Rat für Formgebung

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Rat für Formgebung

Logo
Rechtsform Stiftung
Gründung 1953
Sitz Frankfurt am Main
Leitung

Andrej Kupetz (Hauptgeschäftsführer)
Lutz Dietzold (Geschäftsführer)

Branche Design
Website www.german-design-council.de

Der Rat für Formgebung (englisch German Design Council) ist eine juristische Person in der Rechtsform einer gemeinnützigen Stiftung und arbeitet als Interessenvertretung für designorientierte Unternehmen. Sie hat mehr als 300 Mitglieder[1] aus den Bereichen Wirtschaft, Design, Verbände und Institutionen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründungsanlass war die heftige Kritik an der Präsentation deutscher Produkte aus der Nachkriegszeit auf der New Yorker Exportmesse 1949: Gemäß einem Antrag der SPD-Fraktion beschloss der Deutsche Bundestag, einen unabhängigen Rat für Formentwicklung gründen zu lassen. Dieser Rat wurde 1953 in der Rechtsform einer Stiftung mit dem ausdrücklichen Auftrag gegründet, die deutsche Wirtschaft im Design als ein Wirtschafts- und Kulturfaktor zu unterstützen. Diese Aufgabe leistet der Rat seitdem in der Organisation von Ausstellungen, Wettbewerben, Konferenzen, Publikationen und strategischen Beratungen.[2]

Wie es der Gründungsauftrag des Deutschen Bundestages formulierte, bildet die Stifterversammlung eine Plattform für die Kommunikation aller am Designprozess beteiligten Kräfte. Zur Geschäftsführerin wird die deutsche Design-Vermittlerin und -Beraterin Mia Seeger berufen. Eine der ersten Aktivitäten des Rates war die Konzeption des deutschen Ausstellungsbeitrages auf der zehnten Mailänder Triennale, deren Architekt Egon Eiermann war. 1957 veranstaltete der Rat unter dem Motto „Gute Formen schaffen und verbreiten“ erstmals einen eigenen Designkongress. In den folgenden Jahren wurden sowohl Designkongresse und -ausstellungen im Ausland unterstützt, sowie eigene Veranstaltungen durchgeführt. Der Rat für Formgebung beteiligte sich an der Auswahl der Gegenstände, die im Deutschen Pavillon (Architektur: Egon Eiermann und Sep Ruf) der Weltausstellung 1958 in Brüssel gezeigt wurden. 1962 konzipierte der Rat erstmals eine eigene Wanderausstellung unter dem Namen „Formgebung in Deutschland“, an der sich verschiedene schwedische Museen beteiligten.

Das Logo wurde vom Grafik-Designer Anton Stankowski (1906–1998) entworfen.

Ab 1972 erschien in Kooperation mit dem Deutschen Industrie- und Handelstag der Pressedienst Design Report[3], der interessierte Journalisten über aktuelle Entwicklungen und Tendenzen in der Formgebung informiert. Seit 1987 erscheint der Design Report als Zeitschrift in der Herausgeberschaft des Rat für Formgebung, ab 1993 zunächst im MacUp Verlag Hamburg, zuletzt im Konradin Verlag, Leinfelden. Im Zuge der Trennung von Herausgeber und Verlag schaltete der Verlag das Online-Archiv der Zeitschrift ersatzlos ab.

Gründungsauftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung ist einem Designbegriff verpflichtet, der geeignet ist, sowohl kulturelle als auch wirtschaftliche Werte zu schaffen. Wie es der Gründungsauftrag des Deutschen Bundestages formulierte, bildet die Stifterversammlung eine Plattform für die Kommunikation aller am Designprozess beteiligten Kräfte. In seiner interdisziplinären Ausrichtung ist er zugleich ein einmaliges Forum für den branchenübergreifenden Austausch zur Entwicklung der Gestaltung und garantiert den Wissenstransfer zwischen dem Rat für Formgebung und seinen Zielgruppen. Heute gehört die Institution zu den weltweit führenden Kompetenzzentren für Kommunikation und Wissenstransfer im Bereich Design. Mit Designpreisen, Ausstellungen, Konferenzen, Beratungsleistungen, Recherchen, Nachwuchsförderung und Publikationen öffnet er neue Horizonte für Vertreter der Wirtschaft und der Gestaltungsdisziplinen.

Gründungsmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitungsorgane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsidium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stifterversammlung wählt aus ihrem Kreis das Präsidium des Rat für Formgebung/German Design Council aus, dem zwölf Personen sowie die Vertreter der öffentlichen Zuwendungsgeber angehören. Das Präsidium fällt als höchstes Gremium der Stiftung alle strategischen Entscheidungen für die Ausrichtung und Arbeit des Rat für Formgebung/German Design Council. Das Präsidium besteht aus:

Name Beschäftigung Funktion im Präsidium
Peter Pfeiffer Vorsitzender, Pfeiffer design group GmbH, Beirat Links der Isar GmbH Präsident
Michael Peters Geschäftsführer Peters’ Projects GmbH Vizepräsident
Robert Klanten Geschäftsführer und Kreativer Leiter, Die Gestalten Verlag GmbH & Co. KG Schatzmeister
Roland Heiler Geschäftsführer Porsche Design GmbH
Annemarie Jaeggi Direktorin Bauhaus-Archiv e.V. / Museum für Gestaltung
Mike Richter Co-Founder iconmobile group / Fachbereich Gestaltung Hochschule Darmstadt
Leo Lübke Geschäftsführender Gesellschafter COR Sitzmöbel Helmut Lübke GmbH & Co. KG.
Caroline Seifert Chief Brand & Design Officer (JIO) Member of the Board, Reliance Industries Ltd.
Philipp Mainzer Geschäftsführender Gesellschafter der e15 Design- und Distributions GmbH
Nils Holger Moormann Geschäftsführer, Nils Holger Moormann GmbH
Gorden Wagener Leiter Designbereich Daimler AG
Erik Spiekermann Edenspiekermann_ Berlin

Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptgeschäftsführer ist seit 1999 Andrej Kupetz (* 1968) und Geschäftsführer ist seit 2002 Lutz Dietzold (* 1966).

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marken- und Designakademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kongresse, Konferenzen und Seminare bilden die Designakademie. Die Inhalte werden mit Referenten aus Wirtschaft und Forschung gestaltet, den Schwerpunkt dabei bilden Theorie und Praxis von Marken- und Designstrategie. Beim Deutschen Marken- und Designkongress (DMDK) werden verschiedene Gestaltungsbereiche der Brandmanagementprozesse diskutiert. Die Konferenzreihe Iconic Conferences, ehemals Architektur für Marken, befasst sich mit der Präsentation dreidimensionaler Markenwelten.

Preisverleihungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von 1969 bis 2001: Gute Form, im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft
  • Von 2002 bis 2012: Designpreis der Bundesrepublik Deutschland, im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft
  • Von 1992 bis 2011: Bundespreis Produktdesign
  • Von 1993 bis 2012: Bundespreis Förderer des Designs
  • Von 2000 bis 2016: Pure Talents Contest
  • Seit 2011: Automotive Brand Contest
  • Seit 2012: German Design Award
  • Seit 2013: Iconic Awards
  • Seit 2015: Iconic Awards: Interior Innovation
  • Seit 2016: Motorcycle Brand Contest, Bicycle Brand Contest, German Brand Award, ein&zwanzig
  • Seit 2018: German Innovation Award

German Design Award[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der German Design Award zeichnet innovative Produkte und Projekte, ihre Hersteller und Gestalter der deutschen und internationalen Designbranche aus. Am Wettbewerb können ausschließlich Beiträge teilnehmen, die dazu nominiert wurden. Bewertungskriterien zur Nominierung sind beispielsweise: Gesamtkonzept, Nachhaltigkeit, Ästhetik, Langlebigkeit und Funktionalität.[4]

Anders als bei Preisverleihungen üblich, erhalten Nominierte und Gewinner kein Preisgeld, sondern müssen eine Zahlung leisten. Die „Teilnahmegebühren“ belaufen sich (Stand 2018) auf 230 Euro zuzüglich einer Organisationsgebühr von mindestens 70 Euro[5], für jeden einzelnen Beitrag. Wenn ein nominierter Beitrag als Gewinner gezogen wird, werden für diesen weitere Kosten ab 2.080 Euro fällig[6]. 2016 betrugen die Nominierungsgebühren 449 Euro und Gewinner mussten bis zu 4.450 Euro zahlen[7].

Die Veranstaltung wird nicht durch Sponsoren, sondern durch die Prämierten finanziert, was seit Jahren kritisch betrachtet wird[8]. Mit einem Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro verbunden ist allerdings die Auszeichnung Newcomer des German Design Award 2018[9]. Ebenso in der Kritik steht die große Anzahl an Preisträgern[10]. 2018 wurde der Preis an über 1000 Gewinner überreicht[11].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website des Rat für Formgebung/German Design Council. Abgerufen am 20. Juni 2018.
  2. Im Auftrag des guten Geschmacks. Tim Kanning, 6. Juni 2013, abgerufen am 13. Juli 2018.
  3. Impressum designreport.de. Abgerufen am 13. Juli 2018.
  4. German Design Award. Abgerufen im 20. Juni 2018.
  5. German Design Award 2015 - Geschäftsbedinungen. Abgerufen am 16. Juli 2018.
  6. Wettbewerbe 2018: German Design Award. 24. April 2018, abgerufen am 13. Juli 2018.
  7. Offener Brief an den Hauptgeschäftsführer des Rat für Formgebung. Daniel Hyngar, 10. Februar 2016, abgerufen am 13. Juli 2018.
  8. Kritik am Designpreis bei fontblog.de. 8. Februar 2008, abgerufen am 13. Juli 2018.
  9. Newcomer-Preis des German Design Award 2018: Die Finalisten stehen fest. german-design-council.de, 16. Oktober 2017, abgerufen am 13. Juli 2018.
  10. Quo vadis, Designpreise in Deutschland? 7. März 2016, abgerufen am 16. Juli 2018.
  11. Awardgewinner 2018. Abgerufen am 16. Juli 2018.