Wolsztyn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wolsztyn
Wappen von Wolsztyn
Wolsztyn (Polen)
Wolsztyn
Wolsztyn
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Wolsztyn
Fläche: 4,78 km²
Geographische Lage: 52° 7′ N, 16° 7′ OKoordinaten: 52° 7′ 0″ N, 16° 7′ 0″ O
Einwohner: 13.387
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 64-200
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: PWL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: PosenZielona Góra
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 249,64 km²
Einwohner: 30.526
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3029033
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Wojciech Lis
Adresse: Rynek 1
64-200 Wolsztyn
Webpräsenz: www.wolsztyn.pl



Wolsztyn ([ˈvɔlʃtɨn], deutsch Wollstein) ist eine Stadt, etwa 75 Kilometer südwestlich von Posen in Polen. Sie hat etwa 13.500 Einwohner und ist Kreisstadt des Powiat Wolsztyński in der Woiwodschaft Großpolen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolsztyn ist umgeben von zwei Seen, dem Jezioro Wolsztyńskie (deutsch Wollsteiner See) und dem Jezioro Berzyńskie (deutsch Berzyner See), die durch die Doyca, ein Quellflüsschen der Obra, gespeist werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wollstein südwestlich der Stadt Posen und östlich der Stadt Züllichau auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).

Das heutige Wolsztyn besaß schon um 1424 Marktrechte. 1793 kam die Stadt an Preußen und gehörte ab 1807 zum Herzogtum Warschau. Ein verheerender Stadtbrand zerstörte die Stadt 1810 zu großen Teilen. Von 1815 bis 1920 gehörte die Stadt zur Provinz Posen, mit Unterbrechungen war sie Kreissitz des Landkreises Bomst und wurde dann polnisch; im deutsch besetzten Polen war Wollstein von 1939 bis 1945 Kreissitz des gleichnamigen Landkreises im Reichsgau Wartheland.

Bahnbetriebswerk Wolsztyn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eisenbahnlinie Wollstein–Bentschen (Zbąszyń) wurde 1884 in Betrieb genommen. Das Bahnbetriebswerk Wolsztyn verfügt heute über 30 Dampflokomotiven verschiedener Baureihen. Einige davon werden aufgrund einer Vereinbarung der Polnischen Staatsbahnen mit einem britischen Eisenbahnfreunde-Reiseveranstalter nach wie vor im täglichen Eisenbahnverkehr eingesetzt. Damit ist das Bahnbetriebswerk Wolsztyn das letzte Bahnbetriebswerk einer europäischen Staatsbahn, auf der normalspurige Dampflokomotiven im Regelverkehr eingesetzt werden. Auf den eingesetzten Dampflokomotiven finden auch Ausbildungskurse für Dampflokführer für Museumsbahnen statt.[2]

Dampflokparade Wolsztyn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschule Nr.1 Wolsztyn
Dampflokparade 2012

Das örtliche Bahnbetriebswerk ist europaweit das letzte, in dem noch normalspurige Dampflokomotiven im Plandienst eingesetzt werden. Daher veranstaltet dort die heutige PKP Cargo S. A. seit 1993 alljährlich eine Dampflokparade, bei der Dampflokfreunde und Dampflokomotiven aus ganz Europa zusammenkommen. Zeitgleich dazu findet ein Stadtfest statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berühmte Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wolsztyn gibt es ein Regionalmuseum mit drei Standorten [3]

  • Seit 1996 befindet sich im ehemaligen Wohnhaus von Robert Koch das Robert Koch Museum in der ul. R.Kocha 12
  • Museum für den in Auschwitz ums leben gekommenen polnischen Bildhauer und Maler Marcina Rożka in der ul. 5 Stycznia 34
  • Freilichtmuseum mit alten Dorfhäusern und einer Windmühle in der ul. Boh. Bielnika 26

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003: Lothar Bretterbauer (* 1953), Bürgermeister der Partnerstadt Lübben, aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft[4]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Wolsztyn umfasst eine Fläche von 249,64 km² mit ca. 29.300 Einwohnern. Zu ihr gehören folgende Ortschaften:

Name deutscher Name
(1815–1919)
deutscher Name
(1939–45)
Adamowo Adamowo Langenweiler
Barłożnia Gościeszyńska Barloschen bei Goscieszyn Barloschen bei Wollstein
Barłożnia Wolsztyńska Barloschen bei Wollstein Barloschen bei Eichgraben
Berzyna Vorwerk Berzyn  ?
Błocko Blocko  ?
Borki Vorwerk Borki  ?
Chorzemin Chorzemin Weitwiesen
Dębowiec Vorwerk Neu Dembowitz Vorwerk Neu Dembowitz
Gościeszyn Goscieszyn 1939–43 Eichengraben
1943–45 Eichgraben
Karpicko Karpitzko, älter Karpitzker Holland[5] Seeberg
Kębłowo Kiebel[6] Kiebel
Kębłowo-Kolonia Kiebel-Kolonie Kiebel-Kolonie
Krzyż Kreutz Kreutz
Krutla Vorwerk Krutla Vorwerk Krutla
Młyńsko Mlynsker Hauland
1906–19 Mühlental
Mühlental
Niałek Wielki Groß Nelke Groß Nelke
Nowa Dąbrowa Neu Dombrowo Neu Langenhain
Nowa Obra Neu Obra Hauland Neu Klosterwiese
Nowe Tłoki Tloker Hauland Mühlental
Nowy Widzim Neu Widzim Mühlenhöhe
Obra Obra 1939–43 Klosterwiese
1943–45 Obra
Powodowo Lehfelde Niederkiefern
Ruchocki Młyn Ruchotscher Mühle Ruchotscher Mühle
Rudno Ruden Ruden
Stara Dąbrowa Alt Dombrowo Alt Langenhain
Stary Widzim Alt Widzim 1939–43 Lindenbrück
1943–45 Neßlersbrück
Stradyń Stradyn Walddorf
Świętno Schwenten Schwenten
Tłoki Tloki 1939–43 Birkeneck
1943–45 Lockdorf
Wilcze Wilze 1937–45 Wolfsheide
Wola Dąbrowiecka Dombrofker Hauland Wolfsau
Wolsztyn Wollstein Wollstein
Wroniawy Wroniawy Niederweide

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 468–469.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolsztyn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB); abgerufen am 29. September 2017.
  2. Auf der russ'schen Eisenbahn. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4. Oktober 2011, S. 32.
  3. http://www.muzea-wolsztyn.com.pl Regionalmuseum
  4. Informationen zum Städtepartnerschaft Wolsztyn–Lübben auf der Internetseite der Stadt Wolsztyn
  5. http://www.mapywig.org/m/German_maps/series/150K_Gilly_SKvSudpreussen/Gilly_Spezialkarte_von_Suedpreussen_150k_BCUL_03_A2.jpg
  6. Carl Joseph Huebner: Historisch-statistisch-topographische Beschreibung von Südpreußen und Neu-Ostpreußen. Band 1, Leipzig 1798, S. 444.