Borken

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Borken in Nordrhein-Westfalen, zur gleichnamigen Stadt in Hessen siehe Borken (Hessen), zu anderen Orten siehe Borken (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Borken
Borken
Deutschlandkarte, Position der Stadt Borken hervorgehoben
Koordinaten: 51° 51′ N, 6° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Borken
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 152,97 km²
Einwohner: 42.272 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 276 Einwohner je km²
Postleitzahl: 46325
Vorwahlen: 02861, 02862 (Weseke, Burlo), 02865 (Rhedebrügge teilw.), 02872 (Rhedebrügge teilw.)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BOR, AH, BOH
Gemeindeschlüssel: 05 5 54 012
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Im Piepershagen 17
46325 Borken
Webpräsenz: www.borken.de
Bürgermeisterin: Mechtild Schulze Hessing (CDU)
Lage der Stadt Borken im Kreis Borken
Kreis Borken Nordrhein-Westfalen Kreis Kleve Kreis Wesel Kreis Coesfeld Kreis Coesfeld Niedersachsen Kreis Steinfurt Niederlande Raesfeld Heiden Rhede Bocholt Borken Reken Velen Stadtlohn Heek Ahaus Gescher Legden Schöppingen Gronau Vreden Südlohn IsselburgKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Borken (plattdeutsch Buorken) liegt im westlichen Münsterland im Nordwesten des Landes Nordrhein-Westfalen und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Borken (Regierungsbezirk Münster) sowie dessen Kreisstadt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borken gehört landschaftlich zur Westfälischen Bucht. Die Stadt, die direkt am Nordwestrand des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland und westlich des Höhenzugs Die Berge liegt, wird von der Borkener und Bocholter Aa durchflossen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winterswijk
(Niederlande)
Südlohn
(Kreis Borken)
Stadt Velen
(Kreis Borken)
Stadt Rhede
(Kreis Borken)
Windrose klein.svg Heiden
(Kreis Borken)
Raesfeld
(Kreis Borken)
Dorsten
(Kreis Recklinghausen)


Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz mit Kirchturm von St. Remigius

Die Stadt Borken hat 41.323 Einwohner (31. Dezember 2011), davon 21.046 weiblich und 20.277 männlich. Sie ist entstanden durch die Eingemeindung von neun Umlandgemeinden.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Borken hat 1969 mehrere Eingemeindungen vorgenommen, die zu 12 Stadtteilen führten.

Das Amt Gemen-Weseke mit der Stadt Gemen der Gemeinde Weseke wurde in die Stadtteile Gemen, Kirchspiel Gemen und Weseke überführt. Das Amt Marbeck-Raesfeld wurde aufgelöst, Raesfeld wurde eigenständig die anderen Gemeinden wurden in die Stadtteile Marbeck, Hoxfeld, Grütlohn, Rhedebrügge, Burlo/Borkenwirthe und Westenborken überführt.

Stadtteile (teilweise zusammengefasst) Einwohner
Borken (Hauptort) 20107
Gemen und das Kirchspiel Gemen 7466
Weseke 4968
Burlo/Borkenwirthe 3577
Grütlohn, Hoxfeld, Rhedebrügge und Westenborken 2762
Marbeck 2463

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Gemen im gleichnamigen Stadtteil

Bereits um 800 wurde die damalige Hofansammlung „Burg“ oder „Burk“ von Karl dem Großen als Lager auf seinen Reisen genutzt. Der Name stammt auch aus dieser Zeit und ist eine Entwicklung über Burke, Burken zu Borken. Im Jahre 1226 erfolgte die urkundliche Verleihung der Stadtrechte durch Bischof Dietrich III. von Isenberg (auch Fürstbischof Dietrich III. von Münster). Mit der am 19. Oktober 1765 im Kloster Mariengarden geschlossen Burloer Konvention wurde der bis dahin umstrittene Grenzverlauf zwischen der niederländischen Provinz Gelderland und dem Fürstbistum Münster verbindlich geregelt und blieb seitdem unverändert.[2] Die Stadtbefestigung aus Stadtmauern und Türmen wird erstmals 1391 erwähnt. Von 1803 bis 1810 gehörte Borken zum Fürstentum Salm, ab 1810 zum französischen Kaiserreich. 1815 wird Borken dann preußisch und kommt zur Provinz Westfalen. Gleichzeitig wird Borken Verwaltungssitz des neugebildeten Kreises Borken. Zwischen 1880 und 1905 erfolgt der Anschluss an das Eisenbahnnetz (1880 Linie Wanne-Borken-Winterswijk, 1901 Empel-Bocholt-Borken und Borken-Burgsteinfurt, 1905 Borken-Coesfeld-Münster). Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wird der historische Stadtkern Borkens weitgehend zerstört. Zwischen 1975 und 1978 kommt es zur Sanierung und Neugestaltung der südlichen Altstadt. Hierbei werden die letzten Reste der historischen Bebauung, die den Zweiten Weltkrieg überdauerten, abgebrochen. Im Jahre 2001 feierte Borken sein 775jähriges Bestehen. Borken gehörte 2012 zu den wenigen Städten in Deutschland, die keine eigenen Schulden hatten.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der kommunalen Neugliederung erfolgte am 1. Juli 1969 die Eingemeindung der Stadt Gemen und der bis dahin selbständigen Gemeinden Borkenwirthe, Kirchspiel Gemen, Grütlohn, Hoxfeld, Marbeck, Rhedebrügge, Weseke und Westenborken.[4]

Ausgliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurde ein kleines Teilgebiet aus der vormaligen Gemeinde Marbeck mit damals etwa 240 Einwohnern an die Nachbargemeinde Heiden abgetreten.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 52,1 % (2009: 59,7 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,6 %
21,8 %
10,7 %
4,1 %
10,1 %
2,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+8,4 %p
-2,7 %p
-0,7 %p
-6,1 %p
+1,7 %p
-0,4 %p
Anmerkungen:
f Freie Wähler Borken
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 38 Sitze im Stadtrat verteilen sich nach den Ergebnissen der 2009 und 2014 folgendermaßen auf die Parteien:[7][8]

Partei Sitze 0 Stimmenanteil
2009 2014 2009 2014
Christlich Demokratische Union 16 20 42,2 % 50,6 %
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 10 8 24,5 % 21,8 %
Bündnis 90/Die Grünen 3 4 8,7 % 10,1 %
Freie Demokratische Partei 4 1 10,2 % 4,1 %
UWG 4 4 11,4 % 10,7 %
FWB 1 1 3,2 % 2,8 %

Wappen und Banner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadt ist mit Urkunde der Bezirksregierung Münster vom 22. April 1970 das Recht zur Führung eines Wappens und einer Flagge (Banner) verliehen worden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber (Weiß) aus dem Schildfuß wachsend eine runde schwarzgefugte rote Befestigung mit umlaufender Zinnenmauer, darin ein romanischer Rundbogen mit Schlussstein, zwei silbernen (weißen) Rundbogenportale umschließend, überragt von drei Rundtürmen, die Flankentürme mit vorkragendem dreizinnigem Abschluss und schwarzem Doppelfenster darunter, der mittige Turm größer mit vierpassförmiger silberner (weißer) Fensterrose unter dem facettierten Kuppeldach mit aufliegender Turmkugel.“

In früheren Wappendarstellungen des 20. Jahrhunderts erschien das Kuppeldach grün, andere Versionen zeigen das Wappenbild in nicht-perspektivischer Form. Erteilung 24. Juni 1910 und 22. April 1970. Eine weitere Version weist das Wappen mit einer Schildkrone aus einer von drei Zinnentürmen überragten Zinnenmauer mit Portal als Stadtwappen aus.

Das Wappen geht auf das älteste Stadtsiegel (ältester Abdruck von 1263) zurück[9], das, ohne Zinnenmauerkranz, die Flankentürme mit Spitzdächern und den mittleren mit Flachkegeldach und Zinnen zeigt. Als Wappenbild erschien es erstmals 1578, aufgenommen in die Schützenkette des St.-Johanni-Bürgerschützenvereins. In dieser Zeit wurde der Mauerring hinzugefügt. Es wird als redendes Wappen „Burg – Burk – Borken“ verstanden, obgleich der Name mehr als 500 Jahre bevor der Errichtung der Stadtbefestigung bestand. Herkunft und Bedeutung der Farben ist nicht bekannt.

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung des Banners: „Banner in drei Streifen im Verhältnis 3 : 5 : 3 von Rot zu Weiß zu Rot längsgestreift; zeigt auf der weißen Bahn etwas über die Mitte nach oben verschoben das Stadtwappen ohne Schild.“[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Propsteikirche Sankt Remigius
Heilig-Geist-Kirche am Marktplatz
Stadtsanierung 1976–1979: Haus Kornmarkt 4 (ehem. Vennestraße 1)
Haus An der alten Windmühle 1 mit dem Rest des Vennetores.
Kuhmturm, Rest der Stadtbefestigung
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Bauwerke in Borken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Papenstegge 10, südöstlich der Propsteikirche, befindet sich inmitten einer Grünanlage die ehemalige Dechanei (heute katholisches Propstei-Pfarramt). Der zweigeschossige verputzte Backsteinbau wurde 1769 erbaut.
  • Johanneskirche (um 1700, barocke Ausstattung)
  • Ehemalige Heiliggeist-Kirche (Stadtmuseum und Sitzungssaal). Die frühere Gastkirche des Hospitals zum Heiligen Geist wurde 1809 profaniert. Es handelt sich um eine um 1380/90 erbaute Backstein-Saalkirche mit Dachreiter. Die Nord- und Südseite mit ihren Blendarkaden und Rautenmustern sind als Schaugiebel konzipiert. Im Zweiten Weltkrieg vollständig ausgebrannt, wurde das Gebäude 1950–1952 äußerlich unverändert wiederaufgebaut und in den östlich anschließenden Rathausneubau einbezogen. Seit 1966 dient das einstige Gotteshaus als Stadtmuseum.
  • Ehemalige Pfarrkirche St. Josef, erbaut in den 1950'er Jahren, profaniert 2006. Sehr kostenintensiver Umbau. Heutige Nutzung: Jugendzentrum, VHS.
  • Ehemaliges Rathaus (Stadtmuseum und Läden), Heilig-Geist-Straße. Der schlichte Backsteinbau, der unter Einbeziehung der ehemaligen Heiliggeist-Kapelle entstand, wurde 1953 eingeweiht. Das zweigeschossige traufständige Gebäude mit Satteldach, das noch ganz in der Tradition der so genannten Heimatschutzarchitektur steht, wird im Osten von einem viereckigen Turm flankiert, der von einer Balustrade abgeschlossen wird. Bekrönt wir der Turm, der im Erdgeschoss mit einer Arkade versehen ist, von einem zierlichen, mit Kupfer gedeckten Glockentürmchen. Im Laufe der Zeit wurde das Untergeschoss des Rathauses verändert und mit Ladeneinbauten versehen. Seit 1987 wird der Bau als Stadtmuseum genutzt; die Stadtverwaltung ist heute in dem Gebäudekomplex Im Piepershagen 17 untergebracht.
  • Gründerzeitliche Villen an der Heidenerstraße (u. a. Villa Bierbaum, Villa Büning).
  • Wohnbauten. Noch kurz vor Kriegsende, im Frühjahr 1945, wurde der gut erhaltene Ortskern von Borken zu 80 % zerstört.[11] Weitgehend unversehrt blieb lediglich der südliche Teil der Altstadt um die Johanniter- und Vennestraße. Doch anstatt hier eine behutsame Objektsanierung durchzuführen, wurde die alte Bausubstanz im Rahmen der ab 1976 durchgeführten Stadtsanierung vollständig abgeräumt, darunter auch das klassizistische, um 1800 entstandene Haus Vennestraße 8.[12] Die Vennestraße wurde schließlich aufgegeben und mit einem den Maßstab sprengenden Einkaufszentrum, über dem sich die Stadthalle befindet, großflächig überbaut.[13] Verschont blieb lediglich das bedeutende Baudenkmal Johanniterstraße 2 (heute Hausnummer 22), das 1974–1976 umfassend erneuert wurde. Der verstümmelte Giebel des zweigeschossigen Backsteinhauses konnte anhand von gut dokumentierten Vergleichsbeispielen rekonstruiert werden. Für die neue Nutzung als Gaststätte wurde das Innere weitgehend entkernt und neu aufgeteilt. Zwar wurde das Äußere in seinen vermuteten Originalzustand zurückversetzt; jedoch hatten die Baumaßnahmen letztendlich einen weitgehenden Verlust der historischen Substanz zur Folge. Ursprünglich sollte auch das mit einer Backsteinfront versehene Fachwerkhaus Vennestraße 1 (jetzt Kornmarkt 4) von 1684 renoviert werden. Tatsächlich wurde dieses dann aber 1978/79 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.[14] Dessen Fassade stellt keine historisch getreue Rekonstruktion dar, sondern lehnt sich nur sehr vage an die Formen des Vorgängerbaus an. Dennoch wurde das Gebäude in die Denkmalliste der Stadt Borken aufgenommen.[15] Zu den wenigen Bürgerhäusern, die sich darüber hinaus erhalten haben, gehört Mühlenstraße 8. Der Putzbau stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert u. a. mit einer neuen Fenstereinteilung versehen. Der Einbau der Arkaden im Erdgeschoss erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg. An der Alten Windmühle 1 befindet sich ferner ein bemerkenswertes klassizistisches Backsteintraufenhaus, das 1803 vollendet worden sein dürfte. Die Ostseite des nur eingeschossigen Bauwerkes mit Mittelrisalit lehnt sich im Osten an einen Mauerrest des einstigen Vennetores an.
  • Von der spätmittelalterlichen, bis 1433 vollendeten und im 16. Jahrhundert verstärkten Stadtbefestigung blieben insgesamt fünf Türme und mehrere Mauerreste erhalten.[16] In der Turmstraße 33 befindet sich der runde, 1555 entstandene Diebesturm (Geuturm). Im Zweiten Weltkrieg durch Bombenvolltreffer stark zerstört, wurde er anschließend in der alten Form wieder aufgebaut. Dabei musste der obere Teil vollkommen erneuert werden. Im Osten schließt sich an den Turm noch ein längeres Stück der Stadtmauer an. Nordöstlich von St. Remigius erhebt sich der zu Anfang des 16. Jahrhunderts errichtete und 1910 mit einem Kegeldach versehene Kuhmturm (kumptorn; Kump (Mz.: Kümpe) – mit Brettern verschalte Grube zum Gerben von Rinderfellen in einem Lohebad). Aus derselben Zeit stammt der Wedemhoveturm (Wedemhove – Wirtschaftshof einer Pfarre) mit dem erst 1908 angefügten Treppenturm. Der unweit der Stadthalle gelegene Windmühlenturm (16. Jh.) wurde im Laufe des 17. Jahrhunderts zu einer Windmühle ausgebaut, deren Flügel in einem Sturm 1869 zerstört wurden. Im Westen der Stadt, an der Wallstraße 5, steht der im Krieg ebenfalls stark beschädigte Holkensturm, dessen neugotische Aufbauten nicht wieder hergestellt wurden. Reste des Vennetores wurden in das 1803 entstandene Haus an der Alten Windmühle 1 integriert. 1976 wurde im Rahmen der Stadtsanierung der mächtige, als „Bär“ bekannte Stützpfeiler eines Wachturmes abgebrochen. Er wurde anschließend unter teilweiser Verwendung der alten Backsteine in der Nähe seines ursprünglichen Standortes wieder errichtet und in den Neubau des Parkhauses einbezogen.
  • „Isernes Krüs“ (Sühnekreuz, um 1900)

Sehenswürdigkeiten in den Ortsteilen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empfangsgebäude des alten Bahnhofs (mittlerweile ist das Gebäude abgerissen worden)

Der Bahnhof Borken (Westf) ist derzeitiger Endpunkt des betriebenen Abschnittes der Bahnstrecke Winterswijk–Gelsenkirchen-Bismarck. Er wird im Stundentakt vom Regional-Express RE 14 „Der Borkener“ bedient.

Historisch war Borken einer der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte im Münsterland. Hier trafen sich die Linien der Baumbergebahn mit der heute nur noch in Südrichtung betriebenen Bahnstrecke Winterswijk–Gelsenkirchen-Bismarck. Außerdem war Borken das Südende der Nordbahn. Verbindungen bestanden so u.a. nach Bocholt, Coesfeld, Ahaus und Winterswijk.

Neben dem Bahnhof im Borkener Stadtgebiet existiert ein weiterer Haltepunkt im Ortsteil Marbeck, der auch die Nachbargemeinde Heiden anbindet.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borken ist über die Bundesautobahn 31 und die Bundesstraßen 70 und die 67 an das überregionale Straßennetz angebunden. Zudem ist Borken aus Westen über die Bundesautobahn 3 zu erreichen.

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Flugplatz Borken-Hoxfeld

Die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen sind der Flughafen Weeze (rund 70 Kilometer entfernt), der Flughafen Düsseldorf (rund 82 Kilometer entfernt) und der Flughafen Münster/Osnabrück (rund 83 Kilometer entfernt). Borken selbst besitzt einen kleinen Flugplatz.

Wirtschaft und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Borkener Innenstadt beherbergt zwei Einkaufszentren, zum einen das Kuhm-Center, zum anderen den Vennehof. Daneben finden sich aber auch viele kleine Läden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berufsbildende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abitur

  • Berufliche Gymnasien:
    • Wirtschaftsgymnasium;
    • Technikgymnasium in den Fachrichtungen Elektrotechnik und Maschinenbautechnik;
    • Gymnasium Erziehung und Soziales

Fachhochschulreife

  • Fachoberschulen:
    • Sozial- und Gesundheitswesen (2-jährig)
    • Wirtschaft und Verwaltung (1-jährig)
    • Technik (1-jährig):
      • Bau/Holztechnik
      • Elektrotechnik
      • Metalltechnik
  • Höhere Berufsfachschulen:
    • Sozial- und Gesundheitswesen
    • Wirtschaft und Verwaltung (Höhere Handelsschule)
    • Elektrotechnik
    • Metalltechnik
  • Fachschule:
    • Baudenkmalpflege und Altbauerneuerung
      • Farbe/Stuck
      • Holz
      • Stein

Fachoberschulreife

  • Berufsfachschulen:
    • Sozial- und Gesundheitswesen (2-jährig)
    • Wirtschaft und Verwaltung (1-jährig)
    • (Handelsschule Oberstufe)

Hauptschulabschluss bzw. Fachoberschulreife

  • Berufsgrundschuljahr:
    • Wirtschaft und Verwaltung
    • Holztechnik
    • Metalltechnik

Gymnasien:

Realschulen:

  • Nünning-Realschule (Gemen) (läuft aus)
  • Schönstätter Marienschule
  • Maria-Sibylla-Merian-Realschule (Weseke)
  • Abendrealschule

Gesamtschulen:

  • Städtische Gesamtschule (Gemen) (im Aufbau)

Hauptschulen:

  • Duesbergschule
  • Remigiusschule

Grundschulen:

  • Astrid-Lindgren-Schule (Burlo)
  • Cordulaschule (Gemen)
  • Engelradingschule (Marbeck)
  • Johann-Walling-Schule
  • Josefschule
  • Montessori-Grundschule
  • Pröbstingschule (Hoxfeld)
  • Remigius-Grundschule
  • Roncalli-Schule (Weseke)

Förderschulen:

  • Johannesschule Borken (SfL), Borken-Gemen
  • Neumühlenschule Gemen
  • Erich-Kästner-Schule

Reformpädagogische Schulen:

Erwachsenenbildung:

Hochschule

Kindergärten (nach Ortsteilen sortiert)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borken

  • Ev. Kindergarten Frederike Fliedner
  • Kath. Kindergarten St. Remigius
  • Kath. Kindergarten Nordesch
  • Kath. Kindergarten Nünningsweg
  • Kath. Kindergarten Robert-Koch
  • Kath. Kindergarten Johann-Walling
  • Kath. Kindergarten St. Josef
  • DRK-Kindergarten Die Spielwiese
  • Montessori Kinderhaus
  • KSB-Kindertagesstätte Kreisel

Gemen

  • Kath. Kindergarten Sonnenburg
  • Kath. Kindergarten St. Marien
  • DRK-Kindergarten Regenbogen
  • AWO Tageseinrichtung für Kinder
  • Kindertagesstätte Pusteblume

Borkenwirthe/Burlo

  • Kath. Kindergarten St. Marien
  • DRK-Kindergarten Kinderwelt

Marbeck

  • Kath. Kindergarten St. Michael

Rhedebrügge

  • Kath. Kindergarten St. Marien

Weseke

  • Kath. Kindergarten Roncalli
  • Kath. Kindergarten St. Ludgerus
  • Kath. Kindergarten St. Marien

Ehemalige Garnisonsstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immer wieder, mit Unterbrechungen, war Borken seit 1623 Garnisonsstadt für kleinere Einheiten. Von 1837 bis 1873 war sie Sammelpunkt des II. Bataillons des 1. Westfälischen Landwehrregiments Nr. 13, das in der Stadt sein Zeughaus unterhielt.[17]

Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gründung der Bundeswehr sorgte der damalige Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Borken und erste Verteidigungsminister Theodor Blank dafür, dass im Januar 1956 mit dem ersten Kasernenneubau des Heeres auf einem Areal des Höhenzugs Die Berge zwischen Dülmener Weg und Landwehr begonnen wurde. Geplant war eine Belegung von rund eintausend Mann. Nordostwärts der Kaserne schloss sich der Standortübungsplatz mit dem „Pläne“ genannten Segelflugplatz an, der an Wochenenden dem Segelflugsport offenstand mit dem Fliegerberg, einer Sanddüne mit steilem Hang. Noch weiter am Ende des Dülmener Weges wurde ein Munitionslager und die Standortschießanlage errichtet, die auch von anderen deutschen und alliierten Truppenteilen sowie der Polizei genutzt wurde.

Obwohl anfangs für das Flugabwehrbataillon 7 vorgesehen, wurde die Truppenunterkunft Borken (Postanschrift: Dülmener Weg 215) nach nur eineinhalbjähriger Bauzeit im Oktober 1957 mit dem Fernmeldebataillon 211 und 1959 einer sogenannten „Flugblatt-Kompanie“, der späteren PSK-Kompanie 100 belegt.

Die Standortkommandantur quartierte sich in der Johann-Walling-Straße 27 ein. Sie war der Ansprechpartner für alle zivilen Behörden und für die Öffentlichkeit. 1966 wurde sie in VBK 334 umbenannt. 1993 wurde das Kommando aufgelöst.

Die Standortverwaltung wurde 1958 zunächst in der Burloer Straße 3 eingerichtet, zog aber bereits im November 1966 in den Nordring 14 um, wo sie bis zur Auflösung 1993 verblieb.

Das Wehrbereichsverpflegungsamt III, zuständig für das Gebiet des Landes Nordrhein-Westfalen, hatte seinen Sitz ebenfalls in der Stadt. Das WBVpflA III war zuständig für die Beschaffung von Lebensmitteln für alle Soldaten und die Einlagerung von lagerfähigen Lebensmitteln, die „Grundverpflegungsmittel“ des gesamten Wehrbereichs. Dazu standen neben weiteren Lagern in NRW die Hallen zweier ehemaliger Webereien in Borken zur Verfügung. Das Amt wurde 1993 verlegt.

1962 wurde die evangelische Martin-Luther-Kirche geweiht, die für die kleine Gemeinde erst durch wesentliche Mittel aus dem Verteidigungsetat ermöglicht wurde und gleichzeitig als evangelische Standortkirche diente.

Das Bataillon wurde 1959 im Rahmen von Neuordnung der Bezeichnungen in Korps-Fernmeldebataillon 110 umbenannt mit acht Kompanien und der Ausbildungskompanie 1/I. 1964 hatte es insgesamt ca. 1400 Soldaten; 1965 wurde das Bataillon geteilt in das Fernmeldebataillon 110 (Betriebsbataillon) mit der Ausbildungskompanie 1/I und das Fernmeldebataillon 130 (Verbindungsbataillon) mit der Ausbildungskompanie 5/I; unmittelbar vorher war die PSK-Kompanie nach Clausthal-Zellerfeld verlegt worden.[18]

Am 21. Oktober 1967 erhielt die Truppenunterkunft anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens in einem feierlichen Akt den Namen Hendrik-de-Wynen-Kaserne. Am Abend des gleichen Tages fand ein Appell und ein Vorbeimarsch beider Bataillone auf dem Marktplatz statt.

1973 erfolgte die lange vorbereitete Verlegung beider Fernmeldebataillone nach Coesfeld in die Freiherr-Vom-Stein-Kaserne.

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Zeit von 1973 bis zur endgültigen Räumung --- Ekkehart Baals (Diskussion) 23:48, 16. Feb. 2015 (CET)
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In die geräumte Kaserne zog nunmehr das Panzerflugabwehrkanonenbataillon 7 (H), das Panzerflugabwehrraketenbataillon 7 (H) und die leichte Flugabwehrraketenbatterie 100 (H) ein. Diese verblieben hier bis zu deren Auflösung im Jahre 2006.

Im März 2007 wurde die Kaserne endgültig geräumt und an die Stadt Borken übergeben.

Zivilschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund des langjährigen Charakters als Garnisonsstadt, verfügt Borken über einen gut ausgebauten Zivilschutz. Dazu gehören ein flächendeckendes Sirenenwarnsystem und mehrere Zivilschutzanlagen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in Borken geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

mit Borken verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1902: Wilhelm Buchholz (* 1822; † 1912), Landrat des Kreises Borken von 1870 bis 1902
  • 1904: Johannes Erpenbeck (* 1831; † 1912), Pfarrdechant in Borken von 1869 bis 1912
  • 1912: Gustav Mettin (* 1845; † 1922), Bürgermeister der Stadt Borken von 1876 bis 1912
  • 1926: Joseph Bierbaum (* 1868; † 1942)
  • 1929: Stephan von Spee (* 1866; † 1956), Landrat des Kreises Borken von 1904 bis 1931
  • 1958: Ludwig Walters (* 1875; † 1968)
  • 1961: Emil Kubisch (* 1891; † 1971)
  • 1964: Wilhelm Grothues (* 1889; † 1980), Pfarrer der Christus-König-Gemeinde im Ortsteil Gemen von 1944 bis 1968
  • 1976: August Pricking (* 1906; † 1990), Propst, Pfarrdechant der St.-Remigius-Kirchengemeinde von 1952 bis 1977

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Kommunalen Neugliederung 1975 wurden im damaligen Kreis Borken nur BOR-Kfz-Kennzeichen ausgegeben. Aufgrund der Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung 2012 und einer Entscheidung des Kreistages 2012 können Fahrzeughalter im Kreis Borken seit dem 1. Februar 2013 unabhängig von Ihrem Wohnort ein BOR-, AH- oder BOH-Kennzeichen auswählen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Borken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Borken – Reiseführer
 Wikisource: Borken – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Kommiesenpatt. Wandern auf Zöllner- und Schmugglerpfaden über die grüne Grenze. Gemeinde Südlohn und Gemeente Winterswijk, 2007, abgerufen am 31. März 2011 (pdf; 2,9 MB, de, nl, Zweisprachige Broschüre (deutsch/niederländisch).).
  3. WDR:Stadt Borken wird schuldenfrei: Der lange Weg zur Schuldenfreiheit
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 95.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 312.
  6. Landeswahlleiterin NRW: Kommunalwahlen 2014, endültiges Ergebnis für Borken, endgültiges Ergebnis für Borken, (abgerufen am 21. Januar 2016).
  7. Landeswahlleiterin NRW: Kommunalwahlen 2014 – Endergebnisse für Borken
  8. Stadt Borken, Wahlergebnisse 2009
  9. Siegelabdruck von 1372
  10. Hauptsatzung der Stadt Borken. Abgerufen am 4. Februar 2013 (PDF; 187 kB).
  11. Siehe Hartwig Beseler und Niels Gutschow: Kriegsschicksale deutscher Architektur, Band I: Nord, Neumünster 1988, Seite 394–396
  12. Vgl. Einzelberichte zur Denkmalpflege für die Jahre 1974–1976. In: Westfalen, Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde. 56. Band (1978), Seite 372–375
  13. Nach Auffassung der Stadt Borken soll sich diese „harmonisch“ in das Stadtbild einfügen: http://www.borken.de/stadthallevennehof.html
  14. Vgl. Einzelberichte zur Denkmalpflege für die Jahre 1977–1979. In: Westfalen, Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde. 62. Band (1984), Seite 408
  15. Siehe: Denkmalliste der Stadt Borken, Wohn- und Geschäftsbauten unter der Nr. A IV 6 im Internet: http://www.borken.de/1500.html
  16. Siehe: Dorothea Kluge und Wilfried Hansmann: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Nordrhein-Westfalen: II: Westfalen, Neuauflage mit Nachträgen, München/Berlin 1986, Seite 76
  17. Sonderbeilage der Borkener Zeitung vom 21. Oktober 1967: 10 Jahre Garnison Borken
  18. Emil Hoffmann: Die Fernmeldtruppe des Heeres, Herford 1978