Edda Moser

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Edda Moser 1987

Edda Moser (* 27. Oktober 1938 in Berlin) ist eine deutsche Opernsängerin (Sopran) und Hochschullehrerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edda Moser ist die Tochter des Musikwissenschaftlers Hans Joachim Moser und seiner zweiten Ehefrau Dorothea geb. Duffing.[1] Der Cellist Johannes Moser (* 1979) und der Pianist Benjamin Moser (* 1981) sind ihre Neffen. Sie studierte Gesang am Berliner Konservatorium bei Hermann Weissenborn und Gerty König. Von 1962 bis 1963 war sie am Würzburger Stadttheater engagiert, danach in Hagen und Bielefeld. 1968 sang sie in Salzburg unter Herbert von Karajan die Wellgunde in Wagners Der Ring des Nibelungen. Bevor sie zur Wiener Staatsoper wechselte, gehörte sie 1968 bis 1971 zum Ensemble der Oper Frankfurt.

Herbert von Karajan brachte sie an die Metropolitan Opera New York, wo sie einen spektakulären Einstand als Königin der Nacht feierte. Ihr Debüt war in Wagners Rheingold. An der Metropolitan Opera sang sie danach unter anderem in Neuproduktionen von Die Entführung aus dem Serail, Händels Rinaldo und als Donna Anna in Don Giovanni.

Noch 1995 debütierte Edda Moser als Küsterin in Leoš Janáčeks Oper Jenůfa an der Bonner Oper.

Als Höhepunkt ihrer Karriere sieht Edda Moser ihre Münchner Aufnahme der Zauberflöte mit der so schwierig zu singenden Rachearie der Königin der Nacht [2] unter dem Dirigat von Wolfgang Sawallisch. Die Aufnahme entstand im August 1972 bei der Electrola.

In einem Interview mit Fono-Forum zu ihrem 75. Geburtstag beschreibt sie die Vorgeschichte der Aufnahme:

„An die Entstehung dieser legendären ‚Zauberflöte‘ erinnere ich mich noch sehr gut, die war wie ein Wunder. Mit Kurt Moll, Theo Adam, Walter Berry und Peter Schreier hatten wir damals ein komplett deutschsprachiges Ensemble, das alleine war schon außergewöhnlich. Mich hatte man als Königin der Nacht für diese Aufnahme engagiert. Ich kam dann nach München, da sagte mir der Produzent Helmut Storjohann: ‚Es gibt da ein kleines Problem: Frau Sawallisch möchte Sie nicht als Königin haben.‘ Worauf ich fragte, was Frau Sawallisch mit der Aufnahme zu tun hätte? Daraufhin hat der von mir verehrte Helmut Storjohann gesagt: ‚Wenn die Edda die Königin der Nacht nicht singt, fällt die ganze Produktion aus!‘ Sawallisch hat dann in den sauren Apfel gebissen und fragte mich bei der ersten Sitzung etwas kühl, ob ich mit der ersten oder zweiten Arie anfangen möchte. Ich sagte, ich nehme gerne die zweite. Und in dieser Wut, die ich hatte, weil man mich nicht wollte, habe ich den ganzen Zorn in die Arie gelegt und in einem Take durchgesungen. Und diese Aufnahme[3] ist jetzt auf der Platte und schwebt irgendwo über den Sternen.“[4]

Sie schildert in einem Gespräch mit Holger Wemhoff[5], wie sie darüber informiert wurde, dass ausgerechnet aus dieser Aufnahme die Arie der Königin der Nacht ausgewählt wurde, damit sie an Bord der Raumsonde Voyager 2 das Sonnensystem verlassen konnte [6]. Ein letztes Mal sang sie diese Arie an der Pariser Oper unter dem Dirigenten Karl Böhm.

Edda Moser beendete ihrer Sängerkarriere am 2. Februar 1994 mit der „Salome“ in Wien. Sie empfand dies als „Tod“, doch sie wollte als Sängerin in guter Erinnerung bleiben und veränderte ihr Leben. Sie galt als Sängerin, die besonders gut Mozart-Opern singen konnte, sie hätte jedoch auch gern von Richard Wagner die Brünnhilde und die Isolde gesungen. Dass dies nicht möglich wurde, bedauert sie sehr. [7]

Seit den 1980er Jahren leitet sie Meisterklassen an verschiedenen Instituten und Konservatorien (Europäische Akademie für Musik und Darstellende Kunst), Junge Münchner Philharmonie, Mozarteum Salzburg und hatte eine Professur an der Hochschule für Musik Köln inne.

Darüber hinaus fühlt sich Edda Moser in besonderer Weise der Pflege und dem Erhalt der deutschen Sprache verpflichtet. Sie ist Initiatorin und künstlerische Leiterin des 2006 gegründeten „Festspiel der deutschen Sprache“, das auf Empfehlung von Bundesaußenminister a. D. Hans-Dietrich Genscher seit 2007 jeweils im September im historischen Goethe-Theater Bad Lauchstädt stattfindet.

Im März 2011 erschien ihre Autobiografie, geschrieben zusammen mit Thomas Voigt, unter dem Titel „Ersungenes Glück“.

Edda Moser lebt in Rheinbreitbach südlich von Bonn.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Repertoire (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edda Moser: Ersungenes Glück : Erinnerungen und Gespräche. Aufgezeichnet von Thomas Voigt. Henschel, Leipzig, 2011, ISBN 978-3-89487-671-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dagmar Droysen-ReberMoser, Hans Joachim. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. 191–193 (Digitalisat)..
  2. Edda Moser. Biographie auf der Website von Edda Moser, 25. Mai 2008, archiviert vom Original am 5. Dezember 2008, abgerufen am 16. September 2017 (pdf; 210 kB).
  3. Act II, Der Hoelle Rache (Moser, Sawallisch). Archive.org, abgerufen am 16. September 2017 (mp3, 3,4 MB, 2:56 Minuten).
  4. Björn Woll: Edda Moser: „Ich habe nie ein Fach gehabt, ich habe nur Rollen gesungen“. Fono Forum, September 2013, abgerufen am 16. September 2017.
  5. Cover der Produktion Edda Moser singt Mozart und im Gespräch mit Holger Wemhoff. EMI, abgerufen am 16. September 2017 (jpeg; 35 kB).
    Edda Moser singt Mozart und im Gespräch mit Holger Wemhoff. Spotify, abgerufen am 16. September 2017.
  6. Voyager Golden Record
  7. Bjørn Woll: Die große Sopranistin wird 75 Jahre alt: Besuch bei Edda Moser. WDR 3-Sendung „Tonart“, 25. Oktober 2013, archiviert vom Original am 10. November 2013, abgerufen am 16. September 2017.
  8. Bekannte Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache. Verein Deutsche Sprache e. V., archiviert vom Original am 8. Februar 2017, abgerufen am 16. September 2017.
  9. Die Sprachwahrer des Jahres 2006. Verein für Sprachpflege e. V., abgerufen am 16. September 2017.
  10. Ministerpräsident Haseloff würdigt Festspiel der Deutschen Sprache und zeichnet dessen Initiatorin mit Landesverdienstorden aus. Pressemitteilung der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt, 413/2014, 12. September 2014, abgerufen am 16. September 2017.