Reflecting Team

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Das Reflecting Team ist eine von Tom Andersen entwickelte Methode des Reflexionsgesprächs in der Systemischen Therapie. Dabei geht es um eine angeleitete Reflexion durch mehrere zusätzlich anwesende Therapeuten, die gleichzeitig mit einem Therapiegespräch stattfindet. Das besondere dabei ist, dass die zusätzlich anwesenden Therapeuten im Beisein der Klienten über diese reflektieren.

Vorgehen[Bearbeiten]

In einem Raum, dem Therapieraum, findet zwischen Psychotherapeut und Klient oder Klienten ein therapeutisches Gespräch statt; systemisch gesehen kreieren sie ein therapeutisches System bestehend aus ihren Interaktionen und Kommunikationen. In einem zweiten Raum, dem Beobachtungsraum, befindet sich ein therapeutisches Team, bestehend aus zwei bis fünf Personen, das durch eine Einwegscheibe und über Mikrofon bzw. Lautsprecher das Beratungs- oder Therapiegespräch beobachten kann. Eine Variation besteht im sog. Fokussierenden Team; dabei sitzt das therapeutische Team direkt mit im Raum mit Therapeut und Klienten.

Das Reflecting Team beteiligt sich nicht aktiv am Gespräch, hört jedoch aufmerksam zu. Nach einer gewissen Zeit werden die Positionen gewechselt. Die Mitglieder des Reflecting Teams denken jetzt laut über den von ihnen beobachteten Gesprächsprozess nach und tauschen Ideen bezüglich der Klienten aus. Klienten und Therapeut hören sich die Gedanken des Reflecting Teams an, die in einer wertschätzenden, unterstützenden und hilfreichen Art und Weise geäußert werden. Anschließend sprechen die Klienten mit dem Therapeuten über ihre Gedanken, die beim Zuhören entstanden sind. Der Wechsel von Interviewebene zur Reflexionsebene kann mehrmals erfolgen.

Auf diese Weise kann eine zusätzliche Beobachtungsebene und Außenperspektive erzeugt werden: Der Therapeut, der mit den Klienten, meistens einer Familie, spricht, kann von Beobachtern, die nicht Teil dieser therapeutischen Beziehung sind, Informationen erhalten, die ihm ohne dieses Setting nicht zugänglich wären.

Ziel[Bearbeiten]

Das Setting lässt sich zur Erreichung therapeutischer Ziele nutzen. Vom therapeutischen Team kann aus dem Beobachtungsraum heraus störend (im Sinne einer gewollten Störung der Zirkularität) auf das therapeutische System im Therapieraum eingewirkt werden. Diese Störung kann eine einfache Unterbrechung der Sitzung bis hin zu komplexen Botschaften an die Klienten sein.

Der erhöhte Aufwand (mehrere Therapeuten) bringt eine höhere Vielfalt der Perspektiven, vermindert Therapiefehler und Einseitigkeiten und wird mit hoher Effektivität belohnt. Dadurch wird auch das Ziel des systemischen Ansatzes, der an einer mehrere Perspektiven umfassenden Analyse eines Problems interessiert ist, verwirklicht.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Schlippe, A. von & Schweitzer, J.: Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung. 10. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, 2003, ISBN 978-3525456590, Kapitel: Kooperation statt Intervention: Das Reflektierende Team.
  • Tom Andersen: Das reflektierende Team. Dialoge und Dialoge über Dialoge. Modernes Lernen, Dortmund 1990.
  • Jürgen Hargen & Arist von Schlippe (Hrsg.) Das Spiel der Ideen. Reflektierendes Team und systemische Praxis. borgmann, 1998, ISBN 978-3-86145-157-0

Weblinks[Bearbeiten]

Kurzbeschreibung im Methodenpool der Uni Köln