schreibt Rainer Wieczorek unbeirrt seine Kunst-Prosa fort : literaturkritik.de. Abgerufen am 9. Dezember 2018 (deutsch).
  5. Hörspiel-Rückschau im Dezember 2013
  6. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.staatstheater-darmstadt.de Staatstheater Darmstadt, Spielplan Februar 2015
  7. Kurzvita. Website Rainer Wieczoreks.
  8. Hans-Jürgen Linke: Die Bildung des eigenen Tons: Rainer Wieczoreks literarisches Porträt des Musikers Heinz Sauer. In: Frankfurter Rundschau. 14. März 2021, abgerufen am 1. April 2021.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]