Rentnerband

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Rentnerband
Allgemeine Informationen
Herkunft Hamburg, Deutschland
Gründung 1974
Auflösung 1983
Gründungsmitglieder
Gottfried Böttger
Lonzo Westphal
Django Seelenmeyer
Peter Petrel
Willem
Letzte Besetzung
Gesang
Willem
Gitarre, Banjo, Gesang
Herbert Drapatz
Klavier
Werner Böhm
Schlagzeug
Charly Krüger
Bass
Heinz „Fuzzy“ Matthies
Ingrid Unverdorben
Conference, Tischschlagzeug, Gesang
Hans Herbert Böhrs

Die Rentnerband war eine Musikgruppe aus Hamburg, die zwischen 1974 und 1982 aktiv war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und erstes Album „...alles klar“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem Lied Alles klar auf der Andrea Doria sang Udo Lindenberg 1973:

Bei Onkel Pö spielt ’ne Rentnerband seit 20 Jahren Dixieland; ’n Groupie hab’n die auch die heißt Rosa oder so und die tanzt auf’m Tisch wie’n Go-Go-Go - Girl.

Bei einer Feier in Willems Haus mit Otto Waalkes, Udo Lindenberg, Gottfried Böttger und Ewald Lütge entstand die Idee, die besungene Rentnerband zu gründen.[1]

Daraufhin setzten Willem und Ewald Lütge (das Produzententeam Lob & Hudel)[1] diese Idee um.

Die beteiligten Musiker wurden aus anderen bestehenden Bands rekrutiert: Zu ihnen gehörten der Pianist Gottfried Böttger (Klavier, Akkordeon, Gesang), der in Udo Lindenbergs Panikorchester spielte, Lonzo Westphal (Geige), Django Seelenmeyer (Banjo, Mandoline), die beide auch Mitglied bei Leinemann waren und der Hannoveraner Sänger Peter Petrel. Der Name der Band stammt von Udo Lindenberg.[2] Von Juni bis August 1974 wurde dann das Album ...alles klar aufgenommen.[3] Neben Böttger, Westphal, Seelenmeyer, Petrel und Willem waren noch Ingo Kröger (Bass), Charly Krüger (Schlagwerk), Ede Wolf (Tuba), Barry Sarluis (Klavier), Ingrid Unverdorben als „Rosa“, Brunos Salonband (Bläser) und der Eppendorfer Pensionärs Chor an der Aufnahme beteiligt,[3] wobei der Pensionärs-Chor wie die Rentner-Band hier zum ersten Mal in Erscheinung trat.

Das als Single veröffentlichte Lied Hamburger Deern ist die deutsche Version des englischen Hits Liverpool Lou (Komponist: Dominic Behan) der Gruppe The Scaffold. Der Text erzählt die wahre Geschichte, wie Peter Petrel im Onkel Pö seine spätere Frau kennenlernte.[2] Den Text schrieb Ewald Lütge[4][5] unter dem Pseudonym Lob.[6] Der Text der Deern wurde von Ingrid Unverdorben gesprochen, ihr Text endet mit „Deine Rosa“.[7] Am 23. November 1974 hatte die Rentnerband mit dem Lied einen Fernsehauftritt in der Sendung Disco,[8] ab dem 2. Dezember 1974 war Hamburger Deern für 16 Wochen in den deutschen Charts.

Erste Auftritte, Umbesetzung, Tournee, zweites Album „Revue“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rentnerband, ursprünglich nur als Gag gegründet worden,[9] planten für Anfang 1975 ihren ersten Auftritt,[10] zwei Konzerte am 13. und 14. Januar im Hamburger Schauspielhaus waren ausverkauft.[11] Kurz darauf wurde berichtet, dass drei Mitglieder der Urbesetzung (Gottfried Böttger, Django Seelenmeyer und Lorenz Westphal) nicht auf Tournee mit der Rentnerband gehen wollten und dass Ede Wolf bereits vorher die Band verlassen hat;[9] Willem und Lütge suchten darauf nach Ersatz.[9]

Im März wurde dann die neue zehnköpfige Besetzung bekanntgegeben: Willem (Gesang, Banjo), Peter Petrel (Gesang, Ukulele), Werner Böhm (Piano, Stepptanz), Kalle Popp (Bass, Gitarre, Gesang), Wolfgang Due (Banjo, Mandoline, Gitarre, Bass, Gesang), Axel (bzw. Alex)[12] Müller (Trompete, Saxophon, Akkordeon, Piano, Gesang), Charly Krüger (Schlagzeug, Posaune, Gesang), Hans Böhrs (Ansager, Posaune, Schlagzeug, Gesang), Anna Mofa (Gesang, Piano) und Ingrid Unverdorben.[13] Bereits am 2. März 1975 trat die Rentnerband in dieser Besetzung mit Hamburger Deern sowie dem Lied Glühwürmchen aus Paul Linckes Operette Lysistrata in der ARD-Fernsehsendung Pop 75 auf.[14][15] Im April/Mai probten sie im Weißenhäuser Strand ihr neues Live-Programm für ihre Tournee, die am 5. Mai in der Hamburger Musikhalle begann.[16] Im Juli 1975 wurde das zugehörige Album Revue aufgenommen,[12] die zehnköpfige Besetzung ist auf dem Album-Cover abgebildet.[12]

Im Januar 1976 erschien das von Michael Kunze geschriebene Lied Nie mehr Liebe im Vau Weh. Auf dem Cover der Single ist eine elfköpfige Besetzung zu sehen: Wolfgang Due fehlt, dafür sind nun Heinz Matthies (u. a. Bass) und Sam / Sammy Walker (u. a. Saxofon, Flöte) abgebildet.

Nach dem Erfolg der ersten LP ...alles klar wurde aus dem kurzzeitigen Plattenprojekt eine „Working Roadband“, die mit der Rentnerband-Revue als Live-Band Erfolge feiern konnte.

Nach dem Album „Revue“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Später gehörten auch Berry Sarluis (bekannt als Begleitpianist von Karl Dall auf Fernseh- und Theaterbühnen) und Werner Böhm dazu. Die genannten Musiker gehörten damals der Hamburger Szene an und wohnten teilweise auch zusammen in der Wohngemeinschaft der „Villa Kunterbunt

Die Rentnerband trat damals in diversen Fernsehshows auf, darunter Stimmung, Stars und gute Laune (ZDF), Lieder vom Fass (ZDF), ZDF-Hitparade und die Tony Marshall Show (ARD).

Nachdem sich die Rentnerband aufgelöst hatte, gingen die Musiker getrennte Wege. Werner Böhm wurde als Gottlieb Wendehals bekannt, Willem († 1994) ging als Moderator zum Norddeutschen Rundfunk und Hans Herbert Böhrs war anfangs in der Fernsehsendung Bananas (WDR) als Komiker zu sehen. Heute ist er Mitveranstalter der Hamburger-Stadtpark-Konzerte und seit 1976 Organisator der Verkleidungsparty LiLaBe.[17] Herbert Drapatz arbeitete als Begleit- und Studiomusiker unter anderem mit Dave Dudley, Ted Herold und Gunter Gabriel zusammen. Der Country-Gitarrist ist heute als Produzent für verschiedene Country-Music-Projekte tätig.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[18]
...alles klar
  DE 24 15.02.1975 (16 Wo.)
Singles[19]
Hamburger Deern
  DE 20 02.12.1974 (16 Wo.)

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1974: ...alles klar (Reprise Records / WEA)[3]
  • 1975: Revue (mit dem Pensionärs-Chor) (WEA)[12]
  • 1977: Eine Nacht mit Onkel Carlo (Rentnerband & Willem) (WEA)
  • 1978: Das Beste von der Rentnerband & Willem (Rentnerband & Willem, Kompilation) (Midi)
  • 1981: Wunderbar (Hansa / Pingo Music)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1974: Hamburger Deern / Ich pfeif’ auf die Rente (Reprise Records / WEA)
  • 1975: Olli, Der Orang Utan / Irren Macht Schlau (Eppendorfer Pensionärs Chor) (Reprise Records / WEA)
  • 1975: Alles klar, alles bleibt wie es war! / Rollmops (WEA)
  • 1975: Meine Welt ist der Korridor vom Arbeitsamt / Macht nix, es gibt Schlimmeres (Pensionärs Chor), (WEA)
  • 1976: Nie mehr Liebe im Vau Weh / Dixie Baby (WEA)
  • 1977: Opas Oper / Und wenn alles brennt (WEA)
  • 1977: Du, Du, Du / Tanzband auf der Titanic (Rentnerband & Willem) (WEA / Alpha Musikverlag / Kraut Musikverlag)
  • 1978: Onkel Fuzzy / Gestatten, Schmidt (Rentnerband & Willem) (WEA / Kraut Musikverlag)
  • 1979: Papa Melone (Mama Leone) / Die flotte Lotte (WEA / Intersong Musikverlag / Rialto Musikverlag)
  • 1980: Charlie / Surfbrett-Bubies (Hansa / der andere song)
  • 1980: Ski-Heil, Bein kaputt / Gut Holz (Hansa / Pingo Music)
  • 1981: Wunderbar / I Don’t Like My Müsli (Hansa / Pingo Music)
  • 1982: Gibt es diesen Sommer eine Dürre? / Ist denn hier alles zu spät? (Hansa / Pingo Music)
  • 1983: Ringelpitz und Ramba Zamba / Der Andere (Hans Herbert und die Rentnerband), Black Box[20][21]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Willem – Schwer in Form bei Discogs., siehe Cover-Rückseite
  2. a b Liner Notes der CD Hamburg ’75; Repertoire Records 1995
  3. a b c Rentnerband – ...Alles Klar bei Discogs., Cover-Rückseite bei bertelsmann.com
  4. Die Jochen-Brauer-Band – Sing mit und tanz dich fit, Album von 1976 bei Discogs
  5. ZDF Sonntagskonzert auf Tournee, Album von 1988 bei Discogs
  6. Hamburger Deern, Single von 1974 bei Discogs
  7. Hamburger Deern bei musixmatch.com
  8. An diesem Wochenende im Fernsehen: Die Rentner und der Graf von Winterhude auf Seite 3 des Wochenend-Magazins des Hamburger Abendblatt Nr. 273 vom 23. November 1974
  9. a b c Karsten Flohr: Darum scheiterte die Rentnerband: Geplatzt, weil der Erfolg zu groß war im Hamburger Abendblatt Nr. 25, Seite 4 vom 30. Januar 1975
  10. info – Rentnerband im Wochenend-Magazin, Seite 9 im Hamburger Abendblatt Nr. 285 vom 7. Dezember 1974
  11. Angelika Blume: Rentner-Band sorgte für tolle Stimmung – Ein Spaß, fast zum Totlachen im Hamburger Abendblatt Nr. 12, Seite 4 vom 15. Januar 1975
  12. a b c d Renterband – Revue bei Discogs.
  13. Ingrid Unverdorben: Die Rentner sind wieder komplett! im Wochenend-Magazin des Hamburger Abendblatt Nr. 57, Seite 3 vom 8. März 1975
  14. Pop 75 – Einzelfolge Erstausstrahlung 2. März 1975 bei fernsehserien.de
  15. Rentnerband - Glühwürmchen 1975 bei YouTube
  16. Horst Lietzberg: „Alles klar“ bei der Rentnerband im Hamburger Abendblatt Nr. 101, Seite 3 vom 2. Mai 1975
  17. http://www.lilabe.de/historie.html
  18. Chartdiskografie Alben
  19. Chartdiskografie Singles
  20. Hans Herbert und die Rentnerband – Ringelpitz und Ramba Zamba bei offiziellecharts.de
  21. Hans Herbert und die Rentnerband – Ringelpitz und Ramba Zamba bei hitparade.ch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]