Reichpietschufer

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Dieser Artikel beschreibt die Straße in Berlin. Zur gleichnamigen Straße in Dresden (1945–1993) siehe Carusufer.
Reichpietschufer
Wappen
Straße in Berlin
Reichpietschufer
Shell-Haus am Reichpietschufer über den Landwehrkanal hinweg gesehen
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Berlin-Kreuzberg, Berlin-Tiergarten
Angelegt im 19. Jahrhundert
Hist. Namen Grabenstraße, Königin-Augusta-Straße, Tirpitzufer
Anschlussstraßen Hallesches Ufer (östlich); Corneliusstraße (westlich)
Querstraßen (Auswahl) Theaterufer/Eichhornstraße, Potsdamer Straße, Stauffenbergstraße, Hiroshimastraße
Plätze keine
Bauwerke GIZ-Haus, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Shell-Haus; südwärts die Brücken über den Landwehrkanal
Nutzung
Nutzergruppen Straßenverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 1670 Meter

Das Reichpietschufer ist eine Uferstraße, die nördlich vom Landwehrkanal verläuft.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Reichpietschufer erstreckt sich von der Von-der-Heydt-Straße im Ortsteil Tiergarten im Westen bis zum Halleschen Ufer und zur Köthener Straße im Berliner Ortsteil Kreuzberg im Osten.

Zwischen dem Halleschen Ufer und der Einfahrt zum Tunnel Tiergarten Spreebogen bildet das Reichpietschufer die nördliche Fahrbahn des Innenstadtrings.[1][2]

Am westlichen Ende der Straße befindet sich die Caladrelli-Anlage mit der Villa von der Heydt und einer Orientalischen Platane, die als Naturdenkmal 1-16/B der Stadt Berlin ausgezeichnet ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenschild am Reichpietschufer in Berlin-Tiergarten

Die Straße ist seit dem 31. Juli 1947 nach Max Reichpietsch (1894–1917) benannt, einem der Organisatoren der Antikriegsbewegung unter den Matrosen der deutschen Hochseeflotte im Sommer 1917. Bei ihrer Anlage 1831 hieß sie Grabenstraße. Sie wurde am 6. Januar 1867 nach Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach in Königin-Augusta-Straße und am 7. Dezember 1933 nach Großadmiral Alfred von Tirpitz in Tirpitzufer umbenannt. Die Umbenennung stand im Zusammenhang mit dem Bendlerblock (Königin-Augusta-Straße 38–42, heute Reichpietschufer 72–76), wo ab 1914 das Reichsmarineamt der Kaiserlichen Marine seinen Sitz hatte. In dem Gebäudekomplex befanden sich ab 1920 die Marineleitung der Reichsmarine und während der Zeit des Nationalsozialismus Teile des Oberkommandos der Marine der Wehrmacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg ehrte die Umbenennung nunmehr die revoltierenden Matrosen Reichpietsch und Albin Köbis (Köbisstraße).

Die Bebauung des Reichpietschufers vermittelt das Bild geschlossener städtischer Dichte. Im Zusammenhang mit der Internationalen Bauausstellung 1987 entstand der Komplex des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (Nummer 50), in den der denkmalgeschützte Frontbau des Reichsversicherungsamtes einbezogen wurde. Der Bendlerblock, das Shell-Haus (Nummer 60) sowie das GIZ-Haus (Nummer 20) stehen ebenfalls unter Denkmalschutz. Stadtauswärts, fast am Ende des Reichpietschufers in der Hiroshimastraße wurde 1999 die vom Büro Léon Wohlhage Wernik entworfene Vertretung des Landes Bremen beim Bund errichtet. Der Komplex bildet gleichsam das Relais zwischen dem urbanen Stadtbild im Süden und dem im Norden anschließenden Botschaftsviertel mit seinem Villencharakter.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Sebastian Braun (Hrsg.): Berlin – Der Architekturführer. Econ Ullstein List, München 2001, ISBN 3-88679-355-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reichpietschufer (Berlin-Tiergarten) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neue Invalidenstraße – es wird geplant und geklagt. In: Berliner Zeitung, 12. Mai 2009
  2. Berlin Hauptbahnhof – Das Vorhaben bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Koordinaten: 52° 30′ 22″ N, 13° 21′ 54″ O