Renate Möhrmann

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Renate Möhrmann (* 26. August 1934 in Hamburg) ist eine deutsche Theater-, Film- und Fernsehwissenschaftlerin und ehemalige Abgeordnete des Landtags von Nordrhein-Westfalen (CDU). Die emeritierte Professorin an der Universität zu Köln gilt als Vertreterin einer feministischen Wissenschaft. Seit 2006 ist sie auch als Romanautorin hervorgetreten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renate Möhrmann studierte an den Universitäten Hamburg, Lyon und der City University of New York Germanistik, Romanistik, Philosophie und Medienwissenschaften. 1972 erfolgte ihre Promotion zur Dr. phil., 1977 die Habilitation. Von 1973 bis 1977 war sie als Akademische Rätin bzw. Oberrätin an der Universität Duisburg tätig. 1977 wurde sie als Professorin für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft an die Universität zu Köln berufen, wo sie bis zu ihrer Emeritierung 1999, mit Unterbrechung durch Beurlaubung während ihres Mandats im nordrhein-westfälischen Landtag von 1990 bis 1995, lehrte. Gastprofessuren nahm sie in Toronto, Kanada, sowie am Middlebury College im US-Bundesstaat Vermont wahr.

1990 gehörte Möhrmann zu einer Gruppe von „Quereinsteigern“, darunter auch der Dressurreiter Reiner Klimke, die auf Initiative des damaligen Vorsitzenden der CDU Nordrhein-Westfalen, Norbert Blüm, sichere Plätze auf der Liste der CDU für die Landtagswahl 1990 erhielten und in den Landtag einzogen. Möhrmann war erst im November 1989, nachdem sie das Angebot für das Mandat erhalten hatte, der CDU beigetreten. In der Folge war sie auch Stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Köln und Mitglied des CDU-Landesvorstandes in Nordrhein-Westfalen.[1] Ferner gehörte sie bis 1993 als Vertreterin des NRW-Landtags dem Rundfunkrat des WDR[2], sowie als Vertreterin der WDR mediagroup bis 1994 dem Aufsichtsrat der Bavaria Film GmbH an.[3]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Möhrmanns Habilitationsschrift, die sich mit Schriftstellerinnen im Vormärz beschäftigte, wird als „erste feministische Habilitationsschrift der Bundesrepublik“[4] bezeichnet. Seither bildete die Beschäftigung mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft, der Kunst und den Medien einen wesentlichen Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen und publizistischen Arbeit. Innerhalb des Spektrums der feministischen Wissenschaft vertritt Möhrmann dabei den Standpunkt der „klassischen“ Frauenforschung, im Unterschied etwa zur postmodernen Gendertheorie von Judith Butler.

Nach ihrer Emeritierung begann Möhrmann, sich als Romanautorin zu betätigen. Auch dabei widmete sie sich dem Thema der Frauenschicksale.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftliche Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die andere Frau. Emanzipationsansätze deutscher Schriftstellerinnen im Vorfeld der Achtundvierziger-Revolution. Metzler, Stuttgart 1977 (Buchausgabe der Habil.-Schrift), ISBN 3-476-00353-1
  • Die Frau mit der Kamera. Filmemacherinnen in der Bundesrepublik Deutschland. Situation, Perspektiven, 10 exemplarische Lebensläufe. Hanser, München/Wien 1980, ISBN 3-446-13160-4
  • Norbert Jaron/Renate Möhrmann/Hedwig Müller: Berlin – Theater der Jahrhundertwende. Bühnengeschichte der Reichshauptstadt im Spiegel der Kritik (1889-1914). Niemeyer, Tübingen 1986, ISBN 3-484-10493-7
  • (Hrsg., unter Mitarbeit von Barbara Mrytz): Verklärt, verkitscht, vergessen. Die Mutter als ästhetische Figur. Metzler, Stuttgart/Weimar 1996, ISBN 3-476-01302-2
  • (Hrsg., Mitarbeit durch Nadja Urbani): rebellisch – verzweifelt – infam. Das böse Mädchen als ästhetische Figur. Aisthesis Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-89528-875-3 Inhaltsverzeichnis

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Renate Möhrmann beim Landtag Nordrhein-Westfalen
  2. Pressemitteilung des WDR auf www. presseportal.de, abgerufen am 12. September 2008
  3. Mitteilung des WDR, abgerufen am 12. September 2008
  4. Möhrmann-Seite beim Schenkbuchverlag, abgerufen am 12. Dezember 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]