Rhein-Neckar Fernsehen

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Rhein-Neckar Fernsehen
Senderlogo
RNF Logo.svg
Allgemeine Informationen
Empfang: Kabel und IPTV, digital
Sprache: deutsch
Eigentümer: Rhein-Neckar Fernsehen GmbH
Geschäftsführer: Bert Siegelmann, Ralph Kühnl
Sendebeginn: 16. September 1986
Rechtsform: Privatrechtlich
Programmtyp: Spartenprogramm (Ballungsraumfernsehen)
Website: RNF.de
Liste von Fernsehsendern
Übertragung der Sendung Zur Sache auf dem Mannheimer Maimarkt

Das Rhein-Neckar Fernsehen (RNF) ist ein privater regionaler Fernsehsender im Ballungsraum Metropolregion Rhein-Neckar mit Sitz in Mannheim. Es sendet in drei Bundesländern (Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz). Der Geschäftsführer und alleinige Gesellschafter des Senders ist Bert Siegelmann.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RTL-Regionalfenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Logo von RNF Life bis ca. Mitte 2008

Der Sendebeginn war 1986. RNF ist somit der älteste deutsche Privat-Regionalsender. Man startete als Fensterprogramm Montags bis Freitags auf RTL Television über das Kabelnetz im Rhein-Neckar-Dreieck. Dort wurde zunächst um 18:05 Uhr, später um 18 Uhr, die Regionalsendung RNF Life ausgestrahlt. Gleichzeitig fungiert RNF seitdem auch als Regionalstudio für RTL und liefert Berichte aus dem Rhein-Neckar-Dreieck und dem gesamten Südwesten Deutschlands zu. Das abendliche Live-Programm auf RTL, bei dem meistens auch ein Live-Publikum im Studio anwesend ist, wuchs bis auf eine Länge von 45 Minuten täglich heran (Sendezeit 18 bis 18:45 Uhr) und enthielt neben aktuellen Nachrichten und gelegentlichen Auftritten von Künstlern auch diverse Programm- und Ratgeberreihen, wie z. B. für Kino (Movie-Time) oder Kochen (Telekoch), bereit. Bekannt war RNF in der Region auch lange für das Autoaufkleber-Gewinnspiel Zeig’s mir.

Mit der Zeit wurde das Programmangebot ausgeweitet, und 1988 kam auch noch eine Sendung am Vormittag (späterer Name: Lifetime) hinzu, die von 10:30 bis 11 Uhr bei RTL ausgestrahlt wurde. Diese Sendung war vor allem auch an Schichtarbeiter gerichtet, weswegen sie neben aktuellen Nachrichten auch Wiederholungen von Inhalten von RNF Life am Vorabend enthielt. Die dritte Erweiterung auf RTL war ein kurzes Nachrichten-Update täglich um ca. 20:06 Uhr nach der RTL-Sendung Gute Zeiten, schlechte Zeiten. 1994 übernahm Mitbegründer und Chefredakteur Bert Siegelmann alleine das Rhein-Neckar-Fernsehen vom bisherigen Eigner, der Mediengruppe Dr. Haas GmbH, zu der Tageszeitungen wie der Mannheimer Morgen, zahlreiche Regionalzeitungen und Medienbetriebe gehören.[1]

Nach 10 Jahren stand 2016 turnusgemäß die Neuvergabe des RTL-Regionalfensters an, das ein Auftragsvolumen von 1,4 Millionen Euro hat. Neben RNF bewarb sich auch das Unternehmen Zone 7 aus Ludwigsburg, welches bereits Nachrichtenbeiträge für nationale Programme der Mediengruppe RTL Deutschland produzierte. Die zuständigen Gremien konnten sich nicht einigen: Rheinland-Pfalz bevorzugte Zone 7 und in Baden-Württemberg kamen die Gremien zu keiner einvernehmlichen Lösung. Deswegen wurden RNF und Zone 7 beauftragt, eine gemeinsame Lösung zu finden. Ende März, kurz vor dem Vergabetermin 1. April, zog RNF seine Bewerbung zurück, um langwierige Klagen zu vermeiden. Im Gegenzug erhielt es von Zone 7 den Auftrag, die Produktion des Regionalfensters bis zum 31. Juli 2017 fortzusetzen.[2][3] Danach ging RON TV auf diesem Sendeplatz auf Sendung.

Eigener Sender RNFplus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Logo von RNF plus bis ca. Mitte 2008

Zum zehnten Geburtstag wurde am 16. September 1996 der 24-Stundensender RNFplus ins Leben gerufen. In diesem Ballungsraumfernsehen wurden einige bisherige Programmpunkte von RNF Life als eigenständige Sendungen lanciert (u. a. Telekoch, Profil), jedoch auch einige neue Sendereihen wie z. B. Zur Sache und Die Woche geschaffen. Das Programm stützt sich allerdings weiterhin im Wesentlichen auf das mehrfach wiederholte Magazin RNF Life mit dem bewährten Konzept, das im Zuge der Schaffung von RNFplus auf 30 Minuten verkürzt wurde.

Auch die Vormittagssendung Lifetime wurde in RNFplus mehrfach wiederholt am Vormittag ausgestrahlt. Diese wurde jedoch im Laufe der Zeit sowohl bei RTL als auch bei RNFplus (dort noch zunächst verkürzt als Nachrichtenüberblick RNF aktuell) eingestellt. Auch der Nachrichtenüberblick um 20:06 Uhr auf RTL wurde mit der Wiederholung von RNF Life auf RNFplus eingestellt. Die Sendung RNF Life um 18 Uhr wird allerdings weiterhin bei RTL ausgestrahlt und enthält aufgrund der Kooperation mit RTL auch weiterhin bundesweite Werbung von RTL.

Neben eigenproduzierten Sendungen enthält das Programm von RNFplus auch einige eingekaufte Sendungen, die entweder von anderen Regionalsendern produziert werden oder an mehrere Regionalsender in Deutschland verkauft sind. Von April 2001 bis Juli 2002 wurde das Mantelprogramm von Suntv ausgestrahlt. Bei Suntv handelte es sich um ein Programmangebot der Kirch-Gruppe, das ausschließlich von diversen Ballungsraumsendern in Deutschland übernommen wurde, wodurch Sendungen wie Blondes Gift mit Barbara Schöneberger und die WIB-Schaukel mit Wigald Boning im Sendegebiet von RNF empfangbar waren. Im Zuge der Insolvenz der Kirch-Gruppe stellte Suntv dieses Mantelprogramm ein. Später übernahm RNFplus zur Lückenfüllung auch einige Sendungen von Bahn TV, dem inzwischen eingestellten Fernsehsender der Deutschen Bahn.

In der Zeit ohne laufendes Programm gibt es die Infoline, eine Art Bildschirmzeitung, oder Programmübernahmen anderer Fernsehsender. Zum Programmstart 1996 wurde zunächst Der Wetterkanal übernommen, nach dessen Einstellung dann Home Order Television. Nachdem dieser im gesamten Sendegebiet auf eigenen Kanälen im Kabelnetz zu empfangen ist, übernimmt man nun zeitweise das Programm der Sender Bloomberg TV und RTL Shop, sowie seit Oktober 2005 auch von Astro TV. Um auch anderen Regionalsendern eine Möglichkeit der europaweiten Ausstrahlung zu geben, wurde im Oktober 2004 eine Stunde im Programm zwischen 20:30 und 21:30 Uhr freigemacht, in der täglich die Regionalmagazine von R.TV aus Karlsruhe und TV Südbaden aus Freiburg im Breisgau im Rahmen des RNFplus-Programms ausgestrahlt werden.

Über RNFplus wird außerdem auch ein Teletextservice (RNF-Text) angeboten.

Der Sender Baden TV übernahm mit dem Sendestart am 1. Mai 2011 das Programmfenster von R.TV.

Rhein-Neckar Fernsehen (ab 2017)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Verlust des RTL-Fensters 2017 baute das Rhein-Neckar Fernsehen sein Online-Angebot aus und sendete weiterhin sein Programm auf den Kanälen von RNFplus inklusive der 18-Uhr-Sendung aus dem ehemaligen RTL-Fenster. Der Verlust der Einnahmen aus dem RTL-Fenster konnte jedoch nicht kompensiert werden, sodass das Rhein-Neckar Fernsehen im Juli 2018 beim Amtsgericht Mannheim eine Planinsolvenz in Eigenverwaltung beantragte. Der Sendebetrieb läuft weiter, allerdings müssen erheblich Kosten gesenkt werden.[4]

Empfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender ist in den regionalen Kabelnetzen der Bundesländer Baden-Württemberg (Nordbaden), Rheinland-Pfalz (Vorder- und Südpfalz) und Südhessen (Kreis Bergstraße) zu empfangen. Seit 2010 wird RNF auch über das IPTV-Angebot MagentaZuhause der Telekom bundesweit über DSL- und VDSL-Anschlüsse verbreitet. Ab Mai 2004 wurde RNF auch über den Satelliten Astra 1H digital ausgestrahlt. Die Verbreitung wurde am 1. April 2016 eingestellt. Satellitenhaushalte empfangen RNF über HbbTV-fähige Endgeräte (lokal-tv-portal.de). Hierbei wird ebenso ein Zugriff auf die RNF-Mediathek angeboten. Ein ortsungebundener Empfang des linearen 24-Stunden-RNF-Programmangebots wie auch der RNF-Mediathek mit mobilen Endgeräten oder Desktop-PCs wird über den RNF-Livestream auf der Senderhomepage angeboten.[5][6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Sendestart am 16. September 1986 war das Fensterprogramm zunächst nur in den Kabelnetzen Ludwigshafens und der Vorderpfalz zu sehen. Am 1. Oktober kam dann auch Mannheim und sein badisches Umland hinzu. 1987 wurde das Sendegebiet um Heidelberg, den restlichen Rhein-Neckar-Kreis und den hessischen Kreis Bergstraße erweitert. Ab 1990 erfolgt eine zusätzliche Ausstrahlung über Antenne aus Heidelberg und Bruchsal gemeinsam mit RTL. 1992 wurde dann auch die Südpfalz über Kabel versorgt.

Mit dem Sendestart von RNFplus wurde das Programm in fast alle Kabelnetze eingespeist, in denen auch RNF Life zu sehen war. Nur in der Südpfalz und im Kreis Bergstraße konnte das Programm nicht eingespeist werden. Im Kreis Bergstraße lag dies vor allem am hessischen Mediengesetz, das kein Regionalfernsehen erlaubte. Um dies zu umgehen, wurde 1998 eine terrestrische Ausstrahlung von RNFplus vom Fernmeldeturm Ludwigshafen gestartet, so dass das Programm im Kreis Bergstraße ortsüblich über Antenne empfangbar war, und somit ins Kabelnetz eingespeist werden kann. Jedoch funktionierte dies aufgrund der schwachen Sendeleistung nur im westlichen Teil des Kreises Bergstraße um Viernheim und Lampertheim, wo RNF aber auch am stärksten verlangt wurde.

Mit der Zeit wurde jedoch das hessische Mediengesetz geändert und so wurde mit Beginn der Satellitenausstrahlung auch die terrestrische Verbreitung aus Ludwigshafen aufgegeben, da die Zuführung nun über diesen Weg erfolgen kann. Mit der Satellitenausstrahlung wurde auch die Versorgung der Südpfalz, des restlichen Kreis Bergstraße um Bensheim und Heppenheim und des hinteren Neckar-Odenwald-Kreis um Buchen mit RNFplus möglich. Die Ausstrahlung über Satellit wurde neben der zusätzlich erreichbaren Zahl von Satelliten-Direktempfangs-Zuschauern auch aus dem Grund eingeführt, den inzw. zahlreichen Kabelnetzbetreibern im Dreiländereck eine Möglichkeit zu geben das Signal einfach in ihre Netze einzuspeisen.

Auch die terrestrische Ausstrahlung aus Bruchsal wurde vor einiger Zeit aufgegeben, u. a. auch deswegen, weil Bruchsal mittlerweile von R.TV, dem Regionalsender aus Karlsruhe, versorgt wird. Das terrestrische Signal vom Fernmeldeturm Heidelberg (Königstuhl) wurde im Sommer 2007 abgeschaltet.

Empfangsfrequenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kabelfernsehen (analog)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebiet Kanal
Netz Mannheim (ausgebautes Kabelnetz) K 21
Nordbaden (nicht ausgebautes Kabelnetz) S 20
Netz Landau S 9
Netz Ludwigshafen S 9
Netz Neustadt an der Weinstraße S 9

Kabelfernsehen (Digital)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Netz Mannheim und Netz Heilbronn > S04 - 130 MHz - 256 QAM (Unitymedia)

Netz Ludwigshafen, Netz Landau und Netz Neustadt an der Weinstraße > S03 - 122 MHz - 64 QAM (Vodafone Kabel Deutschland)

Satellitenfernsehen (Digital)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 1. Mai 2004 bis 31. März 2016 strahlte RNF sein Programm auch über den Satelliten Astra 1H auf der Orbitalposition 19,2° Ost unter der Frequenz 12,1485 GHz horizontal aus. Mit Hilfe von Hbb-fähigen Satelliten-Recievern ist das Programm noch als Internetstream im Rahmen des Lokal-TV Portals zu empfangen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haas-Mediengruppe Organigramm, abgerufen am 19. Juli 2015
  2. Künftig zwei TV-Anbieter in der Region - Mannheimer Morgen. (morgenweb.de [abgerufen am 23. August 2017]).
  3. http://www.morgenweb.de/nachrichten/wirtschaft/regionale-wirtschaft/rnf-muss-zone-7-vortritt-lassen-1.2709840
  4. https://www.rnf.de/mediathek/video/in-eigener-sache-rnf-beantragt-insolvenz-bert-siegelmann-zur-lage-des-unternehmens/
  5. http://www.morgenweb.de/nachrichten/wirtschaft/regionale-wirtschaft/rnf-muss-zone-7-vortritt-lassen-1.2709840
  6. http://www.rnf.de/mediathek/video/wichtiger-hinweis-zum-empfang-von-rnf-ueber-satellit-ab-1-april-2016-2/