Rechter Nebenarm der Weser

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Rechter Nebenarm der Weser
Blick ins Naturschutzgebiet von der südlichen Grenze, der Brücke nach Harriersand, aus

Blick ins Naturschutzgebiet von der südlichen Grenze, der Brücke nach Harriersand, aus

Daten
Gewässerkennzahl DE: 49754
Flusssystem Weser
Quelle Weser bei Rade
53° 15′ 45″ N, 8° 29′ 33″ O
Mündung Weser bei SandstedtKoordinaten: 53° 21′ 19″ N, 8° 30′ 38″ O
53° 21′ 19″ N, 8° 30′ 38″ O

Länge ca. 11,5 km

Der Rechte Nebenarm der Weser trennt die Insel Harriersand vom rechten Weserufer. Er ist der letzte durchgängig von Weserwasser durchströmte rechte Nebenarm des Flusses und trägt zumindest amtlich keinen klangvolleren Namen. Das heißt, in den amtlichen Karten ist als Name „Rechter Nebenarm“ eingetragen. Er zweigt an der Fährplate vom Hauptstrom der Unterweser ab und mündet bei Sandstedt wieder ein.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Brake auf die Mündung des Rechten Nebenarms (hinten) in den Hauptstrom der Weser (Mitte)

Er ist 11 bis 12 km lang und liegt wie die ganze Unterweser im Tidenbereich. Die obere Hälfte des Flussarms ist nur wenige Meter breit, die untere hat den Charakter eines Ästuars und Breiten bis zu einem halben Kilometer. Im Mündungsbereich hat man die Insel Harriersand strömungstechnisch durch Buhnen um einen halben Kilometer nach Norden verlängert.

Etwa einen Kilometer nördlich des Abgangs vom Hauptstrom überquert eine kleine Straßenbrücke den Rechten Nebenarm, sie ist die einzige Autozufahrt zum Harriersand.

Der Rechte Nebenarm der Unterweser kann mit Sportbooten befahren werden, allerdings ist im oberen Teil das Fahrwasser bei Ebbe recht schmal. Segler müssen an der Straßenbrücke und an einer nicht weit davon kreuzenden Stromleitung den Mast umlegen. Der Bereich südlich der Straßenbrücke wird als Sporthafen genutzt.

Am rechten Ufer Flussarmes liegt das Marschland der Osterstade, bzw. auf mehr als der Hälfte der Gewässerstrecke eigentlich zwei vorgelagerte Inseln, die schon erwähnte Fährplate, heutzutage eine Halbinsel, und der Hammelwarder Sand. Hasseler Balje und Aschwardener Fleet, die den Hammelwarder Sand umgrenzen, sind durch Siele mit dem Rechten Nebenarm verbunden.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rechte Nebenarm der Weser fließt durch die Gemeindegebiete von Schwanewede im Landkreis Osterholz und von Hagen im Bremischen im Landkreis Cuxhaven.

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutzgebiet Rechter Nebenarm der Weser

IUCN-Kategorie IV − Habitat-/Species Management Area

Blick auf das Schutzgebiet bei Niedrigwasser von Osten aus.

Blick auf das Schutzgebiet bei Niedrigwasser von Osten aus.

Lage Östlich von Brake in den nieder­sächsischen Landkreisen Osterholz und Cuxhaven
Fläche 512,0 ha
Kennung NSG LÜ 110
WDPA-ID 165117
FFH-Gebiet 453,1 ha
Vogelschutzgebiet 473,4 ha
Geographische Lage 53° 20′ N, 8° 31′ O
Rechter Nebenarm der Weser (Niedersachsen)
Rechter Nebenarm der Weser
Einrichtungsdatum 2. Mai 1985
Verwaltung NLWKN

Das Naturschutzgebiet Rechter Nebenarm der Weser hat eine Größe von 512 ha. Davon entfallen 312 ha auf den Landkreis Osterholz und 212 ha auf den Landkreis Cuxhaven. Es wurde 1985 durch die Bezirksregierung Lüneburg unter Naturschutz gestellt.[1]

Begrenzt wird das 11 km lange Naturschutzgebiet durch die Inselbrücke zwischen der Weserinsel Harriersand und Rade im Süden sowie die Sommerdeiche auf dem Harriersand auf der (westlichen) Insel- und dem Hammelwarder Sand auf der (östlichen) Festlandseite. Im Norden reicht das Schutzgebiet bis zum Segelhafen Sandstedt.

Laut der Bezirksregierung Lüneburg erfolgte die Unterschutzstellung, „um das Gebiet mit seinen Wasser-, Röhricht- und Grünlandflächen als Brut- und Rastbiotop für Wat- und Wasservögel sowie die übrige an diese Biotope gebundene Vogelwelt zu erhalten. Besonders erhaltenswürdig sind die ausgedehnten Röhrichte im Einflussbereich der Gezeiten“[2].

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Insel Harriersand ist durch Aufspülung der Zwischenräume zwischen ursprünglich sieben einzelnen Inseln im Rahmen der Weserkorrektur entstanden. Das eigentliche Fahrwasser befindet sich westlich der Insel. Der östlich der Insel gelegene Nebenarm konnte sich dagegen naturnah entwickeln. An seinen Ufern wachsen daher ausgedehnte tidebeeinflusste Röhrichte sowie einzelne Baumweiden und Weidengebüsche. Bei Ebbe fallen Wattflächen trocken. Bei Sturmfluten befindet sich der Nebenarm im Einfluss von Brackwasser.

Durch die ausgedehnten Röhrichtflächen (insgesamt etwa 190 ha) und in Verbindung mit der Strohauser Plate und der Schweiburg stellt das Naturschutzgebiet den bedeutendsten Schutzkomplex im Bereich der Wesermündung dar.[1] Stellenweise sind auch von den Sommerdeichen begrenzte Grünländereien vorhanden.

Pflanzen- und Tierwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pflanzenwelt präsentiert sich als typisches Röhricht- und Wattgebiet mit einer geringen Vielfalt an Pflanzenarten: In den Röhrichten dominieren Schmalblättriger Rohrkolben und Breitblättriger Rohrkolben auf der Wasserseite, Wasserschwaden- und Rohrglanzgrasröhricht auf der Landseite. Die Sumpfdotterblume ist weit verbreitet.

In den Schilfgebieten brüten u. a. Teichrohrsänger, Rohrammern, Schilfrohrsänger, Rohrschwirl, Blaukehlchen, Bartmeise, Rohrweihe und Wasserralle. Als Gastvögel kommen Rohrdommel, Tüpfelsumpfhuhn, Wiesenweihe und Kornweihe vor.

Außerdem ist das Gebiet als Nahrungs- und Schlafgebiet von Schwänen, Gänsen und Enten von Bedeutung, die sich sonst in den umliegenden Gebieten aufhalten.

Andere Schutzkategorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet liegt im Bereich des FFH-Gebietes 26 sowie im Bereich des Vogelschutzgebietes V 27[3].

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naturschutzgebiet „Rechter Nebenarm der Weser“, Informationsbroschüre, herausgegeben von der Bezirksregierung Lüneburg, 2001 (PDF-Datei, 3,8 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Naturschutzgebiet „Rechter Nebenarm der Weser“ in der Datenbank des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)
  2. Vgl. § 3 der Verordnung über das Naturschutzgebiet "Rechter Nebenarm der Weser" der Bezirksregierung Lüneburg vom 1. Mai 1985
  3. Vgl. Homepage des Landkreises Osterholz