Regin-Verlag

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Der Regin-Verlag ist ein Kleinverlag mit Sitz in Kiel. Wissenschaftler rechnen den Verlag dem rechtsextremen Spektrum zu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Regin-Verlag ist ein heute im schleswig-holsteinischen Kiel ansässiger Verlag.[1] Zuvor hatte er seinen Sitz jeweils in Preetz, Bliestorf und Straelen.[2] Er wurde 2003 durch Markus Fernbach gegründet, später übernahm Dietmar Sokoll die Leitung.[3]

Anfang der 2000er Jahre übernahm der Verlag die Zeitschrift Junges Forum von der neurechten, nationalrevolutionär ausgerichteten Deutsch-Europäischen Studiengesellschaft (DESG), die es im Jahr 2000 einstellte.[4] Seit 2012 ist der Verlag Aussteller auf der Messe Zwischentag des neurechten Verlegers Götz Kubitschek.[5][6] Dessen Verlag Antaios vertreibt auch Bücher des Regin-Verlages.

Autoren und Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut dem Fachjournalisten Andreas Speit (2013) gehörten zum Verlagsprogramm rechtsextreme „Klassiker“ und rechts-esoterische Literatur.[3] Unter anderem wird eine Arbeit über den völkisch-nationalistischen Publizisten und Vertreter der Konservativen Revolution, Arthur Moeller van den Bruck, verlegt.[7] Der Verlag pflegt einen offen positiven Bezug zu europäischen Faschismen,[8] was durch die Veröffentlichung von Schriften des faschistischen Rassentheoretikers Julius Evola,[9] des rumänischen Faschistenführers Corneliu Zelea Codreanu[9] und der Hitler-Verehrerin Savitri Devi deutlich wird.[1]

Ein weiterer Schwerpunkt der Verlagsprogrammatik ist die Propagierung „neo-eurasischer“, als radikal antiwestlich geltender Ideen. Dem als faschistischen Kopf dieser Strömung geltenden Alexander Dugin wurden zudem Sonderhefte der Verlags-Zeitschrift Junges Forum gewidmet.[10] Teile des Programms der „Internationalen Eurasischen Bewegung“ wurden abgedruckt.[11]

Zu den Autoren gehören u. a. Werner Bräuninger, Günter Maschke, Friedrich Romig, Hans-Dietrich Sander und Sebastian Maaß (dessen zurückgezogene Doktorarbeit durch den Extremismusforscher Eckhard Jesse als unwissenschaftlich und rechtsextrem-apologetisch bezeichnet wurde, dennoch unter anderem Namen im Regin-Verlag verlegt wurde).[12]

Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Politische Soziologin Karin Priester (2009/10) und der Historiker Volker Weiß (2015) verortet den Verlag im Rechtsextremismus.[13][14] Andreas Umland (2006), Osteuropahistoriker und Politikwissenschaftler, der ausdrücklich auf den Verlagsinhaber Fernbach verweist, bewertet die Zeitschrift Junges Forum ebenfalls als rechtsextrem.[11]

Auch der Fachjournalist für Rechtsextremismus Andreas Speit (2016) bezeichnet den Verlag als rechtsextrem.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stefan Eilts: Rechter Verlag im Visier der Staatsschützer (Memento vom 30. Oktober 2013 im Internet Archive). NDR 1 Welle Nord, 16. Mai 2013.
  2. DNB: 012285072
  3. a b Andreas Speit: Ein Verlag will verbinden. In: taz, 23. Mai 2013, S. 22.
  4. Ines Aftenberger: Die neue Rechte und der Neorassismus. Leykam, Graz 2007, ISBN 978-3-7011-0088-0, S. 229.
  5. Svenja Reutling: Ein »Zwischentag«. In: Der Rechte Rand, 139/2012, 30 (31).
  6. Horst Freires: Neurechtes Netzwerk. Blick nach Rechts, 19. Juni 2013.
  7. Volker Weiß: Der Vordenker Moeller van den Bruck – Der Feind der Republik. In: Der Rechte Rand, 135/2012, 22 (22).
  8. Emmelie Öden: Rechtsextreme Verlage in Deutschland. Eine aktuelle Bestandsaufnahme. Mainzer Institut für Buchwissenschaft, Mainz 2017, ISBN 978-3-945883-57-0, S. 27.
  9. a b Karin Priester: Die Priesterbruderschaft, die Politik und der Papst. In: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte 3/2009, 12 (14)
  10. Karin Priester: Fließende Grenzen zwischen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Europa?. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 44/2010, 33 (37)
  11. a b Andreas Umland: Some addenda on the relevance of extremely right-wing ideas in Putin's new Russia. In: Roger Griffin, Werner Loh, Andreas Umland (Hrsg.): Fascism Past and Present, West and East. An International Debate on Concepts and Cases in the Comparative Study of the Extreme Right (= Soviet and post-Soviet politics and society. 35). Mit einem Nachwort von Walter Laqueur, Ibidem Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-89821-674-8, S. 480.
  12. Jens Eumann: Rechtsextreme Doktorarbeit in Chemnitz gekippt. In: Freie Presse, 13. Juli 2013, S. 4.
  13. Karin Priester: Die Priesterbruderschaft, die Politik und der Papst. In: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte 3/2009, 12 (14); Karin Priester: Fließende Grenzen zwischen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Europa?. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 44/2010, 33 (37).
  14. Volker Weiß: Die „Konservative Revolution“. Geistiger Erinnerungsort der „Neuen Rechten“. In: Martin Langebach, Michael Sturm (Hrsg.): Erinnerungsorte der extremen Rechten (= Edition Rechtsextremismus. 101). Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-00130-8, S. 112.
  15. Andreas Speit: Bürgerliche Scharfmacher. Deutschlands neue rechte Mitte – von AfD bis Pegida. Orell Füssli Verlag, Zürich 2016, ISBN 978-3-280-05632-5, S. 158.