Reinecke-Salz

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Strukturformel
Struktur des Reinecke-Salzes
Allgemeines
Name Reinecke-Salz
Andere Namen

Ammoniumtetrathiocyanatodiamminchromat(III)

Summenformel NH4[Cr(SCN)4(NH3)2][1]
CAS-Nummer
  • 13573-16-5
  • 13573-17-6 (Hydrat)
Kurzbeschreibung

dunkelrote Kristalle[2]

Eigenschaften
Molare Masse
  • 336,43 g·mol−1
  • 354,42 g·mol−1 (Hydrat)
Aggregatzustand

fest[3]

Schmelzpunkt

268–272 °C (Zersetzung)[3]

Löslichkeit

löslich in heißem Wasser und Ethanol[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​332
P: 280 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][3]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 20/21/22
S: 36
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Das Reinecke-Salz ist eine Komplexverbindung des dreiwertigen Chroms mit der Konstitutionsformel NH4[Cr(SCN)4(NH3)2]. Es bildet dunkelrote Kristalle, die in heißem Wasser und Ethanol löslich sind.[2] Das Salz wurde erstmals 1863 von Albert Reinecke aus Detmold[5] durch Zusammenschmelzen von Ammoniumthiocyanat und Kaliumdichromat hergestellt.[6]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Salz besteht aus einem Ammoniumion und einem Komplexanion, welcher aus einem Cr3+-Ion als Zentralatom und sechs Liganden besteht. Der Komplex ist oktaedrisch koordiniert.[7]

Reinecke-Salz
Mit Reinecke-Salz gefälltes Hg2+ bildet einen flockigen rosafarbenen Niederschlag.
Mit Reinecke-Salz – Ammoniumtetrathiocyanato-diamminchromat(III) – gefälltes Hg2+ bildet einen flockigen rosafarbenen Niederschlag.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Reinecke-Salz wird in der Analytik zum Nachweis von Kationen verwendet.[8] Beispielsweise fällt mit Quecksilber(II)-ionen ein schwerlöslicher hellroter Niederschlag von sogenanntem Quecksilber(II)-Reineckat aus:


Kupfer(I)-ionen bilden einen gelben schwerlöslichen Niederschlag:


Der Nachweis mit Reinecke-Salz ist sehr empfindlich. So lässt sich diese Methode auch zur quantitativen Bestimmung über die Photometrie benutzen. Fällt man beispielsweise Quecksilber(II)-Reineckat in Gegenwart von Thioharnstoff, so entsteht ein Komplex, der in Ketonen löslich ist und der sich bei 520–540 nm photometrieren lässt.[9]

Neben anorganischen Kationen sind inzwischen eine Vielzahl von Reaktionen mit organischen Kationen bekannt, insbesondere mit Ammoniumionen von primären und sekundären Aminen.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Inorganic Compounds, S. 4-48.
  2. a b c Eintrag zu Reinecke-Salz. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 12. November 2014.
  3. a b c d e Datenblatt Reinecke salt, ACS reagent, ≥ 93.0% bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 12. Dezember 2012 (PDF).
  4. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  5. Akademie der Wissenschaften in Göttingen (Hrsg.): Nachrichten von der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften und der Georg-Augusts-Universität zu Göttingen. Dieterichsche Verlagsbuchhandlung, Göttingen 1867, S. 394 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  6. Albert Reinecke: Über Rhodanchromammonium-Verbindungen. Annalen der Chemie und Pharmazie, Band 126, Seiten 113–118 (1863). doi:10.1002/jlac.18631260116.
  7. A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1452 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Jander-Blasius: Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie. 5. Auflage, S. Hirzel, Stuttgart-Leipzig 1965, S. 263, 272
  9. Bruno Lange, Zdenĕk J. Vejdĕlek: Photometrische Analyse. Verlag Chemie Weinheim 1980, S. 222
  10. Tim Peppel, Christin Schmidt, Martin Köckerling: Synthesis, Properties, and Structures of Salts with the Reineckate Anion, [CrIII(NCS)4(NH3)2], and Large Organic Cations. Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie 2011, 637, 1314–1321. doi:10.1002/zaac.201100091