Ramsdorf

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Ramsdorf
Stadt Velen
„In Blau eine mit goldenem (gelbem) Kreuz besteckte (goldene) gelbe Ramme..“
Koordinaten: 51° 53′ 13″ N, 6° 55′ 22″ O
Höhe: 45 m
Fläche: 33,06 km²
Einwohner: 5896 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 46342
Vorwahl: 02863
Ramsdorf (Nordrhein-Westfalen)
Ramsdorf

Lage von Ramsdorf in Nordrhein-Westfalen

Die Lange Straße in Ramsdorf mit Blick auf St. Walburga
Die Lange Straße in Ramsdorf mit Blick auf St. Walburga
Burg Ramsdorf, Gebäude von 1732 mit Heimatmuseum

Ramsdorf ist ein Ortsteil der Stadt Velen im Kreis Borken im westlichen Münsterland (Nordrhein-Westfalen). Er liegt nordwestlich des Höhenzugs Die Berge (Borken-Ramsdorfer Berge) an der Bocholter Aa, die nördlich von Velen entspringt. Bis 1975 war Ramsdorf eine eigenständige Gemeinde, die zeitweise als Wigbold besondere Rechte genoss. Das bekannteste Gebäude Ramsdorfs ist die Ramsdorfer Burg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramsdorf liegt westlich von der Kernstadt Velen und ist von den Bauerschaften Bleking, Holthausen, Nordvelen, Waldvelen, Ostendorf, Krückling und Heddier bzw. Knüverdarp umgeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der Bredevoorter Fehde (1319–1326) zwischen Geldern und Münster ließ Bischof Ludwig Landgraf von Hessen Ramsdorf mit Gräben und einem Palisadenzaun befestigen. Am 25. Mai 1319 wurde das Dorf zum Wigbold erhoben. Damit galten die Einwohner nicht mehr als Hörige und waren von grundherrlichen Diensten befreit. Das vormalige Dorf erhielt Marktrecht, durfte Gerichtsbarkeit ausüben und einen Rat unter den Bürgern wählen lassen.[2]

1348/49 wütete die Pest in Ramsdorf. Die Epidemie war möglicherweise neben der Nähe zum bedeutenderen Borken ein Grund dafür, dass Ramsdorf im weiteren Verlauf keine größere Bedeutung erlangte.[2]

1425 wurde der bischöfliche Haupthof in Ramsdorf zur Burg ausgebaut. Burg Ramsdorf wurde bereits 1451 im Zuge der Münsterischen Stiftsfehde (1450–1457) zerstört, später aber wieder aufgebaut.[3]

Die erste jüdische Familie wurde 1749 in Ramsdorf ansässig.[4]

Die Gemeinden Stadt Ramsdorf (Stadt nach der Landgemeindeordnung 1856 in der Provinz Westfalen) und Kirchspiel Ramsdorf wurden am 1. April 1959 zur neuen Gemeinde Ramsdorf zusammengeschlossen.[5] Am 1. Januar 1975 schlossen sich die beiden Gemeinden Ramsdorf und Velen aufgrund jeweiliger Ratsbeschlüsse vom 29. April 1974 zur neuen Gemeinde Velen zusammen.[6]

Am 26. Juli 1958 gegen 18:30 Uhr fielen in Ramsdorf die Bruchstücke eines Meteoriten vom Himmel. Der Fall wurde von Kindern beobachtet und zwei Bruchstücke mit einem Gewicht von 4680 g und 2015 g wurden geborgen. Es handelte sich um einen gewöhnlichen Chondriten vom Typ L6.[7][8] Das Ereignis ging als Meteoritenfall von Ramsdorf in die Dorfgeschichte ein.

Kultur und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kulturelle Leben des Ortes ist geprägt durch eine Vielzahl von Vereinen, die im Folgenden aufgeführt sind:

  • Spielmannszug Ramsdorf
  • Schützenverein Ramsdorf-Stadt
  • VFL Ramsdorf
  • Schützenverein Holthausen-Bleking
  • Junggesellen Schützenverein Bleking-Holthausen
  • Schützenverein Ostendorf
  • KLJB Ramsdorf
  • DPSG Velen-Ramsdorf
  • Tennisverein Blau-Weiß Ramsdorf
  • Männerchor Concordia Ramsdorf 1878
  • Angelsportgemeinschaft Ramsdorf
  • Ramsdorfer Kreisel

Es gibt vier jährlich stattfindende Schützenfeste: Am zweiten Mai-Wochenende findet das Fest des Schützenvereins Ostendorf statt. An Christi Himmelfahrt feiert der Schützenverein Holthausen-Bleking. Am zweiten Juli-Wochenende wird das Stadtschützenfest in Ramsdorf gefeiert, eine Woche später findet das Junggesellen-Schützenfest Holthausen-Bleking statt.
Die KLJB richtet am vierten Sonntag im Juli ein Beachvolleyball-Turnier aus.
Zwei Märkte – der Walburgis- und der Südring-Markt – ergänzen die Reihe der Veranstaltungen.

Bildung und Weiterbildung.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Grundschule und eine weiterführende Schule am Ort:

  • Die Walburgisschule Ramsdorf ist eine katholische Grundschule, die als offene Ganztagsschule betrieben wird. Schulträger (Diensteanbieter im Sinne des RStV/TMG) ist die Stadt Velen.
  • Die Abraham-Frank-Schule ist eine Sekundarschule für die Klassenstufen 5–10, die als Ganztagsschule betrieben wird. Schulträger ist die Stadt Velen.[9]
  • Die Volkshochschule Borken betreibt eine Geschäftsstelle in Ramsdorf und bietet dort auch Kurse an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Walburgisplatz im Zentrum des Ortes steht die katholische Pfarrkirche St. Walburga. Es handelt sich um eine spätgotische Pseudobasilika mit hohem Westturm. Querhaus und Chor sind als Erweiterung in neugotischen Formen ausgeführt.

Rund 100 Meter südwestlich der Kirche steht die Burg Ramsdorf. Ihre ältesten Teile stammen aus dem 15. Jahrhundert. Das bestehende rechteckige Backsteingebäude stammt von 1732. Es beherbergt heute das Heimatmuseum. Anhand zahlreicher Objekte wird die Geschichte des Ortes dargestellt, beginnend von der Urzeit bis in die Gegenwart.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport- und Freizeitmöglichkeiten bieten das Freibad, sowie das angeschlossene Tennis-Gelände. Ebenso verfügt Ramsdorf über zwei Fußballplätze (Wulfkamp-Stadion und Ascheplatz an der Sekundarschule). Die beiden Mehrzwecksporthallen von Grund- und Sekundarschule werden zudem von diversen Sportvereinen genutzt.

Rad- und Wanderwege bestehen in Ostendorf, Holthausen und Krückling, sowie am Lünsberg. Ramsdorf besitzt zudem einen ausgedehnten Stadtwald.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volker Tschuschke (Bearb.): Ramsdorf (= Historischer Atlas westfälischer Städte, Bd. 6). Ardey, Münster 2014, ISBN 978-3-87023-375-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ramsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen Daten Fakten 2012, velen.de
  2. a b Detlef Fischer: Chronik des Münsterlandes. 1. Auflage. Aschendorff Verlag, Münster 2003, ISBN 3-402-05343-8, S. 69.
  3. Stadt Velen: Geschichte, abgerufen am 28. August 2018
  4. Norbert Fasse: 600 Jahre jüdisches Leben in Borken und Gemen. Ein Überblick. In: Mechtild Schöneberg, Thomas Ridder, Norbert Fasse (Hrsg.): Die jüdischen Gemeinden in Borken und Gemen. Geschichte, Selbstorganisation, Zeugnisse der Verfolgung. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-89534-704-7, S. 1–127, hier S. 24.
  5. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 274.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 313.
  7. Der Meteorit von Ramsdorf (Memento vom 4. Oktober 2007 im Internet Archive)
  8. Der Meteorit von Ramsdorf (pdf) (Memento vom 5. Juli 2010 im Internet Archive)
  9. a b Details siehe Humberghaus
  10. Schützenpost, 2012, S. 32