Rakoniewice

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Rakoniewice
Wappen von Rakoniewice
Rakoniewice (Polen)
Rakoniewice
Rakoniewice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Grodziski (Großpolen)
Fläche: 3,40 km²
Geographische Lage: 52° 8′ N, 16° 16′ O52.14083333333316.273055555556Koordinaten: 52° 8′ 27″ N, 16° 16′ 23″ O
Einwohner: 3522
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 62-067
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: PGO
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WolsztynPoznań
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 27 Ortschaften
25 Schulzenämter
Fläche: 201,15 km²
Einwohner: 13.049
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3005043
Verwaltung
Bürgermeister: Gerard Szymon Tomiak
Adresse: os. M. Drzymały 25
62-067 Rakoniewice
Webpräsenz: www.rakoniewice.pl



Rakoniewice (deutsch: Rakwitz, früher auch Polnisch Freystadt[2][3][4]) ist eine Stadt mit 3.261 Einwohnern im Landkreis Grodzisk Wielkopolski, Woiwodschaft Großpolen in Polen.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Rakoniewice liegt auf einer Anhöhe an der Landstraße Nr. 32 zwischen Grodzisk Wielkopolski und Wolsztyn. Die Gemeinde Rakoniewice grenzt an die Gemeinden Wolsztyn, Wielichowo, Kamieniec, Siedlec, Przemęt, Grodzisk Wielkopolski und Nowy Tomyśl.

Geschichte[Bearbeiten]

Rakwitz südwestlich der Stadt Posen und nordöstlich der Stadt Züllichau auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Mit dem Siegel von Bolesław V. dem Schamhaften versehene lateinische Urkunde von 1252, in der ein Raczono als Besitzer des Dorfes genannt wird.
Katholische Stadtkirche
Ehemalige evangelische Stadtkirche, beherbergt heute das Feuerwehrmuseum

Der Ort wurde zum ersten Mal 1252 schriftlich erwähnt. Bei dem Dorf Rakonewice ließ der Grundherr Christoph Grzymultowski, Kastellan von Posen,[3] für deutsche Protestanten eine Stadt nach Magdeburger Recht erbauen, die nach dem Willen des Stifters eigentlich Freystadt heißen sollte, doch setzte sich der Dorfname durch; die lateinische Urkunde hierfür wurde am 24. Februar 1662 von König Johann II. Kasimir bestätigt.[4] Zu dieser Zeit wurden in der Stadt und ihrer Umgebung zahlreiche evangelische Deutsche und Tschechen angesiedelt. Von Grzymultowski ging die Stadt an Matthias Radomicki über, der den Gründungsbrief 1696 bestätigte. 1708 brannte die Stadt zur Hälfte ab. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts befand sich die Stadt im Besitz der verwitweten Kastellanin von Zakrzewski.[4]

1793 kam die Stadt an Preußen. 1797 bestand die Stadtbevölkerung zu einem Viertel aus Polen.[4] Im 19. Jahrhundert befand sich die Stadt im Besitz der Familie Czarnecki.[4] Wichtige Erwerbsquellen der Stadtbevölkerung basierten auf dem Wein- und Hopfenanbau in der Umgebung.

Die Stadt, die seit 1815 zum Landkreis Bomst in der preußischen Provinz Posen gehört hatte, musste nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden.

1939 wurde Rakwitz von der deutschen Wehrmacht besetzt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und Besetzung durch die Rote Armee wurde die Stadt der Verwaltung der Volksrepublik Polen übergeben. In der Folgezeit wurden die deutschen Einwohner aus Rakwitz vertrieben und durch Polen ersetzt.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten]

  • 1800: 1.115, davon 105 Juden[4]
  • 1843: 1.715[4]
  • 1861: 2.012[4]
  • 1875: 2.058[5]
  • 1880: 2.136[5]
  • 1890: 2.201, davon 1.238 Evangelische, 797 Katholiken und 127 Juden[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Robert Koch (1843–1910), deutscher Mediziner und Mikrobiologe, hatte in Rakwitz drei Jahre lang, von 1869 bis 1872, seine erste Arztpraxis.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde gehören neben der Stadt Rakoniewice weitere 25 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[6][7][8] mit einem Schulzenamt:

  • Adolfowo (Adolfowo, 1939–1945 Adolfsruh)[7]
  • Blinek
  • Błońsko
  • Cegielsko
  • Drzymałowo
  • Elżbieciny (Elzbieciny, 1939–1945 Elisabethhof)[8]
  • Głodno (Glodno, 1939–1945 Gloden)[8]
  • Gnin (Gnin, 1939–1945 Gotthardswalde)[7]
  • Gola (Gola, 1939–1943 Goile, 1943–1945 Obersanden)[8]
  • Goździn
  • Jabłonna
  • Komorówko
  • Kuźnica Zbąska
  • Łąkie
  • Łąkie Nowe
  • Narożniki (Naroschnik, 1939–1945 Eckenwalde)[7]
  • Rakoniewice-Wieś
  • Rataje (Rataje, 1939–1943 Rattai, 1943–1945 Treudorf)[8]
  • Rostarzewo (Rostarschewo, auch Rothenburg, 1939–1943 Rothenburg a/ Obra, 1943–1945 Rothenburg a. d. Obra)[8][9]
  • Ruchocice (Ruchocice, 1939–1945 Feldkirch (Kr. Wollstein))[8]
  • Stodolsko (Stodolsko, 1939–1945 Friedheim)[8]
  • Tarnowa (Tarnowa, 1939 Tarnowo, 1939–1945 Kampfheide)[8]
  • Terespol (Terespol, 1939–1945 Theresienau)[8]
  • Wioska (Wioska, 1939–1945 Schlieffenwalde)[7]
  • Wola Jabłońska

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind Faustynowo und Józefin.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 421–422.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 28. November 2014.
  2. http://bcul.lib.uni.lodz.pl/dlibra/publication?id=1588&tab=3
  3. a b A. C. A. Friedrich: Historisch-geographische Darstellung Alt- und Neu-Polens. Berlin 1839, S. 575
  4. a b c d e f g h Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 421–422.
  5. a b c http://www.verwaltungsgeschichte.de/pos_bomst.html
  6. Das Genealogische Orts-Verzeichnis
  7. a b c d e Vgl. Deutsche Topograph. Karte, 3863 Rakwitz
  8. a b c d e f g h i j Vgl. Weblink Amtsbezirk Rakwitz (Land) im Wartheland- Ortsumbenennungen
  9. Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 429.