Reid Bryson

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Reid Bryson (* 7. Juni 1920; † 11. Juni 2008 [1]) war ein US-amerikanischer Geologe und Meteorologe. Er war Professor an der University of Wisconsin-Madison. Bis 1941 hatte er Geologie an der Denison University studiert. Er wurde während des Krieges Soldat beim Air Weather Service und schied mit dem Dienstgrad Major aus. Er promovierte an der Universität von Chicago 1948 im Bereich Meteorologie. Bereits 1946 wurde er Dozent an der University of Wisconsin–Madison und stand ab 1948 dem Fachbereich Meteorologie vor, der zu den bedeutendsten Fachbereichen dieser Art in den USA anwuchs. Er gilt als Vater der wissenschaftlichen Meteorologie in den Vereinigten Staaten. 1970 wurde er erster Direktor des dortigen Instituts für Umweltstudien.

Standpunkte[Bearbeiten]

Reid Bryson gehörte zu den frühen und schärfsten Kritikern der - inzwischen überholten - altamerikanistischen Annahme, die Erstbesiedlung des Doppelkontinents sei am Ende der jüngsten Eiszeit von Sibirien aus via Beringia durch einen 'eisfreien Korridor' erfolgt, durch welchen Gruppen von Jägern und Sammlern zunächst nach Nordamerika vorgedrungen seien. Auf Grundlage der Ergebnisse seiner paläoklimatologischen Studien erklärte er, dieser Korridor könne erst lange nach der Ankunft der 'Ersten Amerikaner' entstanden sein. Auch sei Beringia zum Ende der Eiszeit lebensfeindlich und von "miserablen meteorologischen Bedingungen, niedrigeren Temperaturen und stärkeren Winden als jenen geprägt" gewesen, "wie man sie selbst auf der Oberfläche der Eisdecke vorfand." [2]

In den 1970er Jahren vertrat Bryson die These, dass Industrieemissionen und verstärkte Staubeinträge aus der Landwirtschaft in die Atmosphäre eine langfristige Abkühlung des Klimas und dadurch Nahrungsmittelknappheit verursachen würden.[3] Später gehörte zu den Skeptikern gegenüber der These von der menschengemachten Klimaerwärmung, die er für natürlich und unvermeidbar hielt.

„Der ganze Streit ob die Temperatur rauf- oder runtergeht, ist absurd. Natürlich geht sie hoch - und zwar schon kurz nach 1800, vor der Industriellen Revolution, weil wir aus der kleinen Eiszeit kommen, und nicht, weil wir mehr Kohlendioxid in die Luft befördern.“[4]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Bryson schrieb über 230 Artikel und 5 Bücher.[5]

  • R. A. Bryson, Airmasses, Streamlines, and the Boreal Forest 1966: Department of Mines and Technical Surveys, Geography Branch
  • R. A. Bryson, FK Hare, Climates of North America 1974: Elsevier Scientific Pub. Co New York
  • R. A. Bryson & TJ Murray, Climates of Hunger: Mankind and the World's Changing Weather, 1977: University of Wisconsin Press
  • R. A. Bryson, A Perspective on Climatic Change, Science, Volume 184, Issue 4138, pp. 753-760. Publication Date: 05/1974
  • R. A. Bryson, BM Goodman, Volcanic Activity and Climatic Changes Science, 1980

Ehrungen[Bearbeiten]

Bryson wurde 1990 mit dem Global 500 Award des VN Umweltprogramms ausgezeichnet.[6]

Sein Buch Climates of Hunger erhielt die Banta Medal, eine Auszeichnung der Wisconsin Library Association für Autoren aus Wisconsin aufgrund seiner gelungenen Mischung von literarischer Prosa und Wissenschaft. [7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UW prof Bryson, climatology pioneer, dies at 88. In: The Capital Times, 12. Juni 2008. Abgerufen am 5. November 2009. 
  2. Reid Bryson, zit. nach Jeffrey Goodman, American Genesis, New York (Summit Books), 1981, S. 65
  3.  Alan Anderson Jr.: Weather Forecast for the Future:?. In: Lakeland Ledger. 29. Dezember 1974 (Scan).
  4. Dave Hoopman: The Faithful Heretic: A Wisconsin Icon Pursues Tough Questions (en). In: Wisconsin Energy Cooperative News, Mai 2007. Abgerufen am 21. April 2008. 
  5. Übersicht
  6. VN Auszeichnung
  7. Banta Medal