Reiner Schuhenn

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Reiner Schuhenn (* 2. Februar 1962 in Weingarten, Württemberg) ist ein deutscher Kirchenmusiker, Chorleiter, Hochschullehrer und ehemaliger Hochschulrektor der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuhenn studierte Schulmusik und Kirchenmusik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sowie Germanistik und Philosophie und an der Universität Stuttgart. An der Musikuniversität Wien spezialisierte er sich in den Fächern Dirigieren bei Otmar Suitner und Konzertfach Orgel bei Peter Planyavsky. Zu seinen Lehrern zählten unter anderem Dieter Kurz, Helmut Wolf, Bernhard Ader und Sergiu Celibidache. Des Weiteren absolvierte er Meisterkurse bei Albert de Klerk, Eric Ericson, Gaston Litaize und Jean Langlais.

Anschließend war Schuhenn bis 1994 Kantor in Ravensburg und Leiter des Oberschwäbischen Kammerorchesters. Ebenso wirkte er als Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen, unter anderem an der PH Weingarten. 1994 wurde Schuhenn zum Bischöflichen Beauftragten für Kirchenmusik und Leiter des Referates für Kirchenmusik der Diözese Essen ernannt. Darüber hinaus übernahm er von 1997 bis 2000 die Leitung des Domchores an der Essener Bischofskirche, die Leitung des Johannes-Damascenus-Chores Essen sowie einen Lehrauftrag an der Folkwang Hochschule Essen. Bereits ab 1992 übte er zusätzlich das Amt des Orgelsachverständigen aus, zunächst im Bistum Rottenburg-Stuttgart anschließend im Bistum Essen und schließlich von 1999 bis 2014 im Erzbistum Köln.

Im Jahr 1999 erfolgte seine Berufung zum Professor für Chor und Orchesterleitung an die Hochschule für Musik und Tanz Köln. Darüber hinaus setzte er sich für die Wiedergründung des Madrigalchors der Hochschule ein und übernahm dessen Leitung.

Nach einigen Jahren als Prodekan wurde er 2007 in das Amt des Dekans des Fachbereichs 1 (Dirigieren, Kirchenmusik, Klavier, Tonsatz, Neue Musik und Komposition) gewählt und 2009 zum Rektor der Hochschule für Musik und Tanz Köln ernannt.[1] In den folgenden Jahren war er von Amts wegen unter anderem von 2010 bis 2012 Sprecher der Landesrektorenkonferenz der Kunst- und Musikhochschulen Nordrhein-Westfalens sowie seit 2011 stellvertretender Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen Deutschlands (RKM) und bis 2013 Vorstandsmitglied im ON – Neue Musik Köln e.V. Des Weiteren ist er seit 2011 künstlerischer Leiter des „Internationalen Musikwettbewerbs Köln“[2] und seit 2012 Vorsitzender des Beirats des Kuratoriums von KölnMusik (Philharmonie). Von 2012 bis 2018 war er außerdem Leiter des Aachener Studentenorchesters.[3]

Neben seinen Hochschulaufgaben übernahm Schuhenn mehrfach (2001–2005, 2009–2010, 2013–2014) die künstlerische Leitung der Abschlusskonzerte der vom Land Baden-Württemberg getragenen Meersburger Sommerakademie sowie von 2003 bis 2018 die des Figuralchores Bonn[4] und ab 2009 die Leitung und das Präsidentenamt des Internationalen Musikwettbewerbs Köln. Darüber hinaus ist er seit 2004 Redaktionsbeirat der Zeitschrift Musica sacra und seit 2006 erster Vizepräsident des Allgemeinen Cäcilienverbandes für Deutschland. Zudem ist er seit 2007 Mitglied im Beirat des Deutschen Chorwettbewerbs und war von 2013 bis 2016 Mitglied im Präsidium des Deutschen Musikrats.

Im Mai 2017 wurde Schuhenn mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 zum Rektor der Universität Mozarteum Salzburg gewählt, trat jedoch wegen Differenzen mit dem dortigen Universitätsrat diese Stelle nicht an. Ebenfalls im Frühjahr 2017 wurde Schuhenn von der niedersächsischen Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić in den Hochschulrat der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover berufen, wo er in der konstituierenden Sitzung am 4. Oktober 2017 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Hochschulrates gewählt wurde.[5]

Zu Schuhenns weiteren künstlerischen Arbeiten zählen unter anderem Jurytätigkeiten bei Wettbewerben[6], Gastdirigate sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen für zahlreiche Sendeanstalten unter anderen SWR, WDR, ZDF, ORF. Schuhenn konzertierte mit namhaften Solisten wie Pierre-Laurent Aimard, Karl Michael Komma, Hans Sotin, Edda Moser, Julian Pregardien. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt bei der Musik des 18. und 20. Jahrhunderts.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuhenn ist Herausgeber und Mitherausgeber mehrerer Publikationen, darunter des „Kölner Chorbuchs“ (Carus), eines Buches über Franz Schmidt beim Musikverlag Doblinger in Wien und des Bandes II „Ensembleleitung“ im Kompendium „Basiswissen Kirchenmusik“, veröffentlicht im Carus Verlag, das als Gesamtwerk mit dem Deutschen Musikeditionspreis 2011 ausgezeichnet wurde. Zuletzt gab er als koordinierender Mitherausgeber im Carus Verlag das „Chorbuch a tre“ – Chormusik zu drei Stimmen (S-A-M) heraus. Im Oktober 2015 wurde sein neues Buch im Rahmen der Chor.Com Dortmund vorgestellt: „Das Alternative Chorleitungsbuch“ (Schott Mainz).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kirchenmusiker und Dirigent: Reiner Schuhenn wird Rektor der Kölner Musikhochschule, Pressemitteilung der Neuen Musik-Zeitung vom 5. März 2009
  2. Künstlerische Leitung Internationaler Musikwettbewerb Köln
  3. Unser Dirigent@1@2Vorlage:Toter Link/www.aso.rwth-aachen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf den Seiten des Aachener Studentenorchesters
  4. Chorleitung Figuralchor Bonn
  5. Hochschulrat der HMTM Hannover
  6. Jurymitglied im Felix Mendelssohn-Bartholdy-Wettbewerb